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„Der Zaunkönig“ wird den Großhelfendorfern fehlen - Hermann Gartmayr im Alter von 89 Jahren gestorben

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Von: Wolfgang Rotzsche

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Hermann Gartmayr besaß großes handwerkliches Geschick.
Hermann Gartmayr besaß großes handwerkliches Geschick. Foto: privat © privat

In Großhelfendorf zählte Hermann Gartmayr zu den Originalen. Kein Wunder, schließlich war der 89-Jährige zeit seines Lebens hier zu Hause. Großhelfendorf war seine Heimat.

Großhelfendorf – Bis zu seinem Lebensende war Hermann Gartmayr in der (Oberen) Bahnhofstraße zu Hause und somit immer nah am Geschehen im Dorf. Hier war er Landwirt mit Leib und Seele, hier war er Familienmensch.

Und er war ein Kämpfer, wie seine Tochter Annemarie Krieger sagt. Als 1990 der Blitz ins landwirtschaftliche Anwesen einschlug und viel vom Hof zerstörte, hörte ihr Vater zwar mit der Viehwirtschaft auf. Aber er machte das weiter, was er schon immer nebenher gemacht hatte: Gartenzäune. Aus diesem Grund war Gartmayr auch als „Zaunkönig“ bekannt. Nebenbei machte er sich auch durch den Christbaumverkauf einen Namen.

„Papa war ein Kraftmensch“

Als er von einem Schlag getroffen worden ist, wollte er auch nicht aufgeben. Mit einem festen Willen kämpfte sich der Helfendorfer wieder zurück ins Leben. „Papa war ein Kraftmensch“, sagt seine Tochter. Doch in den zurückliegenden Jahren kamen immer wieder auch gesundheitliche Einschränkungen dazu, die Hermann Gartmayr trotzdem schwächten. Schlussendlich gab er seine Seele seinem Herrgott wieder. Und zwar zu Hause, wo er auch sterben wollte.

Viele Menschen aus Helfendorf und darüber hinaus gaben Gartmayr das letzte Geleit. Die Familie war durchaus überrascht, wie viele Menschen Anteil am Tod ihres Angehörigen nahmen.

Ein Vorbild im Verein

Max Demmel, Vorsitzender des hiesigen Trachtenvereins, zeigt sich getroffen von dem Verlust. Und das nicht nur, weil der Verein ein verdientes Mitglied verloren hat: „Hermann war für mich immer ein Vorbild im Verein. Er hat unseren Trachtenverein immer mit Rat und Tat unterstützt und gefördert.“ Seitdem die Trachtler ihre Johannifeier stets am 24. Juni ausrichten, darf diese mitsamt Feuer immer auf der „Gartmoar Oim“ (Gartmayr-Alm) durchgeführt werden. Das sei für Gartmayr immer eine Selbstverständlichkeit gewesen. Demmels Schwester Christina Lohwasser merkt noch an: „Es war ihm ein großes Anliegen, die Alm und den gesamten Platz immer weiter auszubauen und zu verbessern.“ Hermann Gartmayr sei laut Demmel ein Mensch gewesen, „der seine Meinung g’sogt und a vertreten hod.“ So ein Mensch sei mittlerweile heutzutage schwer zu finden.

Handwerklich sehr geschickt

Das weiß auch Annemarie Krieger: „Papa war sehr ehrlich und geradeaus.“ Das zeichnete ihren Vater aus. Zwei Dinge waren ihm ganz besonders wichtig in seinem Leben: seine Familie und seine Arbeit. Annemarie Krieger: „Er wollte das Beste für uns und war ein sehr fürsorglicher Papa und Opa.“ Handwerklich sei Hermann Gartmayr immer geschickt gewesen, weiß auch Exbürgermeister Bernhard Katzmair. Viele Holzsachen stammen aus Gartmayrs Arbeit.

Und da er gerne in den Bergen unterwegs war, schnitzte Hermann Gartmayr gerne auch mal ein Edelweiß. Die Alpenblume ziert auch die Todesanzeige sowie den Hut auf seinem Totenbild und zeigt, wie wichtig ihm Heimat und Tradition waren. WOLFGANG ROTZSCHE

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