Neuer Haushalt

Ayings Rücklagen schmelzen

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Ayings Kämmerer hat den Haushalt für 2019 vorgestellt. Der Gemeinde gehts gut, aber die Rücklagen schmelzen.

Aying – Für große finanzielle Sprünge ist die Gemeinde Aying nicht bekannt. Im Vergleich zu vielen Kommunen im Landkreis mögen es kleine Semmeln sein, die im Südosten gebacken werden. Aber es sind ordentliche Ergebnisse, die Jahr für Jahr mit dem Haushaltsplan präsentiert werden. Das zeigt auch der 16. und somit letzte Haushalt, den Hans Strunz aufgestellt hat. Der Kämmerer war zufrieden mit dem Zahlenwerk, das er dem Gemeinderat präsentieren konnte.

„Aying geht’s verhältnismäßig gut“, lautet sein Resümee. Es seien wieder keine Luftsprünge, die die Kommune angehen könne, aber finanziell steht sie auf recht sicheren Beinen. Doch die gemeindlichen Reserven gehen deutlich zurück. Das war 2018 schon. Über drei Millionen Euro wurden entnommen, um die Investitionen der Kommune zu stemmen. Heuer sollen nochmals 1,4 Millionen Euro abgezogen werden. Dann hat Aying zum Jahresende nur noch 210 000 Euro auf der hohen Kante.

2019 schlagen unter anderem die Rathauserweiterung und der Umbau im Bürgerhaus zu Buche, auch Erschließungskosten und Grunderwerbe sind vorgesehen. Nebenbei beschäftigt Aying immer noch der Neubau der Grundschule. Die Finanzierung läuft außerhalb des Haushalts. Hier sind noch 3,25 Millionen Euro offen. Es müsse laut Kämmerer Strunz eines der „wichtigsten finanzpolitischen Ziele der Gemeinde sein, den Restkredit durch Erlöse aus weiteren Verkäufen von gemeindeeigenen Grundstücken schnellstmöglich zu tilgen.“

Viele Projekte also, die finanziert werden wollen. Oftmals war Aying auf Platz 29, wenn es um die Steuerkraft im Landkreisvergleich geht. Diesen letzten Platz hat sie schon länger nicht mehr inne. Ja, heuer klettert sie sogar auf den 25. Platz. Schlüsselzuweisungen gibt es nicht. Denn es sprudeln genug Steuern aufs Gemeindekonto. Aying wächst, zum Jahreswechsel hatte die Gemeinde 5420 Einwohner. Dadurch steigt auch der Einkommensteueranteil stetig. Die Prognose zeigt weiter nach oben.

Gleiches gilt, wenn gleich auf der Negativseite, für die Kreisumlage. Erstmals knackt Aying hierbei die Drei-Millionen-Grenze. Noch nie hat die Gemeinde so viel an den Landkreis abführen müssen. Ein Niveau, auf dem man sich laut Kämmerer Strunz in den kommenden Jahren einpendeln wird.

Alles in allem solide Zahlen, die dem Kämmerer den Abschied in die Altersteilzeit erleichtert. Seit 1990 beschäftigt sich Strunz mit Haushaltsplänen. Anfangs in der Gemeinde Aschheim Seit Juli 2003 ist er nunmehr in Aying. Eine lange Zeit. Ob es nicht irgendwann langweilig ist, ständig Haushalte aufzustellen? Eine Frage, die Strunz mit einem klaren Nein beantwortet: „Ein Haushalt ist immer wieder anders. Und bringt immer wieder Neues.“ Die Kämmerei verstehe sich als ein Querschnittsamt, weil man in allen Bereichen Bescheid wissen müsse, um entsprechend zu steuern.

Strunz geht im Sommer in Altersteilzeit. Bereits seit Herbst des vergangenen Jahres ist sein Nachfolger Thomas Winklmann bei der Gemeinde beschäftigt, um sich einzuarbeiten. Das Ziel: ein geordneter Übergang.

Das Finanzpaket

Die wichtigsten Zahlen aus dem Ayinger Haushalt: Verwaltungshaushalt: 11,05 Millionen Euro; Vermögenshaushalt: 4,49 Millionen Euro; Gesamtvolumen 15,54 Millionen Euro. Grundsteuer A und B: je 310 von Hundert (unverändert); Gewerbesteuer: 3,1 Millionen Euro; Einkommenssteuer: 4,34 Millionen Euro. Kreisumlage 3,35 Millionen Euro; Verschuldung pro Kopf: 909 Euro zum Jahresende; Rücklagen zum Jahresende: 210 000 Euro.

wjr

Rubriklistenbild: © dpa / Bernd Wüstneck

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