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Unter Kampfschreien und Gejubel trägt Ringo I seinen Jockey Sarah Quast über die Ziellinie.

Tausende Besucher bei Bräu-Kirta des Burschenvereins

In Aying sind die Ochsen los

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Zum vierten Mal organisierten die Ayinger Burschen das Ochsenrennen im Rahmen der traditionellen Bräu-Kirta.

Aying – „Auf die Plätze, fertig, los!“, schallt es aus den Lautsprechern auf dem Gelände der Ayinger Brauerei, das kurzerhand zur Ochsenrennstrecke umfunktioniert wurde. Die 1000 Kilo schweren Rinder stehen, nach ein paar Fehlstarts, nun Hufe scharrend in ihren Startboxen, die provisorisch mit Strohballen getrennt sind. Als die Glocke erklingt, schießt Ringo I im gestrecktem Galopp in die Bahn. Der Jockey Sarah Quast liegt flach auf seinem Rücken, sie treibt energisch mit beiden Beinen, während das Publikum sie wild anfeuert. Hinter ihr rennt Martin Bauschmid und klopft dem Ochsen auf den Hintern, kurz bevor er als Sieger die Ziellinie überquert.

Das Ayinger Volksfest findet immer am zweiten Oktoberwochenende statt und lockte auch in diesem Jahr wieder Tausende Besucher aus dem Münchner Umland in das Brauereidorf. Neben einem Auftritt von „LaBrassBanda“ (siehe Seite 31), dem traditionellen Trachtenflohmarkt und dem Tag der offenen Tür der Brauerei war das Ochsenrennen wieder einer der Höhepunkte.

Für zwei Euro ein Los

„In Münsing gibt’s ein großes Rennen“, sagt Alexander Brunner (24) vom Burschenverein Aying. „Da haben wir uns von ein paar Jahren überlegt so etwas auch auf der Bräu-Kirta zu organisieren. Wir wollten mal was Neues ausprobieren.“ Mit Erfolg. Dieses Jahr schauten etwa 4000 Kinder, Erwachsene und Senioren beim Ochsenrennen zu. Die Besucher, viele davon in Dirndl und Lederhosn, feuerten ihren Favoriten lautstark an. Und das nicht ohne Grund. Für zwei Euro konnte man im Wettbüro des Burschenvereins ein Los kaufen und es anschließend in die Box des eigenen Favoriten werfen. „Der Gewinner kann sich über ein Drei-Gänge-Menü im Hotel Aying mit anschließender Übernachtung im herrenhaus freuen“, sagt Brunner.

24-Jährige ist Siegerin

Ringo I mit Sarah Quast

Doch auch Siegerin Sarah Quast (24) aus Walpertskirchen konnte sich über Preise und Gutscheine der Brauerei freuen. Die 24- Jährige machte schon zum vierten Mal bei einem Ochsenrennen mit. „Mein Freund hat den Ringo damals extra für die Ochsenrennen gekauft“, sagt Quast. Um das Tier an die Situation zu gewöhnen sei es wichtig, von Anfang an mit dem Ochsen spazieren zu gehen. „Dann haben wir ihm den Bauchgurt angeschnallt und mit zwei Jahren hab ich mich das erste Mal draufgesetzt“, sagt Quast, während neben ihr der braun-weiße Ringo genüsslich sein Heu kaut. Von Aufregung keine Spur, obwohl laut „Skandal im Sperrbezirk“ lief, 15 Meter entfernt ein Karussell sich drehte und ständig Leute von und mit dem Ochsen Fotos machen wollten.

Auf der Strecke wird der Ochs zum Stier

Auf der Rennstrecke aber verwandelte sich der ein oder andere Ochse in einen feurigen Stier und zeigte dem Publikum seine schönsten Bocksprünge. Da mussten die Jockeys ihre Sattelfestigkeit beweisen. In diesem Jahr bezwangen vor allem junge Frauen die muskelbepackten Tiere. „Die meisten Männer finden es toll, dass ich mich das traue“, sagt Quast. Angst hat sie keine, eher Respekt. „Wenn der einen mit den Hörnern erwischt, tut´s weh“, sagt die 24-Jährige und tätschelt ihrem Ringo den Hals, der beim diesem Rennen der Superstar der insgesamt zehn Ochsen war. Um mitmachen zu können gibt es allerdings ein paar Voraussetzungen. „Die Ochsen müssen 30 Monate alt sein, eine Blutuntersuchung und eine Ohrmarkennummer haben“, sagt Leonhard Huber (24), Mitorganisator des Rennens. Probleme mit Tierschützern gebe es fast nie, die Tier hätten immer genug Wasser und Heu.

Nach dem Rennen zog es die meisten Besucher aus der Stadt auf ein kühles Kirta-Bier ins gemütliche Festzelt, nach dem Wiesn-Wahnsinn genau das Richtige.

Lesen sie auch: Ochsenrennen in Haunshofen

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