Humor hilft, findet die Künstlerin Laura Schwörer. Was sich hinter dem Titel des Werks „Schingelmopsfieber“ verbirgt, erklärt sie (v.l.) Gerhard Kratzer von „Kratzer Automation“ und dem Leiter des Heilpädagogischen Zentrums, Klaus Mecherlein. Foto: gefö

Ausstellung: Fröhliche Buntheit und eine gute Prise Humor

Unterschleißheim - „Hightech und Kunst" treffen bei der Firma „Kratzer Automation" in Unterschleißheim zusammen: Den ganzen Sommer über werden dort die Bilder der Künstlerin Laura Schwörer zu sehen sein und für das Bild „Schlingelmopsfieber" erhielt sie nun den ersten Preis des von der „Kratzer Automation" ausgelobten europaweiten Kunstpreises.

Was sie mit den 5000 Euro Preisgeld anfangen wird, weiß die 26-jährige Künstlerin aus Kiel bereits: Ein Teil davon wird für den Kauf eines Laptops verwendet, denn sie schreibt zu ihren Bildern auch Gedichte und Geschichten und die müssen getippt und auch irgendwo abgespeichert werden. Die Bilder von Laura Schwörer beeindrucken mit ihrer fröhlichen Buntheit, den filigranen mannigfatig aufgemalten Punkten und Linien sowie mit den Begegnungen von Menschen - und zwischendrin sind beim „Schlingelmopsfieber“ eben auch diese Schlingelmöpse zu sehen: Gesichter, denen sozusagen der Schalk aus der Mimik spricht, denn als Schlingelmops werden im hohen Norden die Menschen bezeichnet, die gerne Quatsch machen.

„Ich will auch zeigen, wie wichtig Humor ist, dass man nicht immer ernst, sondern auch locker sein soll und dass man Spaß miteinander haben kann“, sagt die Malerin. Sie leidet am Asperger-Syndrom. Vor zehn Jahren hat sie die Malerei entdeckt und das „hilft mir zu entspannen, zur Ruhe zu kommen und dabei kann ich ich selbst sein“, sagta sie. Täglich etwa sechs Stunden malt sie, in ihr Siegerbild hat sie ein halbes Jahr Arbeit gesteckt. Sie hat bereits in ihrer Heimat Kiel augestellt und als sie über das Heilpädagogische Zentrum (HPCA) Oberschleißheim von dem Wettbewerb erfahren hat, schickte sie Fotos von ihren Acryl-Gemälden ein. Das HPCA Oberschleißheim, das eine Kunstgruppe beherbergt, und die „Kratzer Automation“ ziehen dabei an einem Strang und bei der Vernissage nannte HPCA-Leiter Klaus Mecherlein den vor vier Jahren ins Leben gerufenen internationalen Preis „ein aufregendes, spannendes Projekt“.

Jährlich suchen vier bis fünf Juroren nach dem Sieger des Wettbewerbs und diesmal hatten die Juroren die Qual der Wahl zwischen den Werken von zehn Künstlern, die sich jeweils mit drei bis vier Kunstwerken bewarben. „Wir sind keine Künstler und haben deshalb keine hehren Auswahlkritierien. Wir wählen aus, was uns gefällt“, sagte Gerhard Kratzer. Das Gemälde von Laura Schwörer gefällt ihm so gut, dass für Gerhard Kratzer längst feststeht: „Das Bild bleibt hier bei uns.“ Ihn beeindrucken unter anderem die menschlichen Begegnungen in Schwörers Bildern, denn eine große Aufgabe im Wirtschaftsleben ist es, die Menschen zusammenzubringen.“ Dies sei gerade in der digitalen und immer schneller werdenden Zeit eine Herausforderung. Aber die Kunst von Laura Schwörer soll natürlich auch öffentlich beglücken: Deshalb gibt es die Ausstellung bei der „Kratzer Automation“ in der Gutenbergstraße 5 in Unterschleißheim, das Siegerbild wurde auf Firmen-Sammeltassen aufgedruckt, ist im Firmenkalender 2015 zu sehen und wurde 2014 als Weihnachtskarte an Geschäftspartner und Kunden verschickt.

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