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Der 18-jährige Moritz Wöllinger erzählt Schülern, was es mit seiner Ausbildung als Elektroniker für Geräte und Systeme auf sich hat.

220 Ausbildungsplätze sind unbesetzt

Ausbildungsscouts werben für Lehrberuf

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Schule, Studium, Beruf. Dass es auch andere Wege in den Job gibt, zeigen die Ausbildungsscouts der IHK. Sie besuchen Schulen und informieren über ihr Berufsbild. Das Projekt wird auch im Landkreis vorangetrieben. Denn der Mangel an Lehrlingen ist groß: 220 Ausbildungsplätze sind unbesetzt.

Landkreis – Moritz Wöllinger hat nach der Realschule die Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme begonnen. Eine Entscheidung, die für ihn goldrichtig war: So schnell will der 18-Jährige aus Aying die Berufswelt der Firma Ketek nicht mehr verlassen. „Ich finde es cool, dass ich hier Verantwortung übernehmen kann“, sagt Moritz.

Seit 18 Monaten ist er Teil des mittelständischen Familienunternehmens in München-Perlach. Ketek beschäftigt gut 100 Mitarbeiter. Sie entwickeln und produzieren Messgeräte. Mehr Praxis, weniger Theorie, das war für den 18-Jährigen nach der zehnten Klasse ganz nach seinem Geschmack, erst recht, weil ihm das Arbeitsklima bei Ketek gut gefällt. Bei größeren Projekten arbeitet Moritz im Team: „Wir sagen hier alle Du zueinander, vom obersten Chef bis zum Auszubildenden.“

Von seinen Erfahrungen berichtet der 18-Jährige, wenn er als Ausbildungsscout vor Schülern der neunten Jahrgangsstufe im Klassenzimmer steht. Er wirbt im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) für den Weg in die Ausbildung und berichtet den Jugendlichen aus erster Hand von seinen Erfahrungen.

Wenn er von der Arbeit im Unternehmen berichtet und erzählt, dass er gleich im ersten Lehrjahr 1050 Euro brutto verdient hat, hören die Jugendlichen aufmerksam zu. Moritz will bei Ketek bleiben. „Die Aussichten, übernommen zu werden, sind sehr gut.“

Auch Moritz hätte sich als Schüler mehr Informationen aus der Berufswelt gewünscht. Er hat neun Praktika absolviert, um den richtigen Ausbildungsplatz zu finden. Zweimal war er Praktikant bei Ketek, bevor er den Ausbildungsvertrag unterzeichnete.

Bereitet ein Präparat vor: Lisa Rosam (21) ist angehende Biologielaborantin am Helmholtz-Zentrum.

Der Mangel an Lehrlingen ist groß. Im Landkreis München blieben im vergangenen Herbst 220 Lehrstellen mangels Bewerber unbesetzt. Die Betriebe stehen im Wettbewerb um jeden einzelnen Azubi. „Es ist entscheidend, dass sich Wirtschaft und Gesellschaft noch mehr als bisher auf die Ausbildung als bestes Sprungbrett in die Karriere zurückbesinnen“, sagt der Kirchheimer Unternehmer Christoph Leicher, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses im Landkreis München.

Um für den dualen Weg in den Beruf zu werben, hat die IHK Lehrlinge wie Moritz als Partner gewonnen. 330 Scouts sind in den Gymnasien und Realschulen Oberbayerns – immer zu zweit – unterwegs.

Auch die angehende Biologie-Laborantin Lisa Rosam aus Unterschleißheim berichtet Neuntklässlern in Stadt und Landkreis München von ihrer Arbeit am Helmholtz-Zentrum in Oberschleißheim. „Wir haben eine Präsentation zusammengestellt und kriegen immer ein gutes Feedback“, sagt die 21-Jährige. „Als Gleichaltrige ist man näher dran und die Schüler trauen sich eher, Fragen zu stellen.“ Auch wenn die Vorträge gut ankommen, ist es nicht leicht, Schüler für eine Ausbildung zu überzeugen. Die Jugendlichen kennen die meisten Berufe kaum und wissen wenig über die Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten.

„Oft gibt es im Elternhaus die Erwartung, dass auf die Schule das Studium folgen soll“, sagt Hannelore Claussen, Ausbildungskoordinatorin im Helmholtz-Zentrum, „dabei ist dieser Weg nicht für jeden richtig gut.“ Vier der aktuell 43 Azubis im Forschungszentrum sind immer mal wieder als Ausbildungsscouts in Klassen unterwegs. Für das Forschungszentrum ist die Kooperation mit den Schulen eine gute Möglichkeit, Nachwuchs zu finden. „Wir befürworten dieses Programm sehr“, sagt Claussen, „weil die Azubis selbst am glaubwürdigsten auf Jugendliche wirken.“

Kontakt

Wer selbst als Scout mitmachen möchte oder den Besuch eines Scouts in der Schule wünscht, kann mehr Informationen erhalten unter Tel. 089/ 5116-0 oder www.ihk-ausbildungsscouts.de.

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