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Der Fachmann: Professor Hermann Rumschöttel (r.) im Gespräch mit Bürgermeister Hans Eichler.

Vortrag zur Gründungsgeschichte

1225 Jahrfeier: "Januskopf Aying"

Aying – Dörfliche Bergidylle trifft gute Stadtanbindung: In Aying lässt es sich leben. Schon seit dem 6. Jahrhundert. 

Es ist noch lange nicht alles über Aying gesagt worden. Das stellte Hermann Rumschöttel bei der Vortragsreihe zu den vier Jubiläen fest. 1225 Jahre ist es her, dass der Ort urkundlich erstmals erwähnt wurde. Das Original ist nicht mehr vorhanden, sondern nur eine Abschrift. 

In den Traditionen des Hochstifts Freising wird berichtet, dass der Kleriker Rihperht seinen Besitz zu Aying übergeben hat. Beurkundet wurde dieser Vorgang am 6. März 791 in Tegernbach. Das sei aber nicht die Geburtsstunde Ayings, betonte der habilitierte Historiker. Vielmehr spreche bereits der Ortsname dafür, dass Aying schon viel früher existiert hat. Römisch-romanische Bezüge sprechen für den Ortsnamen, abzulesen an der Person „Agius“ und der Endung „ing“. Die Suffix „ing“ spreche für die bajuwarische Landnahme und Stammesbildung in der damaligen Zeit. 

Aying müsse damals, Ende des 8. Jahrhunderts, schon für Kontinuität prädestiniert gewesen sein. Rumschöttel schätzt, dass eine Ansiedlung bereits im 6. Jahrhundert stattgefunden hat. Natürlich müsse man sich diese anders vorstellen als ein Dorf heute. Es sei eher von einer besiedelten Insel auszugehen. 

Das harte und gefährliche Leben veranlasste Menschen, einen Verbund einzugehen, um sich gegenseitig zu schützen. Rumschöttels Schlussfolgerung: „Der Raum um Aying stand nie im Abseits“, hob der 75-Jährige hervor. Das würden die bronzezeitlichen Funde zeigen, die in die Zeit 1700 und 1800 vor Christi Geburt datieren. Dafür spreche auch die Römerstraße. Helfendorf sei deswegen sehr früh ein Knotenpunkt gewesen. 

Neuzeitlich sei in diesem Zusammenhang die Bahnlinie von München-Giesing einzubinden. Verkehr und Vernetzung sind zwei Punkte, die für Aying und seine Umgebung signifikant seien. Rumschöttel gebrauchte den Begriff „Januskopf Aying“. Es gehe dabei um den „Blickwechsel nach Norden im Land vor den Bergen“. Einerseits sei Aying ländlich geprägt, hügelig und habe im Hintergrund ein traumhaftes Panorama auf die Bergketten. Andererseits sei Aying über Straße und Schiene an die Landeshauptstadt gut angebunden. Aying habe einen unverwechselbaren Charakter, den die Ausstellung zum Jubiläum zeigt.

mm

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