Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen
+
Versteckt, aber wunderschön präsentiert sich die Antoniuskapelle, eine nördlich gelegene Seitenkapelle der Ayinger Pfarrkirche. Der Altar zeigt den Heiligen Antonius. 

Ein Hauch von Glanz in Aying

  • schließen

Nicht gleich zu finden und vielleicht gerade deshalb ein besonderer Ort: die Antoniuskapelle an einer Seite der Pfarrkirche Aying.

AyingBis heute ist der Heilige Antonius von Padua, dessen Gedenktag heute begangen wird, ein durchaus geläufiger Namenspatron. Dass ihm aber eine eigene Kapelle in Aying gewidmet ist, wissen nur wenige. Da das Kirchenschiff der Ayinger Pfarrkirche Sankt Andreas sehr lang gezogen, aber nicht sonderlich breit ist, bleibt der Blick in die nördliche Seitenkapelle oftmals verwehrt oder versperrt.

Angebaut wurde die Antoniuskapelle im Jahr 1733 oder 1735 am nordöstlichen Joch. Der Überlieferung nach soll der Grund für die Namensgebung die gleichlautende Antoniusbruderschaft gewesen sein. Über diese Bruderschaft ist in Aying heute gar nichts mehr bekannt. Zentraler Mittelpunkt der Kapelle ist ein Holzaltar, der im Mittelpunkt den Heiligen Antonius zeigt. Wird der Franziskanermönch Antonius sonst meist mit dem Jesukind, einer Bibel und einer Lilie dargestellt, so ist er hier kniend vor dem Gekreuzigten zu erkennen, der die Wundmale empfängt. Dieser Umstand hat schon zu Verwechslungen mit Franz von Assisi geführt, weswegen in der Literatur auch fälschlicherweise von einer Franziskuskapelle die Rede ist.

„Mit den kompositen Pilastern und dem puttenreichen Stuck bringt der Anbau einen Hauch vom Glanz des bayerischen Barock kurz vor Beginn des Rokoko nach Aying“, schrieb der verstorbene Ortschronist Maximilian Köchl. Wohl habe sich der Stuckateur an den Werken Johann Baptist Zimmermanns orientiert, der zu dieser Zeit beispielsweise in Schäftlarn gewirkt hat. Als Stifter ist der 1746 gestorbene Pfarrer Dionys Geisler benannt. Auf seinem Epitaph ist deswegen „FUNDATOR HUIUS SACELLI“ zu lesen.

Weitaus jüngeren Datums sind die Fresken in der Antoniuskapelle. Sie stammen von Josef Wittmann, der 1951 die Fresken im Kirchenschiff malte, drei Jahre später die in der Kapelle. Dargestellt sind ist das Eselwunder an der Wand. Der ausgehungerte Esel eines Katharers wendet sich vom dargereichten Futter ab und kniet andächtig vor dem Hostienbehältnis, das Antonius in den Händen hält. Hierunter ist das besagte Epitaph zu sehen. In der Kalottenwölbung über der Muschel und dem Stuckrahmen wird die Fischpredigt des Antonius widergegeben. Ketzer wollten dem Heiligen nicht zuhören. So wandte er sich den Fischer zu, die eifrig den Worten lauschten. Diese Fresken zählen zu den späten Hauptwerken des gebürtigen Oberpfälzers, der sich auf Kirchenräume und den Neubarock spezialisiert hat.

2011 fand in der Ayinger Galerie „Die Schmiede“ eine Sonderausstellung mit dem Titel „Entwürfe zur kirchlichen Malerei von dem Kirchenmaler Josef Wittmann“ statt. Erst in diesem Jahr ist eine Werkmonografie erschienen, die auch Aying zum Thema hat. Auffällig ist in der Kapelle, an deren Ostwand, eine besonders große Grabtafel, die an den ersten namentlich bekannten Pfarrer von Aying Georg Kottenmüller erinnert. Auf dem Rotmarmorstein ist der Geistliche kniend unterm Kreuz zu sehen. Nicht minder fällt das große Wappen Kottmüllers ins Auge. Insgesamt gibt es fünf Gedenktafeln in der Pfarrkirche, wovon eine davon an Pfarrer Balthasar Dreyer erinnert. Sie ist auch in der Antoniuskapelle zu finden. Ihre Grabinschrift ist in Versform formuliert, vermutlich von Dreyer selbst.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen
Es ist eine schlimme Nachricht: Die seit der Schießerei im S-Bahnhof Unterföhring im Koma liegende Polizistin (26) wird wohl nie mehr erwachen. Die Ärzte können offenbar …
Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen
Neue Masche: 84-Jährige bekommt dubiosen Anwaltsbrief
Die Polizei warnt vor einer neuen beziehungsweise abgewandelten Betrugs-Masche. Grund ist ein dubioses Schreiben, das jetzt eine Rentnerin aus Unterföhring erhalten hat.
Neue Masche: 84-Jährige bekommt dubiosen Anwaltsbrief
Grünwalderin geht Gewinnspiel-Betrügern auf den Leim
Sie freute sich auf den großen Gewinn - und hat jetzt mehrere Tausend Euro verloren: Eine 62-jährige Grünwalderin ist Opfer von Betrügern geworden.  
Grünwalderin geht Gewinnspiel-Betrügern auf den Leim
Einbrecher schlägt am helllichten Tag zu
Bei einem Einbruch in ein frei stehendes Einfamilienhaus an der Waldstraße in Pullach hat der Täter 400 Euro Bargeld erbeutet.
Einbrecher schlägt am helllichten Tag zu

Kommentare