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Die Fahnenweihe der Veteranen 1966 mit dem Trommlerzug. 

Helfendorfer feiern Jahr- und Geburtstag

Veteranenverein wird 110 Jahre alt

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Helfendorf –110 Jahre gibt es - mit Unterbrechungen im Zweiten Weltkrieg - den Veteranenverein. Gegründet haben ihn Männer, die wussten, was Krieg und Schrecken bedeuten.

Stets am ersten Sonntag im September herrscht eine Art „Volkstrauertag“ in Kleinhelfendorf. Gemeinsam feiern der Veteranen- und Kriegerverein, die Freiwillige Feuerwehr und die Schützengesellschaft Hubertus ihren Jahrtag – mit Kirchgang und Totengedenken an der Kriegergedächtniskapelle vor der Pfarr- und Wallfahrtskirche Sankt Emmeram. Heuer fällt dieser Tag auf diesen Sonntag. 

Zeitgleich feiert der Veteranen- und Kriegerverein sein 110-jähriges Bestehen. „Sowohl die Gründung des Vereins im Jahr 1906 als auch dessen Wiedergründung im Jahr 1950 erfolgte in Friedenszeiten. Beide Male waren es Kameraden, die Kriege hautnah miterlebt und überlebt haben, die den Verein – wieder – aus der Taufe hoben“, sagt Ayings Bürgermeister Hans Eichler (PWH), der seit 1988 den Verein als Vorsitzender anführt.

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Verlangen in Helfendorf laut, einen Veteranenverein zu gründen. Wann das genau war, weiß niemand, da die Unterlagen bis zum Jahr 1945 vernichtet wurden. Anhand von Gedächtnisprotokollen ist jedoch der 11. März 1906 als Gründungsdatum überliefert. Der Zusammenschluss war hauptsächlich ein Verdienst des Gründungsvorsitzenden Florian Hellwasser aus Unterschops, des Oberlehrers Max Lorenz und des Gastwirts Benno Messerer. 

Bereits am 16. Juni 1907 feierte der Veteranen- und Kriegerverein seine Fahnenweihe und am 16. Juli 1922 schließlich die Enthüllung der Kriegergedächtniskapelle. Die darin angebrachten Tafeln erinnern an die Teilnehmer der Feldzüge in den Jahren 1866, 1870/71 und an die Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs. 

Noch im Jahr der Enthüllung, 1922, übernahm die damals eigenständige Gemeinde Helfendorf die Verantwortung für das Kriegerdenkmal. Bis zum Zweiten Weltkrieg gedachten die Helfendorfer dort jedes Jahr der Opfer. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam eine weitere Tafel für die „toten Heimatsöhne von 1939 – 45 der Gemeinde und Pfarrei Helfendorf“ in der Kriegerkapelle hinzu. 

Die Wiedergründung des Vereins fand bei einer Versammlung am 13. August 1950 statt. Bis heute gehört es zur Aufgabe des Veteranen- und Kriegervereins, das Andenken an die Opfer der Kriege zu erhalten. Auf der alten Vereinsfahne steht: „Wir werden nicht vergessen, was ihr für uns getan habt!“ Vorsitzender Eichler sieht darin auch eine Verpflichtung, um den Frieden zu erhalten. Der kommen die Mitglieder wieder an diesem Sonntag nach.

Wolfgang Rotzsche

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