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Die Freiheitsstatue ist ein Muss: Natürlich auch für die tanzende Touristengruppe, die schnell noch ein Selfie vor dem Wahrzeichen macht, dann führt sie Reiseleiterin Anna Nopper weiter. 

Tutu und Turnschuh: Das passt

„First Step New York“, eine Tanzaufführung, die klassisches Ballett mit Hip Hop zusammenbringt: An dieses Experiment haben sich mehr als 100 Schüler der Ballettschule Ottobrunn gewagt.

von Kathrin KOhnke

OttobrunnKlassisches Ballett oder Hip Hop, Tutu oder Turnschuh: Mehr als 100 Eleven der Ballettschule Ottobrunn zeigten, dass beide Stile harmonieren, und das auf einer Bühne. Sie nahmen das Publikum mit zum Big Apple, von Ottobrunn ging es tanzend nach New York.

„First Step New York“ lautet das Ziel der musikalischen Reise. Die Idee dazu hatte Jessica Ziegler. Die 22-Jährige ist heute dort Tanzlehrerin, wo sie im Alter von neun Jahren als Elevin begann – in Ottobrunn. Ihre Spezialgebiete sind Move & Dance und Hip Hop. Vor zwei Jahren war sie Gaststudentin an der renommierten Tanzschule „Steps on Broadway“. Aus den Staaten brachte sie jede Menge Inspiration mit. Das Ergebnis ist beeindruckend.

Es entstand eine zweistündige Choreografie hauptsächlich für die Hip Hop- und Stepptanzklassen. Das klassische Ballett kam im vergangenen Jahr zum Zuge, da gab es den „Nussknacker“ als Weihnachtsballett. Die Reise beginnt in einem Ballettstudio in New York, der Stadt des Broadway und der Tanzstile. Klassischer Tanz trifft unter dem prüfenden Blick der Lehrerin Elisabeth Krahmer auf Hip Hop. Zunächst können sich beide Klassen nicht riechen, merken im Verlauf des Abends aber dann doch, dass es zusammen funktioniert. Gemeinsam machen die Schüler sich auf, die Tanzwelt der Metropole zu erkunden.

Wie Perlen an der Schnur dann die getanzten Erlebnisse, eine zauberhafte Gesamtchoreografie. Da kommt es am Time Square zu einem Flashmob, gut 40 Tänzerinnen und Tänzer machen mit. Die Schüler beobachten Touristen an der Freiheitsstatue, tanzende Kinder in den Straßen. Abends der Besuch einer Broadway-Show, in der Jessica Ziegler und ihr Partner Andreas Ertl als Traumpaar glänzen. Zu Frank Sinatras „Fly me to the moon“ schweben die beiden elegant über das Parkett. Getanzte Harmonie auch zum Bond-Song „Golden Eye“ mit Tina Turner.

Zum Schluss gibt es, wenn man so will, auch eine Lehre: Die Ballettschüler erkennen, dass die verschiedenen Tanzstile gleichberechtig sind, sich gegenseitig inspirieren. Mit vereinten Tanzschritten geht es ins Finale, einem taktvollen Medley mit allen Beteiligten.

Der Ballettabend verging wie im Fluge – so schön kann Tanzen sein. Freilich nicht nur aus technischer Sicht, hier hatten alle Akteure viel zu bieten. Es war noch etwas anderes: Die Freude am Tanz sprang aufs Publikum über. Es war erfrischend zu sehen, wie viel Spaß es den jungen Leuten machte, gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Trotz Anstrengung fröhlich zu lächeln, sich wie selbstverständlich zu präsentieren. Auch Mimik und Gestik stimmten. Dafür haben alle seit etwa fünf Monaten jedes Wochenende geprobt. Harte Arbeit, die nur mit Leidenschaft gelingt. Der Lohn: langanhaltender, tosender und verdienter Applaus. Aber wie auf einer jeden Reise gibt es auch Ärger, wenn etwa ein Koffer verloren geht.

Ähnliches passierte dem Publikum. Nach dem Tanzabend blieb die Garderobe verschlossen, es bildete sich ein unnötiger Stau. Einige nahmen es mit Humor, andere mit Verdruss. Die Leidtragenden waren letztlich die Garderobieren. Als ein Hallenwart endlich mit dem Schlüssel kam, ging der Stress für sie erst richtig los. Aber so ist das – wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.

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