Auweg trennt Ost und West

Garching - Garching denkt über eine Änderung des Schulsprengels nach

Garching - Die Stadt Garching will das Einzugsgebiet ihrer beiden Grundschulen verändern. Wie Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) im Hauptausschuss des Stadtrats angekündigt hat, soll zum Schuljahr 2016/17 der sogenannte Schulsprengel modifiziert werden. Er entscheidet anhand des Wohnorts darüber, ob ein Kind in Garching die Grundschule Ost oder die Grundschule West besucht.

Hintergrund der geplanten Änderung ist die Tatsache, dass die Universitätsstadt wächst und wächst - vor allem im Norden sowie etwas abgeschwächt im Südosten. Das betrifft vor allem die Grundschule Ost, die aktuell rund 300 Kinder besuchen. So wird die Schülerzahl dort laut Prognosen von 326 (2015/16) auf 354 (2016/17) und 375 (2017/18) steigen - während die Zahlen an der West-Schule in etwa konstant bleiben. Dort gibt es aktuell rund 200 Schüler in neun Klassen - wobei angesichts von elf Klassenräumen noch Spielraum wäre.

Anders an der Grundschule Ost: Dort stehen laut Rektorin Birgit Streidl zwölf Räume zur Verfügung - bei 13 Klassen. „Im Moment nutzen wir einen Fachraum als weiteres Klassenzimmer“, sagt sie. Was mit der Grundschule Ost mittelfristig passieren wird, ist ohnehin noch unklar:

Grundstückstausch

Sobald die Ergebnisse einer Gebäudezustandsanalyse vorliegen, soll der Stadtrat darüber entscheiden, ob die Schule entweder saniert oder neu gebaut wird. Wie Gruchmann dem Hauptausschuss nun mitteilte, habe die Stadt nahe der Schule schon mal Grundstücke mit einem Eigentümer getauscht, „damit wir Planungssicherheit haben, falls wir in Container ausweichen müssen“.

Unabhängig davon will die Stadt nun beim Schulamt eine Sprengel-Änderung beantragen. „Weil wir an der Grundschule West die Raum- und Lehrerkapazitäten haben, während die Grundschule Ost schon in Probleme gerät, wenn dort nur ein zusätzlicher Schüler ankommt“, sagte Gruchmann. Daher soll künftig nicht mehr die B11 als Trennlinie fungieren, die darüber entscheidet, welche Grundschule ein Kind besucht. „Stattdessen wird voraussichtlich der Auweg die Sprengelgrenze sein“, sagte der Bürgermeister.

Die Änderung werde jedoch erst zum Schuljahr 2016/17 in Kraft treten, sagte Gruchmann und verwies auf das zeitraubende Antragsverfahren. Bis dahin wolle man versuchen, mittels Gastschulanträgen die Schülerströme zu lenken - „auch, wenn wir wissen, dass wir damit bei den Eltern keine offenen Türen einrennen“.

Die geplante Sprengel-Änderung begrüßen prinzipiell beide Grundschulen. So sagt Susanne Norkauer, Rektorin der Grundschule West: „Ich wäre zufrieden, wenn es so kommen würde.“ Schließlich würde eine durchgängige Dreizügigkeit ihrer Schule mehr Spielraum geben - vor allem mit Blick auf die Ganztagesklassen. Dass einige Kinder nach einer Sprengel-Änderung die viel befahrene Münchner Straße auf ihrem Schulweg überqueren müssten, sieht Susanne Norkauer nicht als großes Hindernis. Schließlich gebe es dort eine Fußgängerampel, betont die Rektorin. „Da müssten wir noch Schülerlotsen hinstellen.“ patrik stäbler

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