Asylbewerber: Wohnwagen-Dorf gegen Obdachlosigkeit

Höhenkirchen - Not macht erfinderisch: Für die anerkannten Asylbewerber, denen die Obdachlosigkeit droht, hat die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn Wohnwagen auf dem Bauhof-Gelände aufgestellt.

Noch sind die acht Wohnwagen leer, ab 1. November sollen die ersten Bewohner einziehen. Insgesamt werden bis Mitte des kommenden Jahres 38 Menschen an der Sportplatzstraße 6 b leben, erläuterte Bürgermeisterin Ursula Mayer am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Bei einem Rundgang, an dem auch Landrat Christoph Göbel teilnahm, konnten die Teilnehmer einen Blick in die gebrauchten Wohnwagen, die Rudi Stieglmeier vom Bauamt für 20 000 Euro gekauft hat, werfen. Der Zustand der Wagen ist gut, alle verfügen über eine Heizung. In den größeren sollen Familien mit zwei Kindern oder vier Einzelpersonen unterkommen. Außerdem gibt es in Containerbauten einen Gemeinschaftsraum mit Kochgelegenheiten, zwei Sanitärcontainer sowie einen Container mit Waschmaschinen und Trocknern.

Als „liebenswerten Ansatz, der den Menschen im Blick hat“, bezeichnete der Landrat die Wohnwagen-Idee. „Das hier ist wirklich etwas ganz Besonderes.“ Er erinnere sich gut, dass Mayer, in deren Gemeinde es seit zwölf Jahren die Asylbewerberunterkunft mit rund 120 Bewohnern gibt, stets auf die Problematik mit den Obdachlosen verwiesen habe. Doch keine andere Kommune habe reagiert. „Inzwischen ist das Thema überall angekommen“, sagte Göbel.

Mayer verwies darauf, dass die Gemeinde mit der Aufnahme der Asylbewerber, der Betreuung der Obdachlosen „und deren Nachfolgeschwierigkeiten und Kosten bisher allein fertig geworden sei. „Ich möchte mich nicht beschweren“, sagte die Bürgermeisterin, „aber wir sind an den Grenzen unserer finanziellen und menschlichen Kapazitäten angelangt.“ Ihr Dank ging an Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofs, die in den vergangenen drei Wochen „wirklich nur noch an unserer Wohnwagensiedlung gearbeitet haben“. Sie hoffe, dass „wir mit unserem Weg auch anderen Gemeinden zeigen könne, dass mit viel gutem Willen auch einiges zu bewerkstelligen ist. Hier ist Amtshilfe unter allen Behörden angesagt, nicht das Hin- und Herschieben von Zuständigkeiten.“

Benadette Heimann

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