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Die 1000 Quadratmeter große Eingriffsfläche in den Acker ist rot markiert. Dort könnten 61 zusätzliche Pkw-Stellplätze entstehen.  

Am Bahnhof Aying

61 neue Parkplätze sollen Anwohnerstraßen entlasten

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Aying - Anwohner im Umkreis des Ayinger Bahnhofs sind genervt, weil Pendler die Straßen zuparken. Jetzt will die Gemeinde Abhilfe schaffen.

Mehr Platz für parkende Fahrzeuge am Ayinger Bahnhof soll geschaffen werden. Mit vier Gegenstimmen wurde dieses Vorhaben vom Gemeinderat befürwortet.

Erst sollen die Planungen angeschoben und die Zuschussmöglichkeiten geprüft werden. In einem zweiten Schritt ist geplant, die Realisierung abzustimmen.

Für die Grünen im Gemeinderat ist das ein völlig falsches Signal. Sie plädierten dafür, das bestehende Mobilitätskonzept völlig neu zu überdenken. Für andere im Gemeinderat stellt sich hingegen die Frage, warum Aying so viel Geld in die Hand nehmen soll.

Rathausmitarbeiter Michael Schiller zeigte dem Gemeinderat auf, dass zwischen dem Bahngleis und der Staatsstraße 2078 noch Platz für weitere Stellplätze wäre. Die P+R-Anlage könnte nach Norden hin verlängert werden. Das würde einen Eingriff in eine Fläche von 1000 Quadratmetern bedeuten. 61 Fahrzeuge hätten hier Platz. Einschließlich der Planung und schon dem bereits erfolgten Grunderwerb stehen rund 390 000 Euro an Kosten im Raum. Ein Stellplatz könnte mit maximal 2050 Euro gefördert werden. Das macht dann in der Summe 125 050 Euro.

Überdies könnte die Umlandförderung der Landeshauptstadt München erhoben werden. Hierfür wird aber ein „München-Anteil“ von 60 Prozent vorausgesetzt, den Aying laut MVV-Erhebung um 0,9 Prozent unterschreitet. Denkbar wären 22 900 Euro Zuschuss, den Aying schon mal schriftlich angefragt hat.

Und warum das Ganze? Michael Schiller zeigte anhand von Fotos, dass gerade die Ostseite des Bahnhofs wild zugeparkt wird. „Die abgestellten Autos verlagern sich in die Nebenstraßen und auf die Grünstreifen.“

Bürgermeister Hans Eichler (PWH) ergänzte, dass die Förderung durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz auslaufe. Hier seien noch Gelder vorhanden. Deswegen sollte die Planung soweit fertiggemacht werden, ohne jedoch einen Baubeschluss schon zu fassen. Rein rechtlich sei es Aufgabe der Gemeinde, hierfür die Kosten zu übernehmen.

Auch wenn dem so sei, Hans Lechner (CSU) sah hier deutlich den MVV als Nutznießer in der Pflicht. Vizebürgermeister Josef Bachmair (FWGA) brachte als weiteren Geldgeber den Landkreis München ins Spiel.

Andreas Wolf (Grüne) äußerte seine Befürchtung, dass durch mehr Parkplätze mehr Fahrzeuge kommen werden. „Wir wollen doch, dass die Menschen aus dem Süden so früh wie möglich auf den MVV oder ÖPNV umsteigen. Wir müssen nach Alternativen suchen.“ Eichler erwiderte, dass die erste vernünftige Schnittstelle, das Auto zu verlassen und in die S-Bahn umzusteigen, eben Aying sei. Personen aus dem Mangfalltal dazu zu bringen, beispielsweise vom Pkw früher schon auf einen Bus umzusteigen, hänge von der Taktung und von den Fahrzeiten ab. Eichler: „Es bräuchte Express-Systeme.“

Wolfs Fraktionskollegin Christine Squarra plädierte derweil für ein Umdenken: „Die S-Bahnbetreiber reiben sich doch die Hände, wenn wir mehr Parkplätze ausweisen. Wir sollten uns ganz von Parkplätzen an den Bahnhöfen verabschieden und mehr Platz für Fahrräder schaffen, damit für kurze Wege eben nicht Fahrzeuge, sondern Räder hergenommen werden.“

Von „disziplinarischen Maßnahmen“ hielt Dritter Bürgermeister Anton Arnold (CSU) gar nichts. Es gelte, jetzt Lösungen zu schaffen, damit nicht noch mehr Autos in den Anliegerstraßen abgestellt werden.

Bert Nauschütz (SPD) begrüßte die Idee von Expressbussen. Diese könnten nicht nur Aying, sondern auch Höhenkirchen-Siegertsbrunn anfahren.

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