Die glorreichen Zeiten des Ozonschwimmbades in Riemerling sind längst vorbei. Den bevorstehenden Abriss bedauern viele.
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Die glorreichen Zeiten des Ozonschwimmbades in Riemerling sind längst vorbei. Den bevorstehenden Abriss bedauern viele.

Abriss steht bevor

Aus fürs Riemerlinger Ozonbad

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Das Schicksal des Ozonschwimmbades in Riemerling ist besiegelt. Hohenbrunns Gemeinderatsmitglieder haben das Aus für das ins Alter gekommene Hallenbad beschlossen. Es wird abgerissen.

Riemerling – Der Wasserhahn bleibt endgültig zu. Die Abrissbirne kann kommen. Schweren Herzens haben die Hohenbrunner Gemeinderatsmitglieder das Aus für das ins Alter gekommene Ozon-Schwimmbad beschlossen.

Es ist ein schwerer Schlag für die Riemerlinge Haie. Bis zuletzt hat die Schwimmabteilung des TSV Hohenbrunn-Riemerling versucht, noch eine Öffnung zu erwirken, zumindest für das Kaderschwimmen. Schon seit Monaten ist das Hallenbad geschlossen, weil kein Schul- und Öffentlichkeitsschwimmen möglich ist. Vorerst waren die Becken noch voll, aber mittlerweile musste das Wasser abgelassen werden. Nochmals den Badebetrieb hochzufahren, wäre mit nicht unerheblichen Kosten verbunden. Laut Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) gibt es zudem eine große Unbekannte: „Die Technik in unserem Schwimmbad ist fast 50 Jahre alt. Ich weiß nicht, ob das Bad überhaupt nochmals in Betrieb gebracht wird.“

Neues Schwimmbad kann im nächsten Jahr eröffnen

Kaufmännisch gesehen rät die Verwaltung dazu, diesen Versuch bleiben zu lassen. Projektsteuerer Jens-Wilhelm Brand hatte im Vorfeld der Gemeinderatssitzung die Frage aufgeworfen, ob es nicht sinnvoll wäre, das bisherige Schwimmbad vorzeitig abzureißen. Damit ließe sich ein deutlich früherer Zeitpunkt zur Fertigstellung des Sportcampus einschließlich der Freiflächen erzielen. Letztere könnten dann vielleicht schon in einem Jahr voll genützt werden, also sechs Monate früher als geplant. Die neue Zwei-Turnhalle kann vermutlich schon im November genutzt werden, das neue Schwimmbad möglicherweise zu den Faschingsferien 2022.

Keine leichte Entscheidung

Selten waren sich die Gemeinderäte so einig, wie an diesem Donnerstagabend, diesen Schritt zu gehen. Aber: Es war allen Wortbeiträgen anzumerken, dass es für niemanden eine leichte Entscheidung war: „Wir wollten alle das Schwimmbad erhalten, so lange es geht. Offensichtlich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, nicht mehr das Wasser einzulassen“, so Karlheinz Vogelsang (ÜWG-FW). Dritte Bürgermeisterin Regina Wenzel (SPD) erklärte, es sei schwer nach außen zu vermitteln, dass die Gemeinde nochmal mit hohem finanziellen Aufwand das Schwimmbad für ein paar Monate im Betrieb halten will. Die Gefahr sei viel zu groß, dass beim Wiedereröffnen weitere technische Mängel auftauchen. Und dann müsse wieder geschlossen werden: „Damit ist den Schwimmern auch nicht geholfen.“ Dabei wollten die Gemeinderäte sich um die Schwimmer kümmern. „Unsere Schwimmabteilung hat rund 1000 Mitglieder und schreiben Hohenbrunner Erfolgsgeschichte“, so Vizebürgermeisterin Anke Lunemann (Grüne). Neben dem Breitensportangebot sei auch der Leistungssport ein Aushängeschild. „Hohenbrunn ist ein Ort des Spitzensports. Die Riemerlinger Haie schwimmen ganz oben mit.“

Nicht nur Lunemann forderte, den Schwimmern die bestmögliche Unterstützung durch die Gemeinde zukommen zu lassen. Das stritt auch Bürgermeister Straßmair nicht ab: „Wir sind alle stolz auf diesen Verein.“ Eigentlich war seine Devise, dass die Nutzung des bisherigen Hallenbads so lange funktionieren solle, dass man mit Badeschlappen vom Alt- in den Neubau wechseln könne: „Wir haben’s uns anders vorgestellt. Aber nun haben wir eine andere Entscheidungslage.“

Im Gespräch mit den Vereinsverantwortlichen soll jetzt abgeklärt werden, wo und wie die Kommune ihren Beitrag für die Schwimmer dazu leisten könne.

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