"Auf einmal haben mich alle angeschrien"

- VON CHRISTIAN AMBERG Unterhaching - Erst ging alles sehr langsam, dann plötzlich sehr schnell. Sieben Jahre wartete Christian Holzer auf einen Einsatz im Profifußball, auf sein erstes Zweitliga-Spiel und aufs erstes Tor sowieso. Dann dauerte es nur sechs Minuten. Der Neuzugang der SpVgg Unterhaching feierte einen traumhaften Einstand mit seinem Siegtor gegen Siegen am Sonntag.<BR>

Noch am Donnerstag hatte Pressesprecher Markus Sieger den 27-Jährigen in die wöchentliche Pressekonferenz bestellt. Holzer gab sich bescheiden: "Das Niveau hier ist höher und alles schneller als bei den Löwen-Amateuren in der Regionalliga", sagte er und zu seiner nahen Zukunft in Haching: "Ich rechne eher mal damit, dass ich nicht spiele. Wenn man sich zu viele Hoffnungen macht, kann man auch größere Enttäuschungen erleben."<P>Drei Tage später war alles ganz anders. Holzer durfte in der 80. Minute aufs Feld, machte in der 86. Minute das 2:1 und gestand hinterher: "So viel Glück ist nicht zu glauben."<P>Holzer übt sich nicht wegen seiner stagnierenden Karriere in der zweiten Mannschaft des TSV 1860 in Zurückhaltung, er gehört zu den angenehm ruhigen und intelligenten Zeitgenossen im Profi-Betrieb.Sein Sport-Studium läuft derzeit nebenbei weiter, "ich möchte im März unbedingt noch mein Vordiplom machen." Ganz offen gestand er seine Nervosität in der Nacht vor dem Spiel gegen Siegen: "Ich habe brutal schlecht geschlafen. Und als ich eingewechselt wurde, war mein erstes Ziel, keinen Fehler zu machen."<P>Doch dann segelte in jener 86. Minute der Ball auf ihn zu: Schuss, Tor, Mann des Tages.<P>Holzers Bericht über die spielentscheidende Situation klingt so ehrlich und ungeschminkt, dass man ihm weitere Erfolgserlebnisse und Gespräche darüber bald wünscht: "Ich hab einfach draufgewuchtet - und auf einmal haben mich alle angeschrien."<P>

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