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Einsatz für die Feuerwehr: Die Hochbrücker wuchten ihren 25-Meter Stamm hoch. 

Von Aschheim bis Ismaning

Maibaum-Mode 2018: Weiß-blau oder nackert - Eindrücke von den Maifeiern im Landkreis-Norden

Die einen traditionell weiß-blau lackiert, die anderen urig im Original-Holzton: Bei den Maibaum-Feiern gab‘s was zu staunen. Vor-Ort-Berichte von jeder Maifeier im Landkreis-Norden.

Landkreis - Quer durch den Landkreis München wurden Maibäume aufgestellt. Schön war‘s überall - und zum Glück unfallfrei.

Fischerhäuser

Mit Hunderten Schaulustigen und einem großen Festtag begrüßten die Menschen im Ismaninger Ortsteil Fischerhäuser den neuen Maibaum. Dieser hat eine Länge von 29 Metern und wurde in traditioneller Manier vom Spar- und Heimatverein Grüne Heide aufgestellt. Ebenso ist es ein guter Brauch, dass der Ismaninger Trachtenverein D’Roaga Buam den Baum auf dem Vorplatz der Kirche mit dem Bandltanz ehrt. Bürgermeister Alexander Greulich freute sich auch, dass der Baum nicht gestohlen worden war: „Denn für Maibaumdiebstahl sind wir ja auch selbst in Ismaning zuständig“. Nach dem Maibaumaufstellen zogen die meisten Besucher mit den Gastgebern weiter in die Stockschützenhalle auf dem Sportgelände. Dort feierte der Spar- und Heimatverein sein 90-jähriges Bestehen.  nb

Maibäume rund um München: Die schönsten Bilder der Maifeiern im nördlichen Landkreis München

Aschheim

Der Maibaum von Aschheim ist und bleibt unstehlbar. Gestern stellte ihn die Feuerwehr vor mehr als 2000 Zuschauern auf und konnte danach bei einem rauschenden Fest rund um das Feuerwehrhaus herum darauf anstoßen, dass viele potenzielle Diebe vorbeigekommen, aber keiner zum Zug gekommen war. Den 35 Meter hohen Baum mit seinen 26 Zunft- und Vereinszeichen stiftete Peter Dönhuber. Nach dem Einzug des Baumes auf einem Pferdegespann wurde das weiß-blaue Dorfsymbol mit dem Kran aufgestellt. Anschließend gab es noch eine Tanzeinlage von Kindern der Feuerwehr und den Dornacher Goaßlschnalzern, bevor die Aschheimer auf dem Feuerwehrgelände feierten.  nb

Die schönsten Maibaumbilder aus ganz Oberbayern und alle Infos rund um die Faszination Maibaum finden Sie hier.

Hochbrück

Was wäre der Garchinger Stadtteil Hochbrück ohne seine starken Männer? Dort wurde gestern der 25 Meter hohe Baum durch die Muskelkraft der Feuerwehrler klassisch per Hand auf. Gestern Vormittag arbeiteten die Herren, bevor dann ein buntes Familienfest gefeiert wurde. Großen Applaus bekamen der Hochbrücker Kindergarten und die Kindergruppe des Heimatvereins für ihre Tanzeinlagen. Zum Abschluss des offiziellen Teils zeigten die Erwachsenen des Garchinger Heimatvereins den traditionellen Bandltanz und wurden dabei begleitet von der Blaskapelle Garching. Rudi Naisar, der 1986 Initiator des ersten Hochbrücker Maibaums war, hatte gestern eine neue Rolle als Mitglied der Unterschleißheimer Böllerschützen.  nb

Lohhof

Der Trachtenverein Würmbachtaler Lohhof feierte ein kleines Jubiläum: Seit 65 Jahren ist es in Lohhof Brauch, den Baum aufzustellen. Den traditionellen Bandltanz gab es dann 1965 zum ersten Mal am neuen Maibaum zu sehen. Der Trachtenverein Würmbachtaler hat an diesem Brauch festgehalten. Mit dabei waren gestern die Freunde der Siebenbürger Sachsen: Ralf Potsch und seine Jugendmannschaft haben bei der Feier mitgeholfen. Beim Aufstellen des Baums stand die Feuerwehr Unterschleißheim bereit, und für Stimmung sorgten die Tanzlmusi, die Stadtkapelle und die Vereinsmusiker der Würmbachtaler. Auch das Maibaum-Anschießen mit der Schützenkompanie stand auf dem Programm, wie Pressesprecher Niko Ponschab von den Würmbachtalern meldete.  gü

Ottendichl

An einem Strang zogen die beiden Ottendichler Vereine, die Bürgervereinigung (BVO) und die Ammertaler Trachtler. Gemeinsam stellten sie den Maibaum auf, der am 2. April aus dem Wald hinter Wolfersberg ins Dorf gebracht worden war, gestiftet von Peter Hartmann. Die 28 Meter lange Fichte entging nur knapp zwei Angriffen, als die Forstinninger Burschen und eine Gruppe aus dem Zillertal mit Diebstahlsabsichten anreisten. „Die Österreicher haben sich so geschämt, dass sie auch gleich wieder abgezogen sind“, sagt BVO-Vorstand Ton van Lier. „Keine Chance hatten die“, bestätigt Maibaum-Koordinator Martin Metzger, der sichtlich froh ist, dass nun eine vierwöchige Zeit intensiver Bewachung und zahlreicher Festivitäten zu Ende geht, in der er keinen Abend zu Hause gewesen sei. Je acht Mann an den Schwaiberln, hieften Ottendichler, Haarer und Salmdorfer Männer den Baum binnen zwei Stunden in die Höhe, begleitet von der Haarer Blaskapelle und reichlich Zuspruch und Aufmunterungsrufen. sab

Harthausen

Genau 192 Tage war der Dorfplatz in Harthausen verwaist. „So ohne Maibaum, schaut’s ganz schön nackert aus. Aber jetzt haben wir ja wieder einen für die nächsten fünf Jahre“, sagt Andreas Wagner, Vorsitzender des Burschenvereins. Seit dem 10. März hatten die rund 40 Burschen und Madl des Dorfes den Baum bewacht, bemalt und vor allem ganz viel gefeiert. Nun haben die Burschen gemeinsam mit weiteren gut 40 Männern des Ortes die 37 Meter hohe Fichte unter Anleitung von Bernhard Bauer, der den Baum auch gestiftet hat, binnen zwei Stunden in die Höhe gewuchtet und sicher in der Mitte des Dorfplatzes verankert. Assistiert wurde Bauer dabei vom Vorsitzenden des Heimatkreises Harthausen, Josef Karl, genannt „Seil Sepp“, der das Aufstellen die letzten Male angeleitet hatte. „Der Bernhard macht das super und mit viel G’fühl, so wie es eben nur ein Schreiner kann!“, sagt Karl. Da ertönt Bauers nächstes Kommando: „Es Vierer-Schwaiberl weiter nach rechts – und dann alle: Hauuu Ruck!“ Und wieder hebt sich der Baum um ein paar Zentimeter.  bb

Oberschleißheim

Urig-ursprünglich, ganz ohne weiß-blauen Anstrich, ist der Maibaum, den die Feuerwehr Oberschleißheim gestern aufgestellt hat, und auch nur mit Kränzen und Fahnen verziert. Denn die alten Zunftschilder sind nicht mehr zu reparieren. Sechzehn Schilder sollen zukünftig das Ortsleben in Oberschleißheim zeigen. Wie allgemein üblich werden nun für die neuen Schilder Paten gesucht. Das Schild wird den Paten und seine Zunft am Maibaum repräsentieren und seine Ortsverbundenheit kundtun. Im nächsten Jahr wird der Baum zunächst wieder umgelegt und der oberbayerischen Tradition nach weiß-blau angestrichen. Geschmückt mit den neuen Zunftschildern, wird er dann am ersten Mai 2019 wieder aufgestellt.  gü

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