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Missstände in Großhelfendorf

Bahnhofspatin will nicht mehr

Ihre fünfjährige Bahnhofspatenschaft hat Nortrud Semmler (72) hingeworfen. Und sie ist auf die Deutsche Bahn gerade auch schlecht zu sprechen.

Nortrud Semmler hat in diesem Jahr mehrmals versucht, Missstände am Großhelfendorfer Bahnhof kundzutun – in der Hoffnung, es würde etwas getan. Unter anderem ging es um kaputte Schaukastenscheiben, Dreck im Unterstand und schlecht lesbare Informationen. Aber sie erhielt Monate lang weder eine Rückmeldung noch stellte sie Verbesserungen am Bahnhof fest. Erst durch die Berichterstattung im Münchner Merkur kam endlich Bewegung ins Spiel.

 Einige Veränderungen hat die Bahn realisiert, konnte aber Semmler nicht bewegen, an ihrer Patenschaft festzuhalten. Wie ein Bahnsprecher sagte, hätten hier verschiedene Umstände eine Rolle gespielt. So sei aktuell der Stationsbetreuer für den Bahnhof Großhelfendorf schon seit längerer Zeit krank und könne keine Auskünfte geben. Mittlerweile hat sich nun auch der Leiter des Bahnhofsmanagements der Sache angenommen. Der zeigte sich auch ein wenig irritiert, dass der auf dem Bahnhof beschäftigte Reinigungsdienst nicht alle Schäden gemeldet habe. Dieser diene eigentlich als „Frühwarnsystem“. „Großhelfendorf ist schlecht bedient worden“, gibt der Bahnsprecher zu. Das normale Prozedere sieht vor, dass die Hinweise der Bahnhofspaten an die zuständigen Stationsbetreuer weitergeleitet werden. „Diese veranlassen die notwendigen Schritte zur Behebung eines Missstands. Wegen der Vielzahl von Eingaben von Bahnhofspaten, aber auch von anderen Bahnkunden, gibt es in der Regel keine schriftliche Rückmeldung, wann und wie eine Beseitigung des Missstands erfolgt. Können aber innerhalb eines angemessenen Zeitraums keine Schritte zur Beseitigung der Probleme unternommen werden, erhält der Hinweisgeber telefonisch, in seltenen Fällen auch schriftlich, eine Rückmeldung“, erklärt der Bahnsprecher auf Anfrage.

 Im Falle Großhelfendorfs sei durchaus schon etwas getan worden: „Dokumentiert wurde, dass die beschädigten Scheiben des Infokastens mit einer Schutzfolie gesichert wurden. Möglicherweise ist bei der Weitergabe einer erneuten Schadensmeldung intern ein Fehler unterlaufen. Von unserem Dienstleister ist ein Vermerk notiert, dass die Sicherung der eingeschlagenen Scheibe bereits einige Tage vorher erledigt worden sei. Dabei wurde möglicherweise übersehen, dass es sich um eine neue Beschädigung handelte.“ Nortrud Semmler gesteht zu, dass die Deutsche Bahn normalerweise prompt auf Hinweise reagiert habe. Zum Beispiel dann, wenn der Bahnsteig verdreckt war. „Aber es gab auch Situationen, da habe ich mehrmals geschrieben.“ Und auch die letzten Meldungen seien nicht vollkommen abgearbeitet worden sind. Die Bahnhofsuhr gehe beispielsweise immer noch falsch. Stiller Trost: „Mir wurde zugesagt, dass dies umgehend behoben werden soll.“

 Das Problem: Die Bahn hat unterschiedliche Firmen, die dafür zuständig sind. Nortrud Semmler hat das Unternehmen darauf aufmerksam gemacht, dass die Zustände am Großhelfendorfer Bahnhof zu weiterem Vandalismus geradezu einladen. Sie wird nun fehlen: Paten seien wichtige ehrenamtliche Helfer, betont die DB gegenüber unserer Zeitung. Großhelfendorfs Posten ist derzeit vakant. (wjr)

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