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Landtagswahl 2018

Gantzer setzt auf Lenz-Aktas

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Die Entscheidung fällt erst am 1. Dezember. Doch Peter Paul Gantzer  von der SPD hat sich bereits festgelegt, wenn er als seine Nachfolgerin im Landtag wissen möchte. 

Landkreis – Beide wollen sie Nachfolgerin von Peter Paul Gantzer (78) werden und im Herbst für die SPD ins Maximilianeum einziehen: Bisher haben mit Annette Ganssmüller-Maluche (56) aus Ismaning und Ingrid Lenz-Aktas (56) aus Aschheim nur zwei Kandidatinnen ihre Bewerbung abgegeben. Die Entscheidung, wer als SPD-Kandidatin im nördlichen Stimmkreis antritt, fällt am Freitag, 1. Dezember, im Bürgerhaus Unterschleißheim.

Peter Paul Gantzer.

Gantzer hat eine klare Favoritin: „Ich bin für Ingrid Lenz-Aktas“, sagte er am Rande der Verkehrskonferenz, zu der Lenz-Aktas ins Hofbräuhaus eingeladen hatte. Gantzer war als ihr Unterstützer gekommen. „Ich kenne beide Damen, seit sie in der SPD aktiv sind“, begründet er seine klare Positionierung auf Nachfrage. Seine Analyse: Lenz-Aktas „ist eine unheimlich fleißige Frau, die seit 15 Jahren in der SPD ganz aktiv ist und sehr sachlich mitarbeitet. Hier setze ich den Schwerpunkt: Wir brauchen wieder knallharte Sacharbeit, damit wir Wähler gewinnen“.

Ingrid Lenz-Aktas

Gantzer macht nach 40 Jahren den Weg in den Landtag frei. Und er räumt ein: „Ich hätte gerne noch zwei Männer gehabt“, aber die hätten ihre berufliche Karriere nicht aufs Spiel setzen wollen. „Denn das Mandat ist ja jetzt ein unsicheres geworden“, unkt er. Landet die SPD wieder bei 15 Prozent wie bei der Bundestagswahl, würde sie zehn Abgeordnete im Landtag verlieren.

Auch Ganssmüller-Maluche hat einige Fürsprecher, darunter einige Bürgermeister wie Alexander Greulich aus Ismaning, Dietmar Gruchmann aus Garching und Gabriele Müller aus Haar. Sie stärkten der Ismaningerin bei ihrer Nominierungs-Veranstaltung Ende Oktober den Rücken – zusammen mit weiteren 60 Sozialdemokraten. Gruchmann setzte dort andere Schwerpunkte als Gantzer: „Wir sollten uns für jemanden entscheiden, der bei den Menschen ist“ – und meinte Ganssmüller-Maluche.

Annette Ganssmüller-Maluche

Seit drei Jahren arbeiten die beiden SPD-Frontfrauen im Kreistag eng zusammen, Ganssmüller-Maluche als stellvertretende Landrätin, Lenz-Aktas als Fraktionssprecherin. Inhaltlich liegen sie auf gleicher Linie – einzige Ausnahme war die Aschheimer Schlachthof-Debatte. „Wir mögen uns“, sagt Ganssmüller-Maluche gelassen. „Ingrid macht sehr gute Arbeit. Die Frage ist: Bei wem registriert die Bevölkerung diese Arbeit stärker?“ Als stellvertretende Landrätin ist sie mittlerweile auch im südlichen und westlichen Landkreis bekannt und darf auf viele Zweitstimmen hoffen.

Angefangen vom Geburtsjahr 1961, über 25 Jahre Mitgliedschaft in der SPD, dem Doppelnamen und der ehrenamtlichen Tätigkeit als Schöffinnen steht fest: Beide verbindet mehr, als sie trennt, die Leidenschaft für Kommunalpolitik, die lange Erfahrung in Gemeinderat und Kreistag und der politische Gestaltungswille.

Lenz-Aktas ist eine nüchterne Arbeiterin, die Wert legt auf akribische Detailgenauigkeit. Sie hat sich tief eingearbeitet in die Dimensionen der Verkehrsthemen und bohrt vor allem beim MVV und seiner aktuellen Reform dicke Bretter, schreibt Mails, formuliert Fragenkataloge und fordert Antworten. Längst reicht es der SPD-Fraktionsvorsitzenden nicht mehr, sich im Kreistag einzumischen. Auch außerhalb der Sitzungen macht sie Politik, hat auch Biss entwickelt und will Impulse setzen.

Für Ganssmüller-Maluche sind Bildung und Schulen Spezialgebiete, Mobilität ein Steckenpferd. Sie scheute sich nicht, den Ministerpräsidenten bei der CSU-Veranstaltung in Keferloh auf die U-Bahn nach Martinsried anzusprechen. Oft wird auch sie mit Wohnungsnot konfrontiert. „Das ist ein Schwerpunkthema der nächsten Jahre“, ist sie überzeugt. Leicht kommt sie mit Menschen in Kontakt, hängt sich mit Herzblut in Themen, zeigt viel Präsenz bei Veranstaltungen, und ist auch in sozialen Netzwerken aktiv. Um es an der Garderobe festzumachen: Wo die eine ein weinrotes Jackett wählt, greift die andere zum signalroten Stoff.

In der SPD ist Bewegung, viele Mitglieder sind unentschlossen, wen sie unterstützen. „Die Frage ist, halten wir das Mandat oder nicht“, sagt Annette Ganssmüller-Maluche. Aus ihrer Sicht schafft das nur jemand, der Präsenz zeigt.  icb/nine

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