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Gefährliches Geschäft: Wenn Hunde auf die Wiese machen, kann das Rinder krank machen.

Ayinger Landwirt ließ Blut des Fötus‘ untersuchen

Kalb stirbt an Hundekot

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Wenn Hunde auf Weiden ihr Geschäft machen und sich der Besitzer nicht darum kümmert, kann das für Rinder tödlich enden. Ein ungeborenes Kalb ist in Aying daran gestorben. Mindestens.

Aying – Die Befürchtung ist zur Gewissheit geworden: Das Kalb ist an Hundekot gestorben, vergiftet vor der Geburt im Bauch der Mutter. „Wir haben das öfter. Durchschnittlich dreimal im Jahr passiert es“, dass eines seiner rund 70 Rinder eine Fehlgeburt habe, sagt der Landwirt aus Aying.

Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen, zu groß ist seine Angst vor den Folgen. Denn nicht nur einmal hätten befreundete Viehhaltern aus der Region die Wut von Hundebesitzern deutlich zu spüren bekommen, als sie Verbotsschilder für Hunde an ihren Wiesen aufstellten – in Form von gefüllten Hundekotbeuteln, die an ihren Bulldog geknotet oder auf der Autoscheibe platziert wurden.

Doch freilaufende Hunde, die auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen ihr Geschäft machen, richten erheblichen Schaden an. Zumindest, wenn sich die Tierhalter nicht darum scheren und den Kot einsammeln. Grast dort eine Kuh, würde sie den Dreck nicht fressen. Wird die Wiese aber gemäht, zu Silage verarbeitet und dann als Tierfutter verwendet, verfliegt der unangenehme Geruch. Die Kühe fressen den Kot mit, die Erreger können für ungeborene Kälber tödlich sein. Auch den Muttertieren „geht’s richtig schlecht“, sagt der Bauer aus Erfahrung. Auch sie können sterben. „Es gibt kein Gegengift.“

Der wirtschaftliche Schaden ist für die Landwirte massiv. Rund 1000 Euro sind es pro tot geborenem Kalb, schätzt der Ayinger. Zudem „weiß man nicht, ob die Kuh wieder Milch gibt“, erläutert der Landwirt das Dilemma. „Und davon lebt man.“

Da sich die Fehlgeburten häuften, ließ er im Sommer 2016 den toten Fötus untersuchen. Das Ergebnis: „Das Tier starb an einem Erreger, der im Hundekot zu finden ist“, erzählt der Milchbauer. „Egal mit welchem Landwirt du redest, das Problem gibt’s überall im Landkreis.“

Wenn sich Hundehalter nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner scheren, ist das „kein Kavaliersdelikt“, betont Ayings Bürgermeister Hans Eichler, selbst viele Jahre als Landwirt im Nebenerwerb tätig. „Landwirte beschweren sich immer wieder, dass Hunde in ihre Wiesen machen“, sagt er. Das Problem: „Es gibt keine rechtliche Handhabe dagegen.“ Sein Credo lautet: „Aufklären, aufklären, aufklären.“

Darauf setzt auch der betroffene Landwirt. Er glaubt, dass „viele Hundehalter gar nicht wissen, was sie anrichten“. Darum hat auch er Schilder aufgestellt. Nicht mit Verboten, sondern mit Erklärungen zur Information. Denn jedes tote Kalb tut ihm weh. Nicht nur wirtschaftlich.

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