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Auch Explosionen zu hören: Millionenschaden bei Brand in Lkw-Center in Aschheim

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Von: Günter Hiel

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Brand bei Lkw-Service- und Vertriebszentrum in Aschheim
Flammen schlagen der Feuerwehr entgegen. © Feuerwehr Aschheim

Rund eine Million Euro Schaden sind in der Nacht auf Samstag entstanden beim Brand zweier Lkw auf dem Gelände eines Service- und Vertriebszentrums in Aschheim. Einer der beiden Trucks war ein E-Fahrzeug, die Akkus mussten stundenlang aufwändig gekühlt werden.

Aschheim – Am Samstag um 1.29 Uhr ging der Alarm bei der Freiwilligen Feuerwehr Aschheim ein: „Brand von zwei Lkw“ in der Hermann-Hesse-Straße. Bei Ankunft der Feuerwehr waren Rauch und Feuerschein hinter einem Werkstattgebäude erkennbar. Die Einsatzkräfte mussten sich gewaltsam über einen Seiteneingang Zugang zum Gelände verschaffen, meldet die Freiwillige Feuerwehr Aschheim.

Aschheim: Sattelzug steht in Flammen - Auch Elektro-Müllfahrzeug brennt

Das Lagebild: eine Sattelzugmaschine stand in Flammen, auch auf ein Müllfahrzeug rechts und einen Sattelaufleger links daneben hatten die Flammen bereits übergegriffen. Eine hinter dem Müllfahrzeug stehende Sattelzugmaschine drohte ebenfalls in Flammen aufzugehen.

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Mehrere Explosionen zwingen Feuerwehr Aschheim in Deckung

Kurz vor dem Öffnen der Hauptzufahrt waren mehrere Explosionen zu hören. Die Feuerwehr musste zunächst davon ausgehen, dass es sich um Druckgasbehälter an den Lkw handelte, sodass sich die Kräfte hinter das Gebäude zurückziehen mussten. Die Explosionen stellten sich bei weiteren Erkundungsmaßnahmen als durchgehende Zellen eines Hochvoltspeicher des brennenden Elektro-Müllfahrzeugs heraus.

Feuerwehren Aschheim und Kirchheim im Einsatz

Zur Verstärkung rückte die Feuerwehr Kirchheim mit 19 Kräften an. Die Aschheimer waren mit 42 Kräften im Einsatz, die Leitung hatte Aschheims Kommandant Florin Gebauer. Luftunterstützung erhielt die Feuerwehr durch einen Polizeihubschraubers der mit der Wärmebildkamera das umliegende Gelände kontrollierte, um eventuelle Glutnester festzustellen.

Akkus mussten noch über drei Stunden gekühlt werden

Um 2.38 Uhr konnte schließlich „Feuer aus“ gemeldet werden. „Allerdings mussten noch weitere drei Stunden und 15 Minuten Kühlmaßnahmen an den beiden – von insgesamt vier – beschädigten, aber nicht durchgegangenen, Hochvoltspeichern vorgenommen werden, mittels eines C-Rohrs und eines Hydroschild“, schildert die Feuerwehr den Einsatz. Die Speicher hätten anfangs immer wieder stark reagiert, wenn die Kühlmaßnahmen zur Kontrolle kurzzeitig unterbrochen wurden.

Aschheim: Kontrollmessungen der Akku-Temperatur

Gegen 4.55 Uhr konnte erstmals die Kühlung dauerhaft zurückgenommen werden. Daraufhin wurden vier Messpunkte definiert, die in Abständen von fünf Minuten mit Wärmebildkamera und Fernthermometer auf Hitzeentwicklung kontrolliert wurden. Die Messungen über eine Dauer von einer Stunde zeigten einen maximalen Anstieg der Temperatur um lediglich 19 Grad, auf maximal 35 Grad, nach den ersten 35 Minuten.

Einsatz erst um 6 Uhr beendet

Der Versuch durch einen Fachmann für Hochvoltspeicher der Feuerwehr Aschheim und einem Hochvolt-Techniker, den intakten Akku auszubauen, musste aufgrund der schlechten Zugänglichkeiten abgebrochen werden. Jedoch konnten alle vier Hochvoltspeicher vom System getrennt werden. Erst gegen 6 Uhr war der alles beendet, meldet die Feuerwehreinsatzzentrale. Zur Brandursache ermittelt die Polizei, die den entstandenen Schaden auf rund eine Million Euro schätzt.

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