Ausweitung von Buslinien für 2003 gescheitert

- Bürokratische Hürde nicht genommen

Landkreis - Es wird im kommenden Jahr keinen Zehn-Minutentakt für die Buslinie 263 von Heimstetten über Aschheim zum U-Bahnhof Riem geben. Aus bürokratischen Gründen wurde die Entscheidung in der jüngsten Kreisausschusssitzung auf Antrag von CSU-Fraktionssprecher Ernst Weidenbusch auf kommendes Jahr vertagt. Weidenbusch wollte mit seinem Antrag offenbar nur die Gemeinde Neubiberg mit SPD-Bürgermeisterin Johanna Rumschöttel (SPD) treffen, die erst diese Woche ihren Antrag auf Ausweitung der Betriebszeiten für die Linie 217 eingebracht hatte.

Mit der Forderung, nur Busfahrplanveränderungen zuzulassen, die pünktlich bis zum Stichtag im Februar vorgelegt und ordnungsgemäß im Juli im Kreisausschuss abgehandelt wurden, ist damit auch der Neubiberger 10-Minuten-Takt für heuer abgelehnt. Und das mit den Stimmen von Barbara Kraft-Heinik (CSU), deren Ehemann im Kirchheimer Gemeinderat für die Taktverkürzung kämpfte, wie auch der Stimme von Ingrid Lenz-Aktas (SPD) aus Aschheim, deren SPD-Ortsverein sich ebenfalls lautstark für die Taktverkürzung stark gemacht hatte. Selbst CSU-Bürgermeister Helmut Englmann stimmte im Kreisausschuss quasi gegen den von ihm erkämpften Zehn-Minutentakt. Peinlich: Die CSU ging davon aus, nur Neubiberg zu treffen und mit dem Beschluss quasi als Strafaktion zur Pünktlichkeit erziehen zu können.

Grund für den verspäteten Antrag aus Neubiberg, der rein rechtlich eigentlich schon am 22. Februar hätte eintreffen müssen, waren Kostenverhandlungen mit der Firma Force Computers. Die Firma, die erst kürzlich ihr neues Betriebsgebäude in Unterbiberg bezogen hat (wir berichteten), hatte an die Gemeinde den Wunsch herangetragen, die Betriebszeiten der Buslinie 217 morgens und abends auszudehnen.

Wutschnaubend reagierte Alfred Fischer (Grüne) aus Ismaning. Fassungslos blickte er auf die zwei SPD-Frauen Lenz-Aktas und Edith Klein-Nöldner, die auch mit ihren Stimmen die verkehrspolitisch so interessanten Vorhaben für 2003 verhindert hatten. "Das ist der Hammer", meinte er.

Grüne hoffen auf Kreistagssitzung

Für Fischer steht fest, dass er am kommenden Montag bei der Wiesnsitzung des Kreistages nochmals entscheiden lassen will. Eigentlich beschließt der Kreisausschuss abschließend. Wenn das Plenum aber die Entscheidung zurückhaben will, kann auch der Kreistag votieren. Da hoffen dann Grünen-Fraktionssprecher Christoph Nadler und FWG-Fraktionssprecher Michael Sedlmair, dass der Kreis noch "Gnade vor Recht" ergehen lasse. Beide hatten sich auch im Kreisausschuss schon für ein weniger bürokratisches, Votum ausgesprochen.

agm

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