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Gut zu erkennen : Am Umriss auf der landwirtschaftlichen Fläche östlich des Wagnerbergs zeichnen sich die Ecktürme und Binnentürme des Kastells in Aying ab.

Historischer Fund

Einzigartiges Kastell in Aying entdeckt

In Aying haben Experten ein Kastell aus der spätrömischen kaiserzeit entdeckt. Ein Luftbild des Landesamts für Denkmalpflege zeigt Mauerzüge und Türme einer Befestigung östlich vom Wagnerberg. „Ein großartiger Fund für die Ayinger Ortsgeschichte“, jubelte Franz Inselkammer jun. im Gemeinderat. Seiner Familie gehört ein Teil des Grundstücks, auf dem das Kastell vor 1700 Jahren stand.

Aying– Eine quadratische Befestigung mit Ecktürmen und vier dazwischen liegenden Ecktürmen: So sah das Kastell im ausgehenden dritten und beginnenden vierten Jahrhundert einmal aus. Aus der Luft sind die Fundamentzüge eines viereckigen Bauwerks (65 auf 67 Meter) zu erkennen. In Kombination mit geophysikalischen Untersuchungen lassen sich Form und Struktur der Anlage in Aying, östlich des Wagnerbergs, exakt beschreiben.

Starker Massivbau

Alexandra Beck, stellvertretende Pressesprecherin des Landesamts für Denkmalpflege (BLfD), teilt auf Anfrage des Münchner Merkur mit: „Die Ayinger Anlage folgt dem Grundkonzept spätrömischer Kastelle und Festungsbauten des ausgehenden dritten und vierten Jahrhunderts aus Stein. Damals wurden kompakte, stark befestigte und damit leicht zu verteidigende Massivbauten bevorzugt. In Bayern ist dieser spezielle Bautyp bislang nicht nachgewiesen.“

Station für Legionäre

Parallelen zum nun entdeckten Kastell in Aying gibt es derweil zu Anlagen in Österreich (Innsbruck-Wilten) und Liechtenstein (Schaan). Das BLfD nimmt an, dass 120 bis 160 Mann in dem Kastell in Aying stationiert waren. Damit rückt die Entdeckung die Gemeinde, aber auch die gesamte Region in den „Fokus der römischen Verkehrs-, Wirtschafts- und Militärgeschichte der ehemaligen Provinz Raetia beziehungsweise ab 303/14 der Provinz Raetia Secunda“, erläutert Beck. Der Fund habe große „Bedeutung für die römische Besiedelungsgeschichte im Landkreis München und in Oberbayern.“ In der Regel sind Bodenfunde aus der römischen Zeit heute die einzigen Quellen zur Erforschung der vor- und frühgeschichtlichen Zeit.

Als Bezugsorte für den Fund in Aying hat das Landesamt für Denkmalpflege spätrömische Kastelle vergleichbarer Größe herangezogen. Davon sind in Bayern Anlagen in Eining (Kastell Abusina), Grundremmingen (Bürgle) oder Passau (Kastell Boiotro) bekannt.

Rat will mehr wissen

Nach der spektakulären Entdeckung der Erdställe neben der Kirche St. Andreas (wir berichteten) wird die Gemeinde Aying damit innerhalb kürzester Zeit nun mit einem zweiten Sensationsfund auf der Denkmalliste aufgeführt. Der Gemeinderat wünscht sich, dass die Erkenntnisse im Gremium vorgestellt werden. Hierfür soll nun ein Termin gefunden werden. Zur Konstruktion und den Baumaterialien könne das BlfD aber derzeit noch keine Schlüsse ziehen, teilte BLfD-Sprecherin Beck auf Anfrage mit.

Historisches Aying

Dass sich Aying vom römischen Vornamen „Agius“ ableitet, ist mehrfach vermutet worden. „Vielleicht hat man mit dem Kastell nun den wahren Ursprung von Aying gefunden“, sagt Franz Inselkammer jun. Der Großteil des Kastells steht auf Grund seiner Familie. Für einen Teil hat Inselkammer Baurecht. Aber: Es gehe ihm nicht um das Baurecht, sagte er. Dazu habe der Fund eine viel zu große Bedeutung. Nördlich vom Fundort seien eine bajuwarische Siedlung und ein Gräberfeld nachgewiesen worden. „Deshalb kann man möglicherweise sogar von einer Kontinuität bis heute ausgehen. Das finden wir alles sehr spannend.“

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