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Eine große Fläche muss abgeholzt werden (grün umrandet). Bislang gibt es dort einen Waldweg (gelb), für die Fällungen müssen weitere Arbeitswege (weiß) angelegt werden. Nördlich des Waldwegs müssen kranke Eschen weichen, südlich wütet der Borkenkäfer.   

Gemeindewald Aschheim: Großteil wird Brennholz

 Abholzen ohne Alternative

Es hilft nichts: Große Teile des Gemeindewalds müssen weg. Ende Februar beginnt die große Fällaktion in Aschheim.

Aschheim– Es war ein Vortrag voller schlechter Nachrichten: Die beiden Förster Michael Matuschek und Martin Holzäpfel berichteten in der Sitzung des Aschheimer Gemeinderats über die groß angelegten Fällarbeiten, die durch den Borkenkäfer-Befall und das Eschentrieb-Sterben im Gemeindewald nötig sind. Der im Anschluss geplante Neuaufbau des Gemeindewaldes durch Wiederaufforstung kostet 104 000 Euro. Die Genehmigung dieser Kultivierungsmaßnahmen in den nächsten zehn Jahre war das geringste Problem für die Gemeinderatsmitglieder. Denn die Anpflanzungen sind noch der positivste Teil dieses Themas.

Die Kommunalpolitiker verfolgten betroffen den Vortrag über die notwendigen Fäll-Maßnahmen, die schon Ende Februar beginnen sollen. Matuschek berichtete, dass der nördlichen Teil des Gemeindewaldes zu 80 Prozent aus Eschen besteht – und diese zum überwiegenden Teil vom EschentriebSterben betroffen sind. Gegen die aus Japan stammenden Pilze gebe es kein Gegenmittel. „Viele Eschen stehen kurz davor, umzufallen“, verdeutlichte Matuschek. Der Förster erklärte, dass nur rund fünf Prozent der Eschen immun sind gegen diese Krankheit. Selbst Experten rätseln über die Gründe. Viele der Aschheimer Eschen sind es jedenfalls nicht. Nach den Fällungen sollen die gesunden Eschen Platz im Wald bekommen, damit aus ihren Früchten neue Bäume entstehen können.

Im südöstlichen Teil des Waldes dominiert ein anderes Problem: der Borkenkäfer. Er hat viele Bäume so massiv befallen, dass es für diese keine Rettung mehr gibt. Den Ursprung hatte der Befall laut Matuschek im Sommer 2015, der außergewöhnlich trocken war. Hinzu kam die exorbitante Vermehrung des Schädlings. Der Förster sagte, dass aus einem männlichen und einem weiblichen Borkenkäfer im Laufe eines Sommers 64 000 Tiere entstehen. Und: „Viele Fichten im Gemeindewald haben kaum noch Abwehrkräfte“, erklärte der Gastreferent.

Die einzig gute Nachricht betrifft die südwestlichen Flächen des Waldes in der Nähe der Segenskirche. Dort gibt es keine Probleme, sodass Waldreben und die über 100 Jahre alten Eichen stehen bleiben können. „Das ist ein Kleinod“, schwärmte Michael Matuschek.

Martin Holzäpfel erläuterte dann die Vorgehensweise bei den Fällungen. Denn bevor Bäume umgeschlagen werden können, gilt es einiges an Vorarbeit zu leisten. Der bestehende, geteerte Weg in der Mitte des Waldes sei perfekt für die Lagerung und den Abtransport des Holzes. Für die Detailerschließung müssten aber weitere kleine, etwa drei Meter breite Wege eingerichtet werden.

Von den gefällten Stämmen kann nur ein kleiner Teil verkauft werden. Die Förster rechnen mit Erlösen von rund 14 000 Euro. Für Bürger aus Aschheim soll dann, wie Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) bereits im Vorfeld angekündigt hatte, ein gewisser Teil des Holzes im Wertstoffhof zur Verfügung gestellt werden.

Die beiden Gastreferenten zeigten auch anhand eines Plans auf, wie ein neuer Wald für die nächsten Generationen von Aschheimer Bürgern aufgebaut werden soll. Die Förster empfahlen einige Baumarten: Flatterulme, Moorbirke, Pappel, Schwarzerle, Schwarznuss, Silberweide und Eiche/Hainbuche. Die genaue Verteilung könne erst nach den Fällungen festgelegt werden.

Der Gemeinde ist es besonders wichtig, die Esche trotz des massiven Eschentrieb-Sterbens zu erhalten. Schließlich befinden sich zwei Eschenzweige in dem Gemeindewappen. Bürgermeister Glashauser bekam nach eigener Aussage von Bürgern bisher keine Reaktionen auf die geplanten Baumfällungen. Für sie gibt es keine Alternative. Im Gemeinderat wurde „das Konzept, um den Wald für viele weitere Generationen Aschheimer Bürger zu erhalten“, wie Glashauser betonte, einstimmig beschlossen.

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