Asylbewerber

Bürger drängen auf kleinere Unterkünfte

Neubiberg - Der mögliche Bau einer Unterkunft für bis zu 150 Asylbewerber an der Äußeren Hauptstraße hat für Unruhe gesorgt. Zur Gemeinderatssitzung kamen zahlreiche Bürger, um sich aus erster Hand zu informieren.

Um ihre Bedenken mitzuteilen waren zahlreiche Bürger zur Sitzung des Gemeinderats gekommen. Einhellige Meinung: Flüchtlinge seien in Neubiberg willkommen, doch eine Einrichtung für bis zu 150 Menschen (wir berichteten) sei auf dem Grundstück, das dem Freistaat Bayern gehört und derzeit zum kleinen Teil vom Bauhof als Lagerfläche genutzt wird, überdimensioniert. So sprach sich Schülerin Franziska Lankes für eine dezentrale Unterbringung möglicher Asylbewerber im gesamten Gemeindegebiet aus. „Kleinere Gruppen wären deutlich sinnvoller, um auch die Integration zu erleichtern“, erklärte Lankes, die aber auch darauf hinwies, die Hilfesuchenden mit offenen Armen zu empfangen: „Sie suchen bei uns Schutz und eine Unterkunft. Darauf müssen sich die Anwohner einlassen.“ D

er ehemalige Grünen-Gemeinderat Thomas Maier, der an der Isarstraße in direkter Nachbarschaft zum favorisierten Standort wohnt, sieht die geplante Bettenzahl ebenfalls als großes Problem an. „Wir haben nichts gegen Asylbewerber – auch nicht bei uns vor Ort“, erklärte Maier, machte aber auch deutlich: „Die Anzahl ist viel zu groß. Ich kann mir hier eine Einrichtung für maximal 40 Personen vorstellen.“ Bedenken, die auch viele Gemeinderatsmitglieder teilen. Doch bei der Entscheidung sind dem Gremium die Hände gebunden, wie Hauptamtsleiter Thomas Schinabeck erklärt. „Der Grund gehört dem Freistaat, das Landratsamt prüft und entscheidet. Wir haben dann vielleicht noch die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben“, beschreibt Schinabeck den Weg bei der Suche nach geeigneten Standorten.

Eine Aufteilung der Flüchtlinge auf verschiedene Domizile innerhalb der Gemeinde scheint nach derzeitigem Stand jedenfalls fast ausgeschlossen. Von zwölf möglichen Standorten im Gemeindegebiet hat das Landratsamt neun bereits als unbrauchbar ausgeschlossen. Das Wohnhaus an der Wittelsbacherstraße 1, das unter anderem Grünen-Rätin Ulrike Dowie ins Gespräch gebracht hatte, wird derzeit zwar geprüft, könnte aber nur wenigen Menschen ein Zuhause bieten. Und die dritte Möglichkeit, die noch in der Prüfungsphase ist? Die will das Landratsamt weder preisgeben, noch scheint sie in der engeren Auswahl zu stehen. „Wir konzentrieren uns lieber darauf, was sinnvoll und machbar ist“, erklärte Christine Spiegel, Sprecherin des Landratsamtes, auf Anfrage unserer Zeitung.

 

Mathias Weinzierl

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