Gwerkschaft Verdi

Klage gegen verkaufsoffenen Sonntag in Aschheim 

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Aschheim – Den ersten verkaufsoffenen Sonntag in Aschheim hat die Gewerkschaft Verdi nicht verhindern können. Dennoch wird sich das Münchner Verwaltungsgericht mit der Entscheidung des Gemeinderates Pro-Sonntagsöffnung beschäftigen. Die Gewerkschaft will mit ihrer bereits eingereichten Klage zeigen, dass die Begründung der Sonntagsöffnung rechtlich nicht ausreichend gewesen sei.

Am Sonntag haben sich die Fans von US-Autos mit ihren Ami-Schlitten auf dem großen Parkplatz zwischen den Aschheimer Möbelhäusern getroffen. Aus diesem Anlass hatte der Gemeinderat die Sonntagsöffnung genehmigt, damit die heimischen Möbelhäuser gegenüber denen im benachbarten Parsdorf keinen Wettbewerbsnachteil erleiden. CSU-Räte hatten die Verkaufsfreigabe am Sonntag unter anderem als Wirtschaftsförderung begründet. 

Verdi: "Sonntagsschutz hat Vorrang"

„Der Sonntagsschutz hat Vorrang und ist im Grundgesetz verankert“, sagt Georg Wäsler, der stellvertretende Bezirksvorsitzende von Verdi. Es sei nicht so wie landläufig gemeint, dass bis zu vier Mal jährlich die Sonntagsöffnung möglich ist. Wäsler betont, dass laut Gesetzeslage bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssten. In seinen Augen war vor einigen Jahren das große Hochwasser in Ostdeutschland so ein Grund für die Maßnahme. Dort konnten in Not geratene Menschen am Sonntag Lebensmittel kaufen. Der Aschheimer Fall ist für ihn klar: „Kein Mensch gerät in einen Notstand, wenn er nicht am Sonntagnachmittag Möbel kaufen kann.“ Das Treffen der Fans amerikanischer Autos sei weder eine besondere Tradition noch ein Notstand.

Signal ans Landratsamt

Die Gewerkschaft ver.di hat Ende 2015 die gerichtliche Untersagung einer Sonntagsöffnung bei IKEA in Eching erreicht und möchte nun mit der neuen Klage die Beschäftigten in Aschheim schützen. „Wir sind eine Gewerkschaft und keine Prozesshansl“, sagt Wäsler, der diesen gerichtlichen Weg nicht gerne geht. Er sieht in einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes aber die Möglichkeit, der Gemeinde Aschheim die in seinen Augen rechtlich unkorrekte Entscheidung vor Augen zu führen.

Georg Wäsler möchte auch ein Signal an das Landratsamt München geben, das mit der Aschheimer Sonntagsöffnung bei einer Stellungnahme keine Probleme hatte. Das ärgert den erfahrenen Gewerkschafter: „Die Landratsämter sollten diesen Unsinn der Sonntagsöffnungen stoppen."

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