Haufenweise Geldscheine im Wert von 100 und 50 Euro.
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Die Diskussionen und Beratungen ums liebe Geld führten in Aschheim am Ende zu einem einstimmigen Haushaltsbeschluss

Trotz des Wirecard-Skandals keine größeren Turbulenzen

Löcher stopfen mit Ersparnissen

  • vonNico Bauer
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Aschheim – Auch in Aschheim hat die Pandemie die Gewerbesteuereinnahmen gedrosselt. Dank der Rücklagen kann die Gemeinde ihr Haushaltsdefizit ausgleichen.

 In den vergangenen Jahren war es in Aschheim gute Tradition, dass man im Herbst mit einem Nachtragshaushalt ein Plus bei den Steuereinnahmen feststellte und dieses den Rücklagen zuführte. Diese Ersparnisse für schlechtere Zeiten werden nun im Haushalt 2021 benötigt, in dem ein Defizit von rund 6,8 Millionen Euro ausgeglichen werden muss.

500 Seiten umfasst das Zahlenwerk

Der Aschheimer Gemeinderat, in dem die Gruppierungen eher selten einer Meinung sind, verabschiedete den Haushalt einstimmig. „Wir sollten wieder den Weg über einen Nachtragshaushalt gehen“, sagte Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) bei der Verabschiedung des 500 Seiten umfassenden Zahlenwerkes. Gerade in der Pandemie, da viele Zukunftsfragen offen seien, habe man bewusst konservative Ansätze gewählt. Glashauser sprach von „einem vernünftigen Haushalt“ und betonte, dass man die freiwilligen Leistungen beibehalten kann: „Wenn ich mir viele andere Kommunen anschaue, dann jammern wir auf einem hohen Niveau.“

CSU-Fraktionssprecher Rolf Dettweiler ergänzte, dass man trotz der Pandemie und des Wirecard-Skandals finanziell ohne größere Turbulenzen durch das Jahr komme.

Lob für die neue Vorgehensweise bei den Haushaltsberatungen

Kämmerer Marko Zschoch bekam bei der einstimmigen Beschlussfassung Lob von allen Seiten für die neue Herangehensweise bei der Erarbeitung des Haushaltes. In einer ersten Sitzung des Finanzausschusses wurden die politischen Vertreter in die Erstellung des ersten Entwurfes eingebunden, um dann in der zweiten Runde den Vorentwurf auf dem Tisch liegen zu haben. Dieses neue Vorgehen kam gut an im Gemeinderat.

Mit dem beschlossenen Haushalt gilt es nun für den Aschheimer Gemeinderat, sparsam mit den Finanzen umzugehen. Die Rücklagen sind im vergangenen Jahr von 19,3 auf 15,2 Millionen Euro gesunken. Mit der Entnahme von weiteren 6,8 Millionen sinken die Rücklagen auf 8,4 Millionen Euro.

Eckdaten im Haushalt 2021

Gesamtvolumen: 57,1 Millionen Euro (2020: 71,3).

Verwaltungshaushalt: 48,3 Millionen Euro (2020: 48,5).

Vermögenshaushalt: 8,8 Millionen Euro (2020: 22,8).

Zuführung vom Vermögens- zum Verwaltungshaushalt: 1,6 Millionen Euro.

Rücklagenentnahme: 6,8 Millionen Euro.

Kreditaufnahme: 0 Euro.

Ansatz Gewerbesteuer: 26 Millionen Euro (Ansatz 2020 27,5 Millionen Euro, Ergebnis 2019 39,7 Millionen Euro).

Ansatz Einkommenssteuer: 7,8 Millionen Euro.

Wichtigste Investitionen:

Keltengrundschule mit Sporthalle 3,3 Millionen Euro,

Neubau Gymnasium 2,9 Millionen Euro,

Straßensanierungen 600 000 Euro,

Bauhof 250 000 Euro,

Grundstückserwerbe 160 000 Euro.

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