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„Das volle Programm“ wollen die Grünen in Aschheim den Wählern bieten. Dazu gehören mit Sabine Maier (vorne 4.v.r), einem der Gesichter der Initiative gegen die Schlachthofansiedlung, eine komplette Liste mit 20 Kandidaten.

Kommunalwahl

Revolutionswütige Debütanten

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Die Grünen wollen erstmals in Aschheimer Gemeinderat und  wollen direkt die CSU-Mehrheit brechen.

Aschheim – Kaum ein kommunales Gremium im Landkreis München hat aktuell so klare Verhältnisse wie der Gemeinderat in Aschheim. Er besteht nur aus drei Fraktionen (CSU, SPD, Freie Wähler) und die Christsozialen haben fast traditionell die Mehrheit. Nun schicken sich die Grünen an, das Gremium bunter zu gestalten und an den Mehrheitsverhältnissen zu rütteln.

Schlachthofgegner auf Liste

Mit Bürgermeisterkandidatin Sabine Maier an der Spitze nominierten die Grünen nun eine 20 Personen starke Liste für die erste Teilnahme an einer Kommunalwahl in Aschheim. „Wir wollen Fraktionsstatus erreichen“, sagt Sabine Maier, die bei der Gründung des Ortsverbandes im vergangenen Jahr schon Vorsitzende wurde. Sie war einst das Gesicht der Bürgerinitiative gegen eine Schlachthofansiedlung in Aschheim. „Aus diesem Bürgerentscheid sind damals die Grünen entstanden und erst danach habe ich begonnen, mich mit Aschheim zu beschäftigen“, erklärt die Frontfrau des Ortsverbandes.

Die 54-jährige Diplom-Betriebswirtin spricht nun über „die ganzen seltsamen Projekte“ vom Schlachthof über die Ansiedlung des Rewe-Supermarktes mit viel versiegelter Fläche bis hin zu dem von der Bürgermeisterkandidatin kritisierten Rathaus-Abriss. Die lokalen Entwicklungen brachten sie immer wieder zur Erkenntnis, dass man mitreden und die CSU-Mehrheit brechen möchte. Maier sieht die Grünen durchaus auch Verbündeten der Freien Wähler, „mit denen wir mehr Überschneidungen haben als mit der SPD“.

Die Vorsitzende und nun auch nominierte Bürgermeisterkandidatin macht deutlich, dass die Grünen personell dem Wähler „das volle Programm“ bieten müsse mit Bürgermeisterbewerberin sowie der kompletten Liste mit 20 Namen für den Gemeinderat. Neben Maier gibt es im Ort bekannte Kandidaten für den Gemeinderat wie Roman Bartz, der Vorsitzende des TC Aschheim, oder Wolfgang Lüers, der einst in einer Bürgerinitiative erfolgreich gegen eine Nordost-Verbindungsstraße aus München kämpfte. Neben Sabine Maier sind mit Renate Zapf und Angela Huber zwei weitere Köpfe der einstigen Bürgerinitiative gegen den Schlachthof Teil der Liste. Diese ist auch besonders, weil elf Frauen gegenüber neun Männern in der Überzahl sind.

Im Überblick: Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München

Die Kandidatenliste

1. Sabine Maier, 2. Walter Wiedenhofer, 3. Marion Seitz, 4. Roman Bartz, 5. Renate Zapf, 6. Jacqueline Reddig, 7. Wolfgang Lüers, 8. Michael Seitz, 9. Claudia Wiedenhofer, 10. Simon Melardi, 11. Marianne Brunnbauer, 12. Robert Bayer, 13. Rike Mayer, 14. Valentin Wiedenhofer, 15. Maria Ritzinger, 16. André Triaux, 17. Myriam Knauf, 18. Jan Schreier, 19. Karin Bellmann, 20. Angela Huber

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