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Das Team der FWGA stellt bisher die stärkste Fraktion im Gemeinderat Aying. Das soll mit den Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 auch so bleiben. 

Niemand will Rathauschef werden

Aying: Stärkste Fraktion findet keinen Bürgermeister-Kandidaten

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Die Freie Wählergemeinschaft Aying hat die Liste mit den Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 präsentiert. Das Bürgermeisteramt strebt niemand an.

Aying – Ohne Bürgermeisterkandidat zieht die Freie Wählergemeinschaft der Gemeinde Aying (FWGA) in die Kommunalwahlen 2020. Es habe sich schlichtweg niemand bereit erklärt, so der FWGA-Vorsitzende und Vizebürgermeister Josef Bachmair. Mehrere wurden angesprochen, manche wurden hinter vorgehaltener Hand vermutet. Doch niemand möchte sich aufs Schild heben lassen.

Bis zuletzt wollte die FWGA nicht aufgeben. Auf der Aufstellungsversammlung im Ayinger Bürgerhaus wurden die 98 Anwesenden nochmals gefragt. Ohne Erfolg. Also bleibt es wohl bei zwei Kandidatinnen und drei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 15. März 2020.

Aber auch so kann sich die Liste der FWGA für den Gemeinderat sehen lassen. Vor allem auf den Altersdurchschnitt sind die Verantwortlichen stolz, da dieser bei 41 Jahren liegt. Und darauf, dass sich fünf Frauen und 15 Männer gefunden haben, die sich bereit erklären, bei einer Wahl für sechs Jahre Gemeinderat zur Verfügung zu stehen. Das sei gar nicht so einfach gewesen, verdeutlicht Schriftführerin und Gemeinderatsmitglied Karin Lechner. Gefühlt habe sie in Peiß, wo sie wohnt, an jeder Haustür geklingelt und für eine Kandidatur geworben. Mit sehr mäßigem Erfolg. Gerade zwei Peißer sind auf der Liste drauf, fünf aus Dürrnhaar.

Auch Gemeinderatskandidaten sind nicht leicht zu finden

Als Absagen hat Lechner oftmals gehört: „Ich habe keine Zeit“ oder „Ihr macht’s das schon.“ In der Tat kandidieren auch jene Fünf, die bereits im Gemeinderat vertreten sind. Neben Bachmair und Lechner sind das Manfred Renk, Johann Springer und Anna-Maria Viertlböck. Auf der Liste stehen mehrere, die bereits 2014 kandidiert haben. Andere sind neu drauf. Neubürger fehlen. „Wir haben auch einen guten Querschnitt bei den Berufen geschafft“, merkt Lechner zur Liste an. Jung und alt sind gleichermaßen vertreten.

Derzeit bildet die FWGA die stärkste Gruppierung im Gemeinderat. Das soll 2020, wenn das Gremium von 16 auf 20 Mitglieder anwächst, wieder so sein. Und die FWGA möchte sogar mindestens einen Sitz mehr erzielen. Ein hehres Ziel. Josef Bachmair hat bei der Aufstellungsversammlung einen Punkt besonders hervorgehoben, den er sich auch für die Zukunft im Gemeinderat wünscht: das Miteinander bei der Entscheidungsfindung und bei den Entscheidungen. Da gehe es vor allem um eines: das Wohl der Bürgerinnen und Bürger. Ungeschrieben ist das Reglement, dass die FWGA ihre Kandidaten aus dem Gebiet der Altgemeinde Peiß nimmt. Gleiches gilt für die Parteiunabhängige Wählergemeinschaft Helfendorf für ihr ehemaliges Terrain der Altgemeinde Helfendorf. Eines eint die beiden: Sie gehören nicht den Freien Wählern an.

Im Überblick: Kommunalwahl 2020 – Das sind die Parteien und Kandidaten im Landkreis München

Die Liste

1. Karin Lechner (52), kaufmännische Angestellte 2. Manfred Renk (56), Schreinermeister 3. Matthias Neumair (28), Landwirtschaftsmeister 4. Johann Springer (37), selbständiger Elektromeister 5. Josef Bachmair (65), Diplom-Ingenieur (FH) 6. Maria Müller (30), Schreinergesellin 7. Thomas Bachmair (35), Diplom-Ingenieur (FH) 8. Christof Beil (56), Geschäftsführer 9. Anna-Maria Viertlböck (63), Hausfrau / Landwirtin 10. Werner Fauth (55), Landwirtschaftsmeister 11. Sebastian Bauer (27), Teamleiter Projektsteuerung 12. Andreas Ruland jun. (29), Zimmerer 13. Wilhelm Zeidler jun. (37), Landwirt 14. Max Wimmer (36), Kaufmann 15. Birgit Band (52), Diplom-Ingenieurin und Projektleiterin 16. Hans Leibl (52), Elektroniker 17. Thomas Neff (48), Qualitätsfachmann 18. Nicole Peterlik (37), kaufmännische Angestellte 19. Andreas Thoma (37), Metallbaumeister 20. Martin Bachmair (52), Feuerwehrmann

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