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522 Euro sollen MV-J ahreskarten künftig im gesamten Landkreis kosten. 

Landratsamt unterstützt Pendler

MVV-Jahreskarten für 522 Euro: Die Landkreis-Flatrate kommt

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  • Andreas Sachse
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5,7 Millionen Euro nimmt der Landkreis München in die Hand, um die Pendler nach der Tarifreform des MVV zu unterstützen.

Landkreis – Alle Fahrgäste sollen denselben Betrag zahlen, egal in welcher Zone sie sich bewegen. Das Defizit gleicht der Landkreis aus. Ihr Geld bekommen die Pendler von den Kommunen zurück. Das hat der Kreistag am Montag nun endgültig beschlossen.

Von der Flatrate profitieren vorerst nur die Besitzer einer Jahreskarte. Grundlage sind die Kosten für eine Jahreskarte der M-Zone, die sich auf 522 Euro belaufen. Sollte sich das Modell bewähren, will der Landkreis nach zwei Jahren prüfen, ob auch Monatskarten berücksichtigt werden können. Langfristiges Ziel ist es, auch die Nachbarlandkreise mit ins Boot zu holen.

So funktioniert’s

Pendler, die in den Außenbereichen M1 oder M2 wohnen zahlen deutlich mehr für ihre Jahreskarte. Wer beispielweise in Aying (M2) wohnt, muss 1077 Euro für eine Jahres-Isarcard berappen. Pendler können sich nun ab Januar 2021 gegen Vorlage der Jahresabo-Bescheinigung bei ihrer jeweiligen Rathaus-Verwaltung die Differenz zu den 522 Euro zurückerstatten lassen. Das Geld holen sie die Kommunen dann vom Landkreis zurück.

Reaktionen

Mit einer Gegenstimme von Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU), der die Reform nicht kaputt reformiert sehen will, verständigten sich die Kreisräte einhellig auf die Jahreskarten-Flatrate. Nur die SPD hätte zu gern auch gleich die Monatsticket-Besitzer mit berücksichtigt. „Das Jahresticket allein ist zu kurz gegriffen. Das ist ein halbherziger Schritt, während wir hier im Verkehr ersaufen“, kritisierte Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (SPD). Deshalb haben die Ismaninger Sozialdemokraten und die Freien Wähler nun einen Antrag gestellt, um für ihre Gemeinde zumindest die Monatskarten zu erstatten.

Über das „zwanghafte Suchen nach dem Haar in der Suppe“ ärgerte sich Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU). Und Landrat Christoph Göbel pflichtete ihm bei: „Wir wollen ja bewusst die Leute unterstützen, die dauerhaft den Öffentlichen Nahverkehr nutzen.“

Nach zwei Jahren wolle man prüfen, ob sich das Modell bewährt hat und wie weit bis dahin die Bestrebungen für ein 365-Euro-Ticket gediehen sind, wie es von der bayerischen Staatsregierung vorgesehen ist.  

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