Debatte um Dornacher Asylunterkunft am Einsteinring

Asylunterkunft am Einsteinring: Wie weiter?

Am Donnerstag, 28. Januar,  entscheiden die Aschheimer Gemeinderäte, wie lange die Asylunterkunft am Einsteinring in Dornach genutzt wird. Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) hat die Richtung vorgegeben: Ende Mai soll das Bürogebäude geräumt werden. 

 Richtig findet das auch der Dornacher Stephan Schmidt (45). Seine Forderungen: Entlastung für Dornach und eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge über die gesamte Gemeinde. Im Landkreis eine Obergrenze. Und Bürger, die sich zu Wort melden und wehren. Was Schmidt antreibt, hat er vor einigen Tagen in einem offenen Brief an die Gemeinderäte, den Bürgermeister und an Landrat Christoph Göbel (CSU) formuliert: Der Ortsteil Dornach sei unsicher geworden, schreibt er da. Frauen trauten sich nicht mehr allein auf die Straße, würden im Bus von „dunkelhäutigen Männern angesprochen“ und nach ihren Telefonnummern gefragt. Die Menschen fühlten sich nicht mehr sicher, einige würden ihre Familienmitglieder nur noch direkt von der S-Bahn abholen, „um keine unnötigen Risiken einzugehen“. Schmidts Fazit: Bei vielen im Ort lägen „die Nerven langsam blank“. 

Antwort hat Schmidt auf sein Schreiben bisher nicht bekommen. Und weil heute im Gemeinderat die Entscheidung über den Fortbestand der Unterkunft fällt, hat Schmidt nach eigenen Angaben ein Flugblatt in viele Dornacher Briefkästen geworfen. Darin ruft er dazu auf, die Gemeinderatssitzung zu besuchen und Protestnachrichten an die Gemeinderäte zu schicken – oder sie anzurufen. 

Wer Bürgermeister Glashauser nach Schmidt fragt, erntet Unwillen. Schon mehrfach habe man mit ihm Kontakt gehabt, Tendenz unerfreulich. Zu einem persönlichen Gespräch, etwa in der Bürgersprechstunde, sei Schmidt nie gekommen. Und daher, sagt Glashauser, habe er auch nicht auf dessen Brief geantwortet. Was Schmidt schreibt, nennt Glashauser „Anschuldigungen“, für die es keine Belege gebe.

 Auch Alexandra Brandner, Mitglied in Asylhelferkreis und Koordinatorin in der Unterkunft am Einsteinring, widerspricht Schmidts Schilderungen. Vornehmlich Frauen arbeiten mit ihr im Helferkreis, sagt sie. Und noch nie habe sie von verbalen oder tätliche Übergriffen gehört. Erst am Montag hatte sie in der Unterkunft das Thema „Respekt gegenüber Frauen“ angesprochen. Der Zuspruch sei groß gewesen.

 Derzeit leben 422 Menschen in dem Bürogebäude, darunter 259 Männer. Für Bürgermeister Glashauser steht fest: Bis Ende Mai soll das Haus als sogenannte Überbrückungsunterkunft offen stehen. Das heißt, wer hier unterkommt, kann bis zu sechs Wochen bleiben. Nicht mehr, wie zu Beginn, nur ein oder zwei Tage. Bis zum Ende dieser Frist will er mit den Gemeinderäten festgelegt haben, welche Alternativen es im Ort gibt. Das können private oder gemeindliche Räume sein, aber auch Unterkünfte, die erst gebaut werden.

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