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Das letzte Geleit: Der Sarg des Pfarrers auf dem Weg zur Beisetzung
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Beerdigung 

Letzter Wunsch von Pfarrer Kurlitsch: „Bitte vergesst mich nicht“

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Seine letzte Ruhestätte hat Pfarrer Martin Kurlitsch im Schlierseer Priestergrab gefunden. So war es der letzte Wille des Geistlichen, den er vor ziemlich genau zwei Jahren schriftlich verfügt hat. Und einen Wunsch hat der mit nur 38 Jahren Verstorbene auch geäußert: „Vergesst mich nicht.“

Aying/Schliersee - Hunderte von Menschen haben diese Worte gehört, als sie sich zum Requiem in der Pfarrkirche Sankt Sixtus versammelt habe. Vorgetragen hat sie der Hauptzelebrant Weihbischof Wolfgang Bischof. Er forderte alle auf, die Erinnerung an den jungen Priester zu bewahren, dernach langer schwerer Krankheit einen Tag vor Heiligabend gestorben ist. Das Gotteshaus hat gerade noch die Trauernden fassen können. Allein 16 Fahnenabordnungen, davon die Hälfte aus dem Ayinger Gemeindegebiet, bezeugten Martin Kurlitsch die letzte Ehre. Zwei voll besetzte Busse mit Trauernden kamen eigens aus Aying an. Auch Kurlitschs erste Kaplanstelle, der Pfarrverband Neumarkt-St. Veit, organisierte einen Bus. An die 50 Ministranten, Dutzende von Priestern, Diakonen und pastoralen Mitarbeitern, beide Ehrenbürger der Gemeinde Aying, Franz Inselkammer sen. und Ruppert Fritzmeier, und viele mehr waren gekommen, um Abschied zu nehmen vom Leiter des Pfarrverbandes Aying-Helfendorf und Dekan des Dekanats Ottobrunn.

Pfarrer Martin Kurlitsch wurde nur 38 Jahre alt. 

Schlierseer, Jung und Alt, trauerten mit der Familie Kurlitsch um einen Sohn ihrer Marktgemeinde. Hier war er aufgewachsen, hier feierte er 2008 nach der Priesterweihe seine Primiz. Einige Fahnen zierten das Primizband Kurlitschs.

Optisch konnte der Kontrast in Sankt Sixtus schärfer nicht sein: eine festlich, weihnachtlich geschmückte Kirche, in der der Sarg mit den sterblichen Überresten von Pfarrer Martin Kurlitsch aufgebahrt war. Darauf seine Stola, sein Messkelch und die Heilige Schrift. Weihnachtliche Lieder wurden gesungen, zuallererst „Ich steh an deiner Krippe hier“. Weihbischof Bischof erklärte: „Dieses Lied lag unserem Verstorbenen sehr am Herzen.“ Martin Kurlitsch werde nun selbst vor Gott stehen. „Er ist nun bei ihm zuhause.“

Martin Kurlitsch lebte aus seinem tiefen Glauben, aus seiner Hoffnung. Und diese Hoffnung gab er weiter. Dabei hatte er immer seine Mitmenschen im Fokus, denen er ein guter Priester und Seelsorger sein wollte. „Unser Verstorbener hat sein Herz hingegeben zu den Menschen, denen er die Frohe Botschaft verkündet hat“, so der Bischofsvikar. „Dieses Herz darf nun Ruhe finden bei Gott.“ Erzbischof Reinhard Kardinal Marx rief am Vorabend zur Beisetzung Bischof an, um den Angehörigen und Trauernden zu versichern, er werde im Gebet mit ihnen verbunden sein.

Abschiedsworte an Pfarrer Kurlitsch

Josef Bachmair, Kirchenpfleger von Aying, für den Pfarrverband Aying-Helfendorf: „Vor vier Jahren kam Pfarrer Kurlitsch zu uns. Und wir haben schnell zusammengefunden. Die Seelsorge stand bei ihm an erster Stelle. Er hat sich schnell hohes Ansehen in unserem Pfarrverband erworben und war sehr beliebt. Pfarrer Kurlitsch war ein gütiger Hirte und Seelsorger.“ 

Hans Eichler, Bürgermeister der Gemeinde Aying: „Von Anfang an spürte ich, dass Pfarrer Kurlitsch ein Mensch war, für den die Menschen am wichtigsten sind. Er war bei uns in der Gemeinde und darüber hinaus beachtet und geachtet. Unseren Vereinen gegenüber zeigte er hohe Wertschätzung. Er war Seelsorger mit Leib und Seele. Und das bis zum Schluss, mit aller Kraft.“ 

Martin Hauder, Krisenintervention beim BRK im Landkreis Miesbach: „Die Nachricht vom Tod von Martin Kurlitsch war ein Schock für uns. Wir verlieren einen hoch geschätzten Kameraden und Freund. Seit 2012 war er mit vollem Eifer bei uns dabei. Er war immer da, wenn wir ihn brauchten. Er half, wenn Not am Mann war. Martin hatte ein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein. Er war ein besonders liebenswerter Mensch.“ 

Diakon Alois Winderl, Beauftragter für die Notfallseelsorge im Dekanat/Landkreis Miesbach: „Martin hat sich in der Notfallseelsorge und Krisenintervention engagiert und war hier absolut verlässlich. Wenn der Piepser gegangen ist, war er für die Menschen da. Es war sein ausdrücklicher Wunsch, dass er auch in seiner Krankheit für die Menschen da sein durfte. Wir danken Dir für Dein Vorbild, Martin.“ 

Pfarrer Stefan Rauscher, Sprecher des Weihekurses 2008: „Wir haben uns vor 21 Jahren in Waldram kennengelernt, um das Abitur nachzuholen. Martin war ein ruhiger, besonnener, bescheidener, ja, staader Mensch, der aber unglaublich viel Lebensenergie hatte. Wir durften mit ihm durch dick und dünn gehen und haben einen treuen Freund verloren. Er hat gekämpft wie ein Löwe. Martin ist nun wirklich nach Betlehem gegangen.“

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