Urteil des Amtsgerichts München

Betrugs-Opfer bekommen kein Geld von der Bank zurück

Ein Ehepaar aus Aying ist Opfer von Betrügern geworden. Durch Weitergabe der TAN-Nummer per Telefon wurden mehr als 4000 Euro auf das Konto von Kriminellen überwiesen. Als das Paar das Geld von der Bank zurückerstattet haben wollte, weigerte sich die Bank. Der Fall landete vor dem Amtsgericht München, das dem Geldinstitut nun Recht gab.

Aying - Konkret begann der Betrugsfall, als die Ehefrau eine sogenannte Phishing-E-Mail halten hatte mit dem Absender „HypoVereinsbank“. Darin stand laut Pressemitteilung des Amtsgerichts, dass der Zugang zum „Direct Banking“ angeblich bald ablaufe, wenn die Synchronität der SEPA-Umstellung im Zugang nicht aktualisiert werde. Es wurde aufgefordert, auf einen Link zur manuellen Aktualisierung des Zugangs zu klicken. Die Ehefrau klickte auf diesen Link und gab dort ihren Namen, ihre Kontonummer sowie ihre Festnetznummer an. Später rief bei ihr eine bislang unbekannte Frau an und gab sich als Mitarbeiterin der Bank aus. Die Ayingerin wurde gebeten, sich Nummern zu notieren, und diese mit den Nummern zu vergleichen, die ihr sogleich in einer SMS mitgeteilt werden würden. Falls die Buchstaben und Ziffern übereinstimmen würden, sollte sie die letzte Ziffernfolge in der SMS der Anruferin mitteilen. Nach Erhalt der SMS mit dem Inhalt „Die mobile TAN für Ihre Überweisung von 4444,44 Euro lautet: 253844“ teilte die Ehefrau die Ziffernfolge der Anruferin mit. Daraufhin wurde dieser Betrag auf das fremde Konto überwiesen. Nachdem ihr klar wurde, dass sie betrogen worden war, ließ die Ayingerin das Konto sperren und stellte Strafanzeige. Versuche, den Betrag von diesem Konto zurückzuerlangen, blieben ohne Erfolg. Die Bank weigerte sich, den Schaden zu ersetzen. Daraufhin erhob das Ehepaar Klage beim Amtsgericht München. Der zuständige Richter wies die Klage ab. Das Geld des Ehepaars ist weg. „Die Weitergabe der TAN im Telefongespräch begründet den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit“, so das Urteil. Beim mobilen TAN-Verfahren würde eine TAN stets für eine konkrete Überweisung erzeugt und per SMS auf das Mobiltelefon verschickt. Das hätte die Ayingerin wissen müssen. 

mm

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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