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Bei der Bekanntgabe des Ergebnisses der Abstimmung zum SPD-Vorsitz jubeln Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. Die Stimmungslage an der Basis über den Wahlausgang ist gemischt.

Die Stimmen von der Basis

Neues Führungs-Duo für die SPD: Genossen im Landkreis zwischen Kritik und Hoffnung

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Die SPD hat ein neues Führungsduo gekürt, das als kritisch gegenüber der großen Koalition gilt. Im Landkreis München stößt das auf gemischte Gefühle.

Landkreis – Gekannt oder zumindest schon mal von ihnen gehört haben die SPD-Mitglieder im Landkreis schon, bevor Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken am Wochenende von der Mehrheit der SPD-Mitglieder zu ihrem neuen Führungsduo in Berlin erkoren wurden. Ob das eine gute Entscheidung war, daran scheiden sich die Geister. Erich Leiter, SPD-Vorsitzender des Ortsvereins Aying, findet: „auf jeden Fall“. Er hofft, dass die SPD in Berlin und in der Großen Koalition jetzt mal endlich „auftrumpft“ und es künftig „keinen Kompromiss vom Kompromiss“ mehr gibt. Dass die beiden noch relativ unbekannt seien, sieht er nicht als Nachteil. Olaf Scholz, der bei der Wahl den Kürzeren zog, habe in den letzten Jahren immer alles mitgetragen. „Dem kauft man einen Neuanfang nicht ab.“

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Kein ,Weiter so’

Das glaubt auch Ramona Greiner, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Grünwald-Straßlach. Sie hatte zunächst mit einem anderen Duo sympathisiert, hatte sich jedoch dann auch für Esken, die sie vorher nicht gekannt hatte, und Walter-Borjans entschieden, da sie ihnen die besten Chancen gegen Scholz einräumte. „Die SPD ist so im Abwärtsstrudel, da kann es kein,weiter so‘ geben. Zudem sei auch sie keine Anhängerin der schwarzen Null. „Wir sind eine progressive Partei, und da muss man Themen auch progressiv angehen.“

Etwas anders sieht das Klaus Korneder, SPD-Bürgermeister in Grasbrunn. „Meine Favoriten waren beide nicht“, sagt er über das neue Duo. Er versteht die Kritik an der Großen Koalition und weiß, dass es in der Partei deswegen rumort. „Aber es war die einzige Möglichkeit, eine tragfähige Regierung zu bilden“, gibt er zu bedenken. Die SPD sei da in die Bresche gesprungen, nachdem die anderen einen Rückzieher gemacht hatten. Jetzt müsse man das aber auch zu Ende bringen. „Und wenn man dann das nächste Mal Nein sagt, sollte man aber auch beim Nein bleiben.“

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Nicht alles einstampfen

Margit Markl, Vorsitzende der SPD Oberhaching, ist nicht zufrieden. „In der Regierung läuft es jetzt langsam, es geht was voran, auch wenn man Kompromisse eingehen muss“, findet sie. „Es läuft nicht so schlecht, dass man jetzt alles einstampfen muss.“ Die Wahl des neuen Duos vermittle nach außen, dass „die SPD sich nur mit sich selbst beschäftigen will“. Man müsse das, was SPD ausmache, nach vorne bringen. Denn Themen und ein Statement habe man auch schon vorher gehabt.

„Ich hoffe, dass damit nun alle Personaldiskussionen ein Ende haben“, wünscht sich Alexander Greulich, SPD-Bürgermeister in Ismaning. Er erwarte, dass sich nun alle „geschlossen der Themen annehmen“. Eine kritische Betrachtung der Großen Koalition hält er grundsätzlich nicht für schädlich. Ein Ausstieg müsse aber nicht sein. „Vieles ist da in Bearbeitung, und ich will, dass da weitergearbeitet wird.“

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