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Seit 100 Tagen im Amt : Michael Germayer und Annette Walz mit Präsidiumsvorsitzendem Max Wagmann (v.l.).

Michael Germayer und Annette Walz

Die Awo läutet mit ihrer Doppelspitze eine neue Ära ein

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Annette Walz (45) und Michael Germayer (53) sind die neue Doppelspitze im Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) mit seinen 950 Mitgliedern. Gerade befinden sie sich auf ihrer Vorstellungstour durch die 29 Rathäuser des Landkreises.

Landkreis – Der Einstellung der beiden Hauptamtlichen ist ein Wechsel der Vereinsstruktur vorausgegangen mit dem Ziel, den Kreisverband professioneller aufzustellen. „Der Awo-Kreisverband ist in den vergangenen Jahren sehr schnell gewachsen“, erklärt beim Pressegespräch Max Wagmann, Vorsitzender des neu gewählten Präsidiums, das mit insgesamt fünf Mitgliedern die geschäftsführende Doppelspitze kontrolliert.

Der Kreisverband ist zu einem großen Unternehmen angewachsen: Rund 500 Mitarbeiter sind in über 70 Einrichtungen tätig, in Kindergärten und Krippen, in der Schulbegleitung, Jugendsozialarbeit oder in der Asylsozialbetreuung. Mit seinen Tochterunternehmen erzielt der Kreisverband einen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro.

Versorgungslücke in der mobilen Obdachlosenbetreuung  schließen

Ein ehrenamtlicher und persönlich haftender Vorstand könne ein solches Unternehmen nicht mehr leiten, sagt Wagmann, der selbst viele Jahre ehrenamtlicher Vorsitzender war. Die Awo München-Land spiele jetzt „in einer neuen Liga“, darauf ist Wagmann stolz: „Wir sind froh, dass wir so gute Leute gefunden haben.“

Ein besonderes Gewicht hat für die Awo das Thema Wohnen und Wohnungslosigkeit im boomenden Landkreis mit starkem Zuzug und horrenden Mieten. Seit zehn Jahren bietet die Awo die Wohnungsnotfallhilfe an, 13 000 Fälle von drohender Obdachlosigkeit wurden hier 2016 bearbeitet. Dabei geht es um Prävention und den Erhalt der Wohnung.

Eine Versorgungslücke im Landkreis aber sehen Germayer und Walz bei denen, die obdachlos geworden sind: Die Awo will mit einer mobilen Betreuung für Obdachlose ein neues Angebot etablieren, ein Konzept hat die Awo Landrat Christoph Göbel (CSU) bereits vorgestellt: Ein Betreuer soll zu den Wohnungslosen in die Unterkünfte und Pensionen kommen und sie in ihrer Situation beraten. Denn die meisten Landkreiskommunen können Wohnungslosen bisher keine Hilfsstrukturen bieten. Nur in Unterschleißheim, Planegg, Gräfelfing und Höhenkirchen-Siegertsbrunn gibt es Notquartiere, ansonsten helfen die Gemeinden bisher mit einem Fahrschein nach München und einem Bett in einer Pension. „In der mobilen Obdachlosenbetreuung sehen wir einen großen Bedarf, der auch von den Gemeinden anerkannt wird“, sagt Germayer, einige Bürgermeister seien auf die Awo zugekommen.

Wachsender Bedarf bei der Schulbegleitung

Weiterwachsen will die Awo auch im Bereich der Inklusionshilfe. „Hier sind wir im Landkreis Vorreiter“, sagt Walz und ein wichtiger Partner für Kinder, Eltern und Schulen. Bisher unterstützen 80 Schulbegleiter Schüler, die besondere Betreuung brauchen, etwa aufgrund von Autismus oder ADHS, damit sie am Unterricht in einer Regelschule teilnehmen können. Es gebe immer öfter Anfragen: „Hier ist die Tendenz steigend“, sagt Annette Walz, „wir bekommen viele positive Rückmeldungen.“ Der deutschlandweit erste Waldhort, den die Awo in Ottobrunn betreibt, soll zudem zu einem Inklusionsprojekt ausgeweitet werden, auch hier weiß Walz von einem Bedarf.

Ihr erstes Projekt in Trägergemeinschaft mit der Stadt München betreibt die Awo München-Land im Beherbergungsbetrieb in Pasing-Obermenzing: Im Dreilingsweg bieten zwei Neubauten 199 Plätze für wohnungslose Familien aus München, die ihre Wohnung verloren haben, aber auch Flüchtlingsfamilien mit Bleibeperspektive.

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