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Mittelpunkt des Dorflebens war die Filialkirche St. Nikolaus in Peiß lange Zeit.

650 Jahre Filialkirche St. Nikolaus

Peiß feiert sein Schmuckstück

Peiß- Großer Auftakt: Heute beginnen die Feierlichkeiten zum 650.Geburtstag der Filialkirche St. Nikolaus. Ein Dorf feiert.

Nein, richtig verbrieft ist das Datum nicht. Trotzdem begeht Peiß die 650-Jahr-Feier ihrer Filialkirche Sankt Nikolaus. Passender Weise fällt das Namensfest, der 6. Dezember, auf den kommenden Sonntag. Zum Festgottesdienst reist eigens der emeritierte Weihbischof Engelbert Siebler an, um mit den Gläubigen das Jubiläumsjahr zu eröffnen.

Auf einer Kartusche im Chorbogen des Gotteshauses steht die Jahreszahl 1366, wobei diese nicht hinreichend verbürgt ist. „Dieses Jahr steht immer und überall“, sagt aber Claudia Blumoser, die seit 1998 die Aufgabe der Mesnerin von ihrer Oma Anna übernommen hat. Blumoser ist auch im Ayinger Pfarrgemeinderat aktiv und gehört dem Kreis der Ehrenamtlichen an, die das Jubiläumsjahr organisieren. Vor gut zwei Jahren sei im Pfarrgemeinderat – das katholische Peiß gehört zur Pfarrei St. Andreas in Aying – darüber gesprochen worden, das Jubiläumsjahr 2016 nicht zu übersehen.

Ein Team aus Mitgliedern des Pfarrgemeinderats und der Kirchenverwaltung, aus Peiß und Ex-Bürgermeister Bernhard Katzmair tüftelte das Programm aus, das am Sonntag startet, aber weit ins nächste Jahr hineingreift. Es wird ein Faschingskranzl geben, zum Passionssingen und zu einer Maiandacht eingeladen und im Juli das Pfarrfest von Aying nach Peiß verlegt.

Doch jetzt ist erst einmal das Patrozinium dran. Für Sonntag sind alle Vorbereitungen erledigt. Zur Gestaltung des Altarraums wurde am Freitag eine zwölf Meter lange Girlande gebunden. Seit Wochen waren auch die Engelbastler aktiv: Im privaten Kreis wurden kleine Dekorationsartikel gezaubert, die beim Frühschoppen verkauft werden. Dann werden auch noch die letzten Exemplare des eigens aufgelegten Kalenders für 2016 verkauft (wir berichteten). Darin enthalten sind viele Fotos von der Filialkirche und Peiß. Am Sonntag werden zudem 150 Bilder ausgestellt, die den Ort, seine Menschen, das Dorfgeschehen und natürlich die Kirche zeigen. Viele davon haben schon historischen Wert. Sie zeigen, dass sich das öffentliche Leben früher oftmals rund um das verhältnismäßig große Gotteshaus von Peiß abgespielt hat. „Die Peißer fühlen sich mit ihrer Kirche sehr verbunden“, erklärt Blumoser. „Sie schätzen sie sehr. Und wenn Hilfe gebraucht wird, sind sie sofort da.“

Das hat der Festausschuss auch bei seinen Vorbereitungen festgestellt. „Da dürft Ihr aber sehr stolz sein auf Eure Kirche“, hat Blumoser von Fremden kürzlich gehört. Dieses Kompliment findet die Mesnerin sehr passend. Denn „wer eintritt, findet ein schönes Gesamtbild vor“. Der heutige barocke Saalbau mit Pilastergliederung, eingezogenem Polygonalchor, Westturm mit Zwiebelhaube und seitlich angefügter Sakristei wurde Ende des 17. Jahrhunderts erbaut und fertiggestellt. Vorne im Hochaltar thront die Figur des Heiligen Nikolaus. Sie ist gut 500 Jahre alt und dürfte noch aus dem gotischen Vorgängerbau stammen. Auch die beiden Figuren im rechten Seitenaltar stammen noch aus der Zeit um 1500: die Heiligen Florian und Erhard.

wjr

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