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Beste Stimmung im fast ausverkauften Bierzelt: Leute in Tracht, in der Jeans, Jugendliche, ältere Kinder.

Zum Auftakt Labrassbanda

Heimat ist laut und chic

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La Brass Banda in Aying zum Auftakt der Bräu-Kirta: Das war natürlich ein Selbstläufer. Die sieben Musiker aus dem Chiemgau machten im vollen Bierzelt Stimmung wie gewohnt – barfuß, im T-Shirt zur Lederhosn.

Aying – Unter den 2500 Besuchern dürften am Ende sehr wenige gewesen sein, die sich nicht mitreißen ließen vom eingängigen Sound – und tanzten, soweit der Platz es zuließ, mitsangen, klatschten.

Rechts am Bühnenrand, eine ältere Dame mit weißem Bubikopf, ein paar Schritte hinter ihr ein Vater mit dem Sohn im Kindergartenalter auf den Schultern – der Kleine mit Kopfhörern. Dazwischen Leute in Tracht, in der Jeans, Jugendliche, ältere Kinder. Alle, wie es schien, selig, man grinste vor sich hin.

Seit 13 Jahren gibt es die Turboblaskapelle jetzt. Aying war, sagte Frontmann Stefan Dettl, die 20. und letzte Station ihrer „Bierzelt-Tour“. Dass der Begriff Heimat seine Dumpfheit verloren hat, dass Brauchtum inzwischen auch unter Großstädtern als chic gilt – das ist sicher auch das Verdienst von La Brass Banda. Die einerseits eins ihrer letzten Alben im Kuhstall aufgenommen haben, andererseits schon immer gern gereist sind. 2017 kamen sie im Zuge ihrer „Around The World Tour“ bis nach Vietnam, Brasilien, waren in den USA ebenso wie in Mexiko. Auch heuer haben sie sicher nicht nur Urlaub gemacht in Thailand, Kambodscha und Australien. Und von überall bringen sie sich und ihrer Fangemeinde musikalische Souvenirs mit nach Hause.

Wirtshaus musikantenfreundlich

Beim Konzert am Freitag gehörten entsprechend die älteren Gassenhauer „Autobahn“ zum Programm, aber auch das südamerikanisch eingefärbte „Ujemama“, eine Hymne an die Oma als solche, oder Stücke aus dem neuen Album, das „Danzn“ heißt. Wie sonst auch dankte Dettl, wenn er nicht gerade auf der Bühne herumsprang wie ein Fünfjähriger vor dem Kindergeburtstag oder seine Trompete in die Luft warf, sämtlichen am Konzert Beteiligten – dem Beleuchter, der Freiburger Vorband „Fatcat“, dem Veranstalter: „Die Brauerei ist ein Riesenbetrieb, trotzdem ist das Wirtshaus noch musikantenfreundlich. Wir kommen immer gern hierher.“

Bierzelt-Tanz muss sein

Dann? Ermunterte er die Anwesenden, doch auch mal einen Bierzelt-Tanz zu wagen („acht Schritte vor, acht zurück“), einander gegenseitig um den Hals zu fallen und hernach auch sich selbst ein wenig zu umarmen: „Wer sich selbst nicht mag, mag auch keinen anderen.“

So ging der Abend aufs Feinste ins Land – und man verzieh irgendwann sogar diesem übereifrigen Mitdreißiger, der einem beständig die Ellenbogen in die Rippen rammte und zwischen den Titeln immer so laut durch die Finger pfiff.

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