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Die beiden Finder, Volker Schranner und Max Schöps , übergeben im August 2017 das Chiffriergerät an Kuratorin Carola Dahlke.

Gericht: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege sieht Verstoß der Hobby-Schatzsucher

Hitlermühle ein Bodendenkmal?

  • Bernadette Heimann
    vonBernadette Heimann
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Es war ein Fund, den Schatzsucher wohl nur einmal im Leben machen – wenn überhaupt. Im Mai 2017 hatten die Ayinger Max Schöps und Volker Schranner in Wald bei Aying mit Metalldetektoren eine seltene Chiffriermaschine entdeckt und ausgegraben (wir berichteten): das Schlüsselgerät 41 aus dem Zweiten Weltkrieg, wegen der Kurbel an der Seite auch „Hitlermühle“ genannt.

Aying – Jetzt hat die Geschichte, die damals für großes Aufsehen und Medienecho gesorgt hatte, ein juristisches Nachspiel. Der Fall wird am heutigen Mittwoch vor dem Verwaltungsgericht in München verhandelt. Max Schöps klagt, denn er will mit Hilfe der Richter feststellen lassen, dass die „Hitlermühle“ kein Denkmal ist. Zuvor hatte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege nämlich erklärt, dass es sich bei dem Fund um ein Bodendenkmal handelt. Der Hobby-Schatzsucher wurde aufgefordert, zu denkmalschutzrechtlichen Verstößen Stellung zu nehmen.

Weder der Ayinger noch das Landesamt für Denkmalpflege wollten sich vor der Verhandlung am heutigen Mittwoch äußern. Kreisheimatpfleger Alfred Tausendpfund ist gespannt, wie der Rechtsstreit ausgeht. „Eine problematische Angelegenheit“, sagt Tausendpfund. Schließlich gebe es die Suchgeräte für Hobby-Schatzsucher überall zu kaufen. Bei der Gerichtsentscheidung „geht es ums Prinzip“. Die Schatzsucher seien jedenfalls auf etwas „ganz, ganz Spannendes gestoßen“.

In der Tat: Das deutsche Chiffriergerät ist noch viel seltener ist als die berühmte Enigma. Nur rund 500 Stück des Schlüsselgeräts 41 kamen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zum Einsatz. Mittlerweile befindet sich das seltene Relikt, ein Nachfolger der Enigma, das vermutlich seit Kriegsende, also mehr als 70 Jahre lang im Waldboden bei Aying lag, im Deutschen Museum. „Ich hatte den einzigen Chiffrier-Experten in Deutschland ausfindig gemacht“, hatte Schöps 2017 Interview mit demMünchner Merkur erzählt. „Nach einigen Telefonaten und Mails habe der Experte gesagt, er wolle versuchen, das Gerät im Ausland zu verkaufen. „Und es gab tatsächlich Anfragen aus New York und England. Aber da hat der Preis nicht gestimmt. Das wollten wir dann auch nicht. Und wir dachten, es soll im Lande bleiben, nicht bei irgendeinem Ami in der Privatsammlung stehen“, sagte Schöps in dem Interview.

Für einen „höheren vierstelligen“ Betrag übergaben die Schatzsucher das seltene Chiffriergerät schließlich ans Deutsche Museum. Dort plant man laut Pressemitteilung des Museums, die „Hitlermühle“ in der neuen Dauerausstellung „Bild – Schrift-Codes“, die Ende des Jahres eröffnet werden soll, zu zeigen.

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