First Responder Feuerwehr Helfendorf
+
„Unsere Mannschaft ist mit großem Eifer dabei“: Die First Responder der Feuerwehr Helfendorf.

Weil im Notfall jede Minute zählt

25 Jahre First Responder der Feuerwehr Helfendorf: Die Lebensretter

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
    schließen

Während andernorts Feuerwehren ihren First Responder-Dienst aus Überlastung einstellen, feiert in Helfendort ein Erfolgsprojekt 25-jähriges Bestehen.

Großhelfendorf – Andernorts wie jüngst in Erding geben die First Responder auf. Seit einem Vierteljahrhundert sind die Retter der Helfendorfer Feuerwehr bei Unfällen zur Stelle. Aufhören ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil.

25 Jahre ist es her, da hat die Feuerwehr Helfendorf ihre First Responder gegründet. Seither ist sie nicht nur zur Brandbekämpfung und Technischen Hilfeleistung unterwegs, sondern auch als Ersthelfer bei Unfällen. Durch die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums inklusive kirchlicher Segnung von zwei Feuerwehrfahrzeugen hat Corona-Pandemie einen Strich gemacht. Alles verschoben.

First Responder überbrücken die Zeit, bis der Notarzt kommt.

Aber alarmiert werden die Helfendorfer First Responder in Coronazeiten weiterhin. Wenngleich nicht mehr gar so häufig, nur auf so genannte Notarztindikationen. Das ist auch der eigentliche Grund für die ausgebildeten Helfer. Wenn jemand den Notarzt benötigt, dann zählt jede Minute. Um das Intervall zwischen Notfall und Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken, soll der First Responder sofort helfen. „Und das hat sich bewährt“, sagt Kommandant Korbinian Kroiß (51), ein Mann der ersten Stunde der First Responder in Helfendorf.

Ganz zu Anfang im Jahr 1995 sind die Responderkräfte mit dem Löschgruppenfahrzeug ausgerückt. Heute steht hierfür primär ein gut ausgerüsteter BMW X 5 zur Verfügung. Anfangs waren die Einsatzstichwörter vor allem Schlaganfälle oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Aber auch zu vielen anderen Einsätzen sind die Helfendorfer schon gerufen worden.

Im vergangenen Jahr wurden die Helfendorfer First Responder 193 Mal alarmiert.

Im vergangenen Jahr wurden sie allein 193 Mal alarmiert, so Vizekommandant Michael Euler (44). Dabei ist das Haupteinsatzgebiet für die Wehr die Gemeinde Aying, wobei nach Dürrnhaar vorrangig die Hofoldinger Kräfte fahren, weil sie näher dran sind.

22 Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 59 Jahren sind entsprechend für die First Responder ausgebildet und rücken für die Helfendorfer aus. „Wir haben vom Ersthelfer bis zur angehenden Ärztin alles dabei“, weiß Responder-Leiterin Gabriele Lechner (59). Und betont: „Wir haben eine gute Truppe beinand’.“

Vier Überlebende nach erfolgreicher Reanimation

Besonders stolz ist die Wehr auf die im Jahr 2019 von der Gemeinde eigens angeschaffte Responder-Kleidung für die Einsatzkräfte, die unter der Woche allesamt alarmiert werden. Am Wochenende gibt es einen Schichtbetrieb, da können die Einsatzfahrzeuge – neben dem BMW gibt es auch den Mannschaftstransportwagen Florian Helfendorf 14/1 – schon auch mit nach Hause genommen werden, um von dort aus auf den Alarm zu fahren.

Erfreut zeigt sich die Führungsriege, dass es mittlerweile vier Überlebende nach erfolgreicher Reanimation in der Respondergeschichte gibt, die auch auf die Unterstützung des Responders zurückgeht. Schicksale bleiben aber nun mal auch nicht aus. Als sehr belastend erinnert sich Kroiß an den Tod des neunjährigen Simon Lechner Anfang Januar 2019 in Trautshofen: „Das wünsche ich niemanden.“

Viele Patienten kennen die Helfendorfer Helfer persönlich.

Fakt sei, dass die Helfendorfer natürlich aufgrund ihres Einsatzgebietes häufiger auch jemandem zu Hilfe kommen, den sie persönlich kennen. Es brauche einen klaren Kopf, um da richtig handeln zu können. Bewährt habe sich aber auch, dass die Helfendorfer nunmal ihr Gemeindegebiet wie die Westentasche kennen. Und näher dran sind, wenn Hilfe notwendig ist. „Unsere Mannschaft ist mit großem Eifer dabei“, versichert Kroiß. Gerade in einer kleinen Gemeinde, in der bald jeder jeden kennt, greife das Prinzip, dass die Helfer ihren direkten Mitmenschen helfen wollen.

Corona hat den Übungsdienst mächtig eingeschränkt, deswegen bietet die Wehr auch Onlineschulungen an. „Schließlich sollen alle bei der Stange bleiben“, erklärt Lechner. Große Rückendeckung erfährt die Wehr durch die Bevölkerung. „Wir bekommen immer wieder zweckgebundene Spenden für unseren First Responder“, lässt Kommandant Kroiß wissen. „Der First Responder ist bei uns sehr gut in der Gemeinde angesehen.“

Auch interessant: First Responder aus dem Landkreis München denken nicht ans Aufhören.

Auch interessant

Kommentare