Apotheken, Hausärzte, Haltestellen, Grundschulen

Wie gut ist die Nahversorgung im Landkreis wirklich?

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Landkreis - Der Landkreis München ist wegen seiner Nähe zur Landeshauptstadt wohl einzigartig in Bayern. Viele Kommunen haben einen städtischen Charakter. Doch wie gut ist die Nahversorgung wirklich?

Kurze Wege zu Supermärkten, Restaurants, Haltestellen, Schulen, oder Apotheken sind ein Versprechen der Großstadt. Wer etwa nach München zieht und dort arbeitet, so heißt es, braucht kein Auto. Man hat ja alles vor der Haustür.

Der Landkreis München - eine große Stadt

Die Gemeinden im Überblick.

Vor diesem Hintergrund ist der Landkreis München eine große Stadt. Denn betrachtet man die durchschnittliche Luftliniendistanz zu Nahversorgungseinrichtungen, kann der Landkreis durchaus mithalten mit Städten wie Ingolstadt, Passau oder Rosenheim. Im Schnitt 760 Meter müssen die Landkreis-Bewohner bis zur Apotheke zurücklegen. Der nächste Supermarkt ist 720 Meter entfernt, der nächste Hausarzt nur 610 Meter. Zum Vergleich im Landkreis Erding muss man 1,5 Kilometer zurücklegen, wenn man krank ist. In Dachau 1,2 Kilometer. 

Gleichwohl hat der Landkreis deutlichen Nachholbedarf, was den öffentlichen Nahverkehr angeht: Haltestellen, von denen aus sich das nächste Mittelzentrum in weniger als einer halben Stunde Fahrzeit erreichen lässt, sind im Landkreis im Schnitt mehr als einen Kilometer entfernt.

Für gut ein Viertel der Menschen, die auf dem Land leben, sind die Wege weit

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat die durchschnittlichen Wegstrecken zu Apotheken, Hausärzten, Supermärkten, Grundschulen und Haltestellen für mehr als 2000 Gemeinden berechnet. Die Zahlen stammen aus den Jahren 2011 bis 2013. Das Ergebnis: Für gut ein Viertel der Menschen, die auf dem Land leben, sind die Wege weit.

Im Vergleich mit anderen Landkreisen sind die Entfernungen im Landkreis München eher gering

Im Vergleich mit anderen Landkreisen sind die Entfernungen im Landkreis München aber eher gering. In den meisten Gemeinden im Kreisgebiet kann man Supermärkte, Ärzte und Grundschule in weniger als einem Kilometer erreichen. Doch es gibt auch Ausreißer, wie unser Überblick zeigt: 

Apotheken

Die Straßlach-Dinghartinger haben es am weitesten zur nächsten Apotheke: Im Schnitt muss man 3,5 Kilometer zurücklegen, wenn man Medikamente braucht. Ohne Auto ist das schwierig. Ähnlich ist die Apotheken-Situation in Brunnthal (3 Kilometer) und Aying (2,1 Kilometer). Dagegen ist es in Unterhaching (370 Meter), Kirchheim (410 Meter), Höhenkirchen-Siegerstbrunn (470 Meter) und Ottobrunn (480 Meter) am einfachsten, an Tabletten zu kommen. 

Hausärzte

Die Hausarzt-Dichte ist relativ gut. Nur in vier Gemeinden ist der nächste Hausarzt durchschnittlich weiter entfernt als einem Kilometer. Diese sind Brunnthal (2,9 Kilometer), Straßlach-Dingharting (1,5 Kilometer), Sauerlach (1,5 Kilometer) und Grasbrunn (1,3 Kilometer). Besonders gering ist die Distanz in Unterhaching (290 Meter), Ottobrunn (360 Meter) und Kirchheim (370 Meter).

Supermärkte 

Wer sich eine neue Wohnung sucht, achtet nicht zuletzt darauf, dass ein Supermarkt fußläufig in der Nähe ist. In Unterföhring muss man nur 340 Meter gehen, um seine Einkäufe zu erledigen. Und auch Höhenkirchen-Siegertsbrunn (460 Meter) ist gut versorgt mit Discountern oder Supermärkten. Anders die Gemeinde Aying. Wer hier einkaufen will, muss zuerst durchschnittlich 2,5 Kilometer überbrücken. Auf das Auto ist man bei dieser Distanz angewiesen. 

Grundschulen

Apropos Aying. Eltern von Grundschulkindern muss in der Gemeinde im südöstlichen Landkreis im Schnitt 2,1 Kilometer fahren bis zur nächsten Grundschule. Viel kinderfreundlicher sind zum Beispiel die Kommunen Neubiberg (480 Meter), Taufkirchen (580 Meter) und Feldkirchen (580 Meter). 

Haltestellen

Wer kein Auto hat, fährt Bus, S-, oder U-Bahn. Das ist in der Regel günstiger und auch umweltfreundlicher. Doch was wenn die nächste Haltestelle fast drei Kilometer entfernt ist wie in Straßlach-Dingharting oder Brunnthal? Auf das Auto kann man, selbst wenn man wollte, nicht verzichten. Ohne Auto lässt es sich dagegen in Unterhaching (390 Meter), Sauerlach (290 Meter) oder Kirchheim (250 Meter ) leben.

rat

Rubriklistenbild: © dpa

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