Sein Lachen bleibt unvergessen: Eduard Poncer aus Aying
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Sein Lachen bleibt unvergessen: Eduard Poncer wurde 71 Jahre alt. 

Trauer um Eduard „Edi“ Poncer aus Peiß

Abschied von einem liebenswerten Perfektionisten

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Er engagierte sich nicht nur bei der Feuerwehr, er war auch Weltenbummler und Chauffeur im Hotel der Familie Inselkammer: Eduard Poncer, den alle nur Edi nannten, „ist viel zu früh von uns gegangen“. Diese Ansicht vertritt nicht nur Ayings Bürgermeister Peter Wagner (CSU). So fühlen viele, die den engagierten 71-Jährigen aus Peiß sehr geschätzt haben.

Aying – Der gelernte Bankkaufmann engagierte sich mit großer Leidenschaft für die Freiwillige Feuerwehr Aying, wenngleich er kein aktives Mitglied war. Zehn Jahre bestritt er die Aufgabe des Zweiten Kassiers im Verein. Vorsitzender Martin Bachmair ist voll des Lobes über Poncer. Zwischen 1994 und 2014 habe dieser zwei Dinge geprägt. „Da war zum einen die Haussammlung bei den Bewohnern des Ortsteils Peiß. Er hatte sein System so perfektioniert, dass ihm niemand auskam. Und jedes Jahr war er stolz darauf, wieder einen Rekord aufgestellt zu haben.“

Legendäre Vereinsausflüge

Und dann waren da noch die Vereinsausflüge, die Poncer insgesamt neun Mal akribisch vorbereitet hat. „Hier war alles perfekt geplant und abgestimmt.“ Poncer überließ nichts dem Zufall. Und wenn dann doch was dazwischen kam, konnte er routiniert damit umgehen. Die Busfahrer freuten sich schon immer auf die Reisen mit dem Ayinger Feuerwehrverein und ließen sich schon frühzeitig für unsere Touren eintragen. Es war auch Edi Poncer, der zu Beginn des Ausflugs die Grobplanung für den nächsten Ausflug fertig hatte. Bachmair: „Und mit einem Grinsen erzählte er dann schon wieder von der nächsten Reise. Seine Belohnung war die Aufmerksamkeit und die Begeisterung, die er von den Teilnehmern erhielt. Das Reisen war seine große Leidenschaft.

Letzteres kann Josef Bachmair nur bestätigen. Er selbst ging mit Poncer mehrmals auf Reisen, in die USA. „Reisen hat er für sein Leben gerne gemacht und dabei auch viel fotografiert“, weiß Josef Bachmair. Wenn es gewünscht war, hat er auch seine Bilder bei Vorträgen vorgestellt. Unter anderem gab Poncer den Erlös weiter für den Erhalt und die Sanierung der Peißer Filialkirche Sankt Nikolaus.

Verlässlicher Chauffeur im Hotel der Familie Inselkammer

Bei der Familie Inselkammer galt er als verlässlicher und zutiefst geschätzter Chauffeur. Anfangs galten seine Dienste den Tanten der Familie. Das war, so Angela Inselkammer, der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Nach und nach hat Poncer Gäste des Hotels gefahren, natürlich mit dem Fahrgastbeförderungsschein. „Er hat mit Stolz seine Tätigkeit als Fahrer ausgeführt, das Auto und später sogar sein Hotelbus waren immer auf Hochglanz poliert und er immer perfekt gekleidet.“ Manchmal sei Poncer bis zu fünf Mal am Tag zum Flughafen gefahren und zurück. Und war dabei auf dem Flughafengelände auch schon eine Art Institution. Hochzeitsgäste konnten sich ebenso auf Edi Poncer verlassen, wie Gäste oder Familienmitglieder.

Angela Inselkammer spricht bei der Beerdigung: „Seine Freundschaft und seine Persönlichkeit fehlen sehr“

Kurz nach seinem 70. Geburtstag vor eineinhalb Jahren wurde bei Poncer ein Hirntumor festgestellt. Zuletzt wollte er sich nicht mehr operieren lassen. Er wusste, sein Leben geht zu Ende. 71 Jahre alt wurde der „g’standene Bayer, ein echtes Original“ (Martin Bachmair). Auf der Beerdigung sagte Angela Inselkammer: „Er hinterlässt eine furchtbare Lücke bei uns allen und in unserem Unternehmen, die sich nicht so leicht füllt. Er hat zu dem Kreis an engen Mitarbeitern gehört, ohne die ein Familienunternehmen wie unseres, wo Privates und Geschäftliches eng miteinander verbunden sind, nicht funktioniert. Seine Freundschaft, seine Zuverlässigkeit, seine Bereitschaft, sich überall einzubringen, und seine Persönlichkeit fehlen sehr.“ Viele der Trauergäste konnten diese Worte unterstreichen. Edi Poncer dürfte von oben mit seinem typischen Lächeln geschmunzelt haben, hätte aber vermutlich verlegen abgewunken, dass es doch so viel Lob gar nicht brauche.

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