Ein Wetterhäusl der besonderen Art führen die Gartler im Festzug 2009 mit. Dass der Umzug heuer nicht mehr stattfinden soll, bedauert neben dem Kleingarten- auch der Heimatverein. Foto: Förtsch

Aufregung um Verschiebung der Bürgerwoche und Streichprogramm: Vereine trauern Festzug nach

Garching - Die Bürgerwoche wird heuer wegen der Fußball-WM verlegt, der Festzug gestrichen. Bei den Vereinen der Stadt schwankt die Stimmung zwischen Verwunderung und Ärger.

Traditionell feiern die Garchinger ihr Straßenfest zur Bürgerwoche am zweiten Wochenende im Juli. Doch heuer wurde die Bürgerwoche wegen des Finalwochenendes der Fußball-Weltmeisterschaft um eine Woche nach hinten verlegt. „Wir können die Bürgerwoche nicht so legen, dass von Haus aus keiner kommt“, sagt Bürgermeisterin Hannelore Gabor. Den Vorschlag zur Verlegung hatte Kulturreferent Wolfgang Windisch unterbreitet, Bürgermeisterin Gabor befand die Idee für gut. „Eine Übertragung des WM-Endspiels im Public Viewing kann die Stadt aufgrund der Gema-Gebühren nicht finanzieren“, sagt Hannelore Gabor, denn das war natürlich der erste Gedanke.

Den Vorwurf, dass die Stadträte nicht informiert worden seien, weist die Bürgermeisterin von sich. Gabor erklärt, dass die Verschiebung im zu genehmigenden Kulturprogramm stand: „Da müssen manche Stadträte eben auch einmal die Sitzungsvorlage lesen.“

Bei den Vereinen kommt die Verschiebung nicht gut an. „Der angestammte Zeitpunkt hätte dem Fest gut getan“, sagt Bernd Hofrichter, Vorsitzender des VfR Garching. „Vor zwölf Jahren war das Straßenfest auch zur Weltmeisterschaft.“

„Als Verein haben wir mit der Verschiebung kein Problem“, sagt Heimatverein-Vorsitzender Hans Kastenmüller, wobei seine Mitglieder geteilter Meinung sind. Verärgert sind dagegen die Mitglieder des Kleingartenvereins. Zwei wichtige Termine haben die Helfer des Clubs mit dem Straßenfest, das sie wieder am zweiten Juliwochenende erwartet hatten, und dem Sommerfest, heuer am 2. August. Zwischen diesen beiden vermeintlichen Fixpunkten im Terminkalender haben einige Mitglieder nun ihren Urlaub gelegt. Vorsitzender Josef Ostertag möchte nun die Mitglieder erst befragen und dann über die Teilnahme entscheiden: „Wenn wir nicht genügend Helfer haben, müssen die Bürgermeisterin und die Stadträte eben alleine das Straßenfest feiern.“

Der zweite Aufreger ist der gestrichene Festzug durch Garching. „Jeder Verein sagt, dass er keinen Festzug ohne Festzelt will“, erklärt Bürgermeisterin Gabor, und ein Festzelt gibt es heuer nicht. Die Vorsitzenden von VfR, Kleingartenverein und Heimatverein sagen aber, sie seien alle nicht gefragt und erst kürzlich von der Nachricht überrascht worden. Die Kleingärtner, die für ihre Motivwagen in den vergangenen Jahren einige Preise eingeheimst hatten, hatten mit den Vorbereitungen bereits begonnen. Ostertag kann dennoch mit der Entscheidung leben, „aber die Verschiebung des Straßenfestes empört uns“. Bernd Hofrichter findet auch den Verzicht auf den Festzug schade: „Das nimmt dem Straßenfest schon viel weg.“ Und beim Heimatverein reagierten viele geschockt. Hans Kastenmüller verweist darauf, dass es den Umzug seit 40 Jahren gibt und dieser immer eine tolle Sache gewesen sei, auch wenn man statt in ein Festzelt ins Bürgerhaus einziehe. „Man hätte den Festzug auch im Straßenfest enden lassen können“, sagt er. Diesen einfach zu streichen, findet er nicht gut. nb

Auch interessant

Kommentare