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Trauriges Bild: Garden ohne Prinzenpaar. Dafür aber mit „Kirnarra“-Präsident Toni Hauck.

Fasching in Kirchheim 

Auftakt ohne Prinzenpaar

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Ende gut, alles gut? Irgendwie nicht beim Kirchheimer Faschingsverein „Kirnarra“. Das Erwachsenen-Prinzenpaar hat sich zwar kurz vor knapp noch gefunden. Aber so richtig läuft‘s nicht.

Kirchheim– Es läuft nicht so richtig rund bei der „Kirnarra“ in Kirchheim. Lange hatte der Faschingsverein nach einem Erwachsenen-Prinzenpaar gesucht. Und praktisch auf letzter Rille eines gefunden (wir berichteten). Groß war die Freude beim Verein und seinen Anhängern – bis Prinz und Prinzessin nicht bei der Proklamation erschienen. Keine Zeit, hieß es.

Noch vor vier Wochen war Vereinsvorstand Toni Hauck davon ausgegangen, dass der traditionsreiche Faschingsverein „Kirchheimer Narrenrat“ („Kirnarra“) in der kurzen Faschingssession 2018, die am 13. Februar endet, kein Prinzenpaar haben wird. „Nach endlosen Telefonaten fand ich sie dann doch: Prinz Sebastian II. und Prinzessin Irene I.“, erzählte er später. Die hätten zwar bislang mit Fasching nichts am Hut gehabt, doch seien sie begeisterte Tänzer. Davon allerdings konnte sich das Publikum bei der Proklamation nicht überzeugen. Sebastian Fischer (33) und Irene Pricha (31) fehlten. Entschuldigt und aus Zeitgründen, wie der Verein mitteilte. Und hatte daher, quasi als Ersatz, ein Video mit Aufnahmen der beiden zeigen wollen. Das allerdings blieb lange Zeit ohne Ton. Es kann also nur noch besser werden.

Über 200 Eltern und Tänzer kamen in den „Merowinger Hof“. „Es ist sehr schön, dass die ,Kirnarra’ für ihre Proklamation wieder zurückgefunden hat zu ihren Wurzeln nach Kirchheim, die letzten Jahre war sie ja in Aschheim“, sagte die Zweite Bürgermeisterin Marianne Hausladen (CSU) als Vertreterin der Gemeinde, ehe sie – mangels erwachsenem Prinzenpaar – den verdutzten Kinderprinzen Jenny I. und Felix I. den symbolischen Schlüssel der Gemeinde für das Rathaus in die Hand drückte.

„Bei den Kindern und Jugendlichen haben wir keine Probleme, da gibt es sogar lange Wartelisten, wer bei unseren drei Nachwuchs-Garden ,Little Dancers’, ,Blue Diamonds’ und ,Teen Angels’ mitmachen darf“, sagte Toni Hauck. Auch bei den großen Tänzern, den „Crazy Devils“, sowie der Klamauk-Truppe „Sister Act“ habe man immer genügend Interessenten.

Nur beim Erwachsenen-Prinzenpaar, da kämpfe man, ebenso wie fast alle anderen Faschingsvereine der Region, seit Jahren. Hauck selbst ist seit zehn Jahren aktives Mitglied bei der „Kirnarra“, war im vergangenen Jahr noch Jugendleiter und hat nun den langjährigen Vorsitzenden Dieter Hochmuth beerbt. „Das ist ein verdammt stressiges Hobby“, sagte Hauck. Monatelang kämpfte er um das Erwachsenen-Prinzenpaar und bemühte sich um Auftritte. Nun gilt es, die befreundeten Vereine zu besuchen, denn auch in Kirchheim waren die Faschingsvereine aus den Kommunen Oberschleißheim und Unterschleißheim (siehe Seite 31), aus Laim und Karlsfeld mit Abordnungen zu Gast. Ab dem 5. Januar, dem offiziellen Inthronisationsball in Haar, geht es dann jedes Wochenende von Veranstaltung zu Veranstaltung. „In der vergangenen Kampagne hatten die Kinder und Jugendlichen 30 Auftritte, die Erwachsenen über 20“, sagte Hauck. Neben einer guten körperlichen Konstitution ist da auch ein bisschen Kleingeld notwendig, denn das allermeiste an Garderoben, Orden und Gastgeschenken müssen die Tänzer und Repräsentanten des Vereins – und eben auch das Prinzenpaar – selbst bezahlen. Ein Grund, findet Hauck, warum dieses Amt immer weniger Menschen machen wollen.

Er ist stolz, dass sein Verein 300 Mitglieder und 120 aktive Faschingstänzer, -techniker und -helfer zählt: „Ohne diese vielen helfenden und fördernden Hände wäre das alles gar nicht möglich.“

Bei der Proklamation präsentierten sich dann auch die Garden. Dabei lief nicht alles rund und synchron, was aber wohl mit an der drangvollen Enge im „Merowinger Hof“ lag. Doch, dass das Prinzenpaar Sebastian II. und Irene I. nicht anwesend war und auch die Video-Präsentation lange ohne Ton lief, das enttäuschte viele und sollte ein Ausrutscher bleiben. Umso netter stellte sich dafür das Kinderprinzenpaar Jenny I. (Jenny Pötter, 12) und Felix I. (Felix Kürten, 11) vor.

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