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So funktioniert die Hashtag-Challenge: Eine Mutter wird für die Teilnahme in einem Video „nominiert“. Sie muss eines ihrer Kinder mit ausgestreckten Armen für zehn Sekunden hochhalten. Auf dem Foto: (v.l.) Magdalena Raeder, Patricia Hermann, Bettina Jentges und Martina Prankl.

Spenden für den guten Zweck

Ein Hoch auf die Hebammen

Zum Internationalen Hebammentag ruft Martina Prankl aus Aying die Initiative „Wir machen uns stark für Hebammen!“ ins Leben. Mit dem Hashtag „#HebArme“ sucht sie Gleichgesinnte.

Aying– Martina hat zwei Ziele: Die Wertschätzung für Hebammen in der Gesellschaft zu stärken und Spenden zu sammeln für die Organisation Mother Hood – eine Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und der ersten Lebensjahre.

Die Ayingerin erinnert sich an ihre eigene Zeit als junge Mutter: „Unsere Johanna kam fünf Wochen zu früh zur Welt. Nach einer Woche im Krankenhaus durften wir heim. Meine Hebamme kam zwei Wochen lang jeden Tag und unterstütze mich nicht nur praktisch bei meinem Wunsch zu stillen, sondern auch mental. Ohne ihre Zuwendung und ihre Tipps hätte ich aus Frust wahrscheinlich aufgegeben.“

Im Geburtsvorbereitungskurs der Hebamme lernte Martina andere werdende Mütter kennen. Es bildeten sich Freundschaften und auch andere erinnern sich: Vroni Schröder aus Aying erzählt: „Ich will ehrlich sein: Ich hatte eine Wochenbettdepression. Ohne Hebamme hätten wir die schwere Zeit nicht so überstanden. Sie kam jeden Tag zu uns nach Hause, auch an den Weihnachtsfeiertagen, und half meinem Mann mit unserem Baby, während ich im Krankenhaus sein musste.“

Die angehenden Mütter besuchten im vergangenen Jahr nicht nur den Geburtsvorbereitungskurs. Sie wurden im Wochenbett betreut, profitieren vom Rückbildungskurs und bekamen Hilfestellung für die Zubereitung der Beikost für ihre Babys – alles Angebote der Hebammenpraxis.

Diese Leistungen sind nach Meinung von Martina Prankl enorm wichtig und sollten von der Politik und Gesellschaft honoriert werden. Gemeinsam fordern die Mütter eine flächendeckende Versorgung für alle Schwangeren und Mütter durch Hebammen in der Region, eine angemessene Betreuung der Frauen in der Klinik durch eine Hebamme, ohne zeitlichen Druck durch zu hohe Arbeitsdichte. Außerdem müsse es eine angemessene Honorierung der freiberuflichen Hebammen geben.

Wie läuft die „#HebArme2“ Challenge ab? Eine Mutter wird für die Teilnahme in einem Video „nominiert“. Sie muss eines ihrer Kinder mit ausgestreckten Armen für zehn Sekunden hochhalten. Schafft es die Teilnehmerin für zehn Sekunden die Arme samt Kind zu „heben“, hat sie die Challenge bestanden und nominiert weitere Mütter. Schafft sie es nicht, soll sie zehn Euro an die Organisation Mother Hood spenden.

Zur Dokumentation dient ein Handy-Video. Teilnehmen kann jeder über Facebook, Instagram, WhatsApp. Die Initiatoren erinnern alle Eltern daran, die Persönlichkeitsrechte der Kinder zu schützen. Teilnehmen können Mütter mit ihren Kindern jeden Alters. „Wenn unsere Aktion beim Gesundheitsminister Jens Spahn ankommt, bin ich zufrieden.“  mm

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