Vor drei Birkenkreuzen mit Fotos der Absturzopfer schenkt Anja Pütz Mike Eberhardt eine Aschheimer Chronik. 
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Vor drei Birkenkreuzen mit Fotos der Absturzopfer schenkt Anja Pütz Mike Eberhardt eine Aschheimer Chronik. 
Mike Eberhardt (l.) überreicht Josef Eimannsberger eine Urkunde.
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Mike Eberhardt (l.) überreicht Josef Eimannsberger eine Urkunde.
Auf dem Foto der Bomberbesatzung ist Eberhardts Vater der Dritte von rechts hinten. 
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Auf dem Foto der Bomberbesatzung ist Eberhardts Vater der Dritte von rechts hinten. 
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Gedenken an Absturzstelle

Kriegsschicksal des Vaters führt Texaner auf Acker bei Aschheim

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Vor 73 Jahren ist ein amerikanischer Bomber in der Endphase des zweiten Weltkriegs über Aschheim abgestürzt. Erst am Sonntag, 23. April, hat diese Geschichte ihren emotionalen Abschluss gefunden.

Aschheim – Mit einer emotionalen Zeremonie an der Absturzstelle haben die Aschheimer zusammen mit Mike Eberhardt aus Texas, dem Sohn eines der überlebenden US-Soldaten, dieses die Ortsgeschichte prägenden Ereignisses gedacht.

Der Krieger- und Veteranenverein Aschheim hatte drei Holzkreuze vorbereitet, daran gerahmte Bilder der drei gefallenen US-Soldaten. Klaus Böhm spielte zur Eröffnung des kleinen Festaktes auf seiner Trompete die amerikanische Nationalhymne und zum Gedenken „Ich hat’ einen Kameraden“. Abgeschlossen wurde die Zeremonie mit Böllerschüssen zum Ehrensalut des Kriegervereins-Vorsitzenden Bernhard Reisert; der Fähnrich des Vereins senkte die Fahne zum Gedenken. Dann folgte die Bayernhymne.

Das Lied vom guten Kameraden

Drei Besatzungsmitglieder sind am 18. März 1944 ums Leben gekommen. Nur wenige Meter entfernt von der Grenze zur Landeshauptstadt München war der B-17 Bomber („Little Audrey“) zwischen Aschheim und Dornach in der Nähe des Mooswiesenwegs abgestürzt. Mit Augenzeugen konnte Mike Eberhardt bei einem ersten Besuch im Jahr 2014 die Absturzstelle lokalisieren. Gestern folgte die Gedenkfeier.

Zuvor bei den Ansprachen im Aschheimer Rathaus hatte Mike Eberhardt, der Ehrengast aus Dallas/Texas, den Absturz vor 73 Jahren in Erinnerung gerufen, den sein Vater Charles Matthew Eberhardt überlebt hat. „ Er hat nie, nie mit mir darüber gesprochen“, betonte der Sohn, der erst nach dem Tod seines Vaters 1986 den Vorgang erforschte. Die aktuelle und nun auch endgültige Fassung des Dokumentes überreichte er der Gemeinde für das „AschheiMuseum“. Er überbrachte Grüße von den Angehörigen der anderen Familien der abgestürzten Soldaten: „Wir wissen es alle sehr zu schätzen und sind dankbar für das Gedenken an die Todesopfer.“

Spende an das Aschheimer Museum

Mike Eberhardt hatte zwei Überraschungen im Gepäck. Seine Familie spendete dem Aschheimer Museum 5000 Euro, damit die Historie des Ortes nachfolgenden Generationen erhalten bleibt. Josef Eimannsberger (68) hatte mit Eberhardt den Absturz und alle Details jahrelang detailliert erforscht und sein Material der US Airforce Academy zur Verfügung gestellt. Dafür bekam er gestern eine Dankesurkunde für die Erforschung des Schicksals amerikanischer Soldaten. „Das ist doch verrückt“, sagte Eimannsberger, der sichtlich gerührt die Auszeichnung entgegen nahm.

Aschheims Ortshistoriker Peter Stilling erinnerte daran, dass die Gastfreundlichkeit der Aschheimer dem Ort bei der Einnahme durch die Amerikaner viel Leid erspart hatte: „Als am 1. Mai 1945 die amerikanischen Panzer durch Aschheim rollten, hatte unser Ort einen Sonderstatus. Die Amerikaner wollten als Erstes das sehr gut gepflegte Grab ihrer gefallenen Kameraden sehen“, sagte Peter Stilling. 

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