Austausch-Schülerinnen erleben Neujahr in Rio und in Helsinki

- Aschheim/Ismaning - Wo sie Silvester feiern wird? Dumme Frage. "Natürlich an der Copacabana! Wo sonst, wenn man schon in Rio ist!" Katharina Maluche (17) aus Ismaning lebt seit vier Monaten in Rio De Janeiro, Brasilien. Über den Rotary Club macht sie ein Austauschjahr. Im Gegenzug kam die Argentinierin Marita Sanchez-Agostini (18) nach München. Mit der gleichaltrigen Kolumbianerin Angela Gutiérrez-Obando, die auch in ihrer Ismaninger Gastfamilie wohnt, will sie Silvester am liebsten die Partystimmung um Mitternacht am Olympiaberg erleben. Aber es gibt noch viele andere Einladungen. Dorothée Becker aus Aschheim, die mit Rotary ein Auslandsjahr in Finnland verlebt, besucht zum Jahreswechsel mit Freunden Helsinki.<BR>

<P>Der kurze, bisher einzige Moment mit Heimweh-Tränen ist für Marita vorbei. Das war, als die Gastfamilie um den Weihnachtsbaum saß. Jetzt würden sie daheim alle am Pool feiern, dachte die Argentinierin. Trotz der Sehnsucht nach Hause "fühlte ich mich aber glücklich". Die Adventszeit in Deutschland fand sie schon so schön: "Besonders den Adventskalender mit all den kleinen Überraschungen. Das kannte ich nicht von Zuhause." Wie Marita haben heuer viele Gastschüler aus und im Landkreis Weihnachten und Silvester mal ganz anders verlebt, weit weg von all dem Vertrauten. Meist reicht ein Anruf in die Heimat, um aufkeimende Sehnsucht zu stillen.<P>Katharina in Brasilien hat den Weihnachtsabend auch gut überstanden. Klar, "ein bissl vermisst" habe sie schon die daheim. Aber die Sonne schien bis 20 Uhr: "Da war die Stimmung so anders. Ich hatte nie das Gefühl, es vor Sehnsucht nicht mehr auszuhalten. Alles war superlustig. Nur der Wein war mir doch etwas zu warm". Besonders gefallen hat der 17-jährigen Ismaningerin die Art des Schenkens, das um Mitternacht startete: Alle saßen um den mit eingepackten Geschenken gefüllten Tisch. Ein Teil wurde hochgehoben und das Ratespiel begann: Für wen es wohl ist. "Wenn man dann endlich mal sein eigenes Geschenk errät, freut man sich so riesig, dass es gar nicht mehr interessiert, was es eigentlich ist." Froh ist sie, sich nun schon gut auf Portugiesisch verständigen zu können.<P>Ganz so gut klappt es bei der Aschheimerin Dorothée Becker in Finnland nicht. "Schwer! Sehr schwer!!", meint sie nur auf die Frage, wie es denn mit der Sprache geht. Nach fast vier Monaten könne sie aber schon einige Sätze in der fremden Spache sprechen, habe sogar angefangen, "Finnisch zu mögen". Sprachkurse gebe es genügend, da der Wohnort an der russischen Grenze liegt und viele Ausländer Kurse nachfragen. Statt des Christkinds kommt in Finnland am Heiligen Abend der Weihnachtsmann. Und das leibhaftig: Das erste Geschenk erhält jeder auf dem Schoß des so wichtigen Mannes. So viel anders sei das Weihnachtsfest ja sonst nicht: Die Familie sitzt beieinander, besucht vor Mitternacht die Christmette; und die Natur präsentierte sich in Weiß.<P>Schon am 7. Januar heim nach Kolumbien <P>Ob warmes oder kaltes Wetter, Doro, Katharina, auch Marita und Angie verbindet eines: Das Gefühl, dass die Zeit im Ausland viel, viel zu schnell vergeht. Die 18-jährige Kolumbianerin Angie, die über die Austauschorganisation AFS verreist war, muss am 7. Januar nach elf Monaten wieder von Ismaning nach Bogota zurück. Glühwein, Schnee und Lebkuchen bleibt ihr als so ganz neue Weihnachtserfahrung in Erinnerung. Am Heiligen Abend habe sie ihre Familie kaum vermissen können: "Die Familie meiner Gasteltern gab mir das Gefühl, als wenn ich wirklich dazugehörte." Gefehlt habe ihr aber der traditionelle Zimtpudding und die "Brunellos" ihrer Heimat. "Lustig" fand sie, dass echte Bäume an Weihnachten geschmückt werden. In Kolumbien gebe es nur Plastiktannen. Dann wähle jede Familie eine Farbe, in deren Ton der Baum geschmückt werde.<P>Während Katharina im Top den Jahreswechsel in Rio feiert, muss Doro sich in Helsinki dick einpacken. Auch Angie und Marita überlegen, ob die zwei Pullis mit Mütze, Schal und Handschuhe heute Nacht wohl ausreichen. An die Kälte in Deutschland können sich die Südamerikanerinnen immer noch nicht gewöhnen.agm<P><P>

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