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Großes Interesse herrscht bei der Bürgerversammlung.

Stellvertretender Landrat reagiert genervt auf Äußerungen

Thema Asyl: Heiße Debatte um Gerüchte in Aying

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Aying – Ernst Weidenbusch kann die Gerüchte nicht mehr hören. Der stellvertretende Landrat reagierte sichtlich genervt bei der Bürgerversammlung.

Es war eigentlich nur eine Randbemerkung. Gudrun Rödl sagte, dass oft an Gerüchten etwas Wahres dran sei. Diese Bemerkung bezog sie auf ihre Frage, ob in der Containersiedlung für Asylsuchende am Ayinger Bahnhof tatsächlich einmal in der Woche ein Putzdienst sauber mache. 

Doch diese Äußerung sorgte bei der Bürgerversammlung für Empörung. Insbesondere der Stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch (CSU) reagierte spürbar gereizt: „Wir stellen oft fest, dass die Gerüchte nicht stimmen.“ Es werde jedem Hinweis nachgegangen, manchmal sogar mit kurzfristig einberufenen Sonderterminen im Landratsamt. Meistens gebe es keine echten Anhaltspunkte für diese Gerüchte. „Gerüchtestreuer leben davon, dass an jedem Gerücht etwas Wahres dran sein soll.“ Ihnen gehöre das Handwerk gelegt. Weidenbusch fand deutliche Worte. 

Rödl erklärte, es könne aber auch nicht stimmen, dass es keine Übergriffe durch Asylbewerber gebe. Die Medien würden schließlich regelmäßig darüber berichten. 

Damit rief Rödl Armin Ganserer auf den Plan. „Wir verdrängen die Wahrheit nicht“, betonte der Leiter der Polizeiinspektion Ottobrunn. Seine vorangegangene Feststellung, es habe bislang keine Übergriffe von Asylsuchenden auf die Bürger gegeben, habe sich ausschließlich auf den Einsatzbereich seiner Inspektion und auf den Landkreis München bezogen. „Ich bitte Sie um ein gewisses Fingerspitzen- und Bauchgefühl“, appellierte Ganserer an die Zuhörer. 

Bürgermeister Hans Eichler (PWH) betonte ebenfalls, ihm sei konkret in Aying nichts zu Übergriffen bekannt. Und Rödl bekam auch noch eine Antwort, ob in der Unterkunft der Putzdienst für Ordnung sorgt. Der Gemeinschaftsraum wird von einem Asylsuchenden gesäubert. 

Doch nicht nur Rödl fand kritische Worte. Helmut Hettenkofer aus Kleinkarolinenfeld klagte massiv über den Winterdienst. Am 18. Januar sei beim Räumen Schaden an der Westseite der Kreisstraße entstanden. Bürgermeister Eichler merkte an, dass auch er betroffen gewesen sei. 

Hintergrund: Es sollte so Schnee weggeschoben werden, dass kein Wasser auf der Fahrbahn stehen bleibe. Deswegen schob das Räumfahrzeug den Schnee über die Bankette hinaus. Die Folge: Grasnarben und Steine wurden beschädigt. „Das Mittel war nicht ganz richtig“, gab der Rathauschef zu. Das Staatliche Bauamt werde darüber informiert. 

Eine Bitte äußerte Nortrud Semmler-Otranto: Sie wünschte sich, dass 5000 Quadratmeter Grün- und Ausgleichsflächen zwischen den Parkplätzen der Firma Fritzmeier nördlich der Forststraße und den Wohnhäusern angelegt werden. Doch die Gemeinde hat diesbezüglich kein Handlungsrecht. Das Einzige, was die Verwaltung tun könne, sei, „das Unternehmen mit Nachdruck bitten, seiner Verpflichtung nachzukommen“, sagte der Rathauschef. Aber überwachen kann dies nur das Landratsamt als zuständige Behörde.

wjr

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