Schwere Vergehen hat der Mann gestanden.
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Schwere Vergehen hat der Mann gestanden.

54-Jähriger gesteht Taten an sieben und 13 Jahre alten Mädchen

Prozess wegen sexuellen Missbrauchs

  • Nina Gut
    vonNina Gut
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Der 54-Jährige hört zu, was ihm die Übersetzerin auf Spanisch sagt. Als sie die Erklärung seines Verteidigers Christian Gerber übersetzt, nickt er. Ja, er bestätigt, dass er „die ihm zur Last gelegten Vorwürfe vollumfänglich einräumt“.

Oberhaching/Aying- Dabei geht es um schwere Vorwürfe. Jahrelang soll er die beiden jüngeren Halbschwestern seiner Lebensgefährtin sexuell missbraucht haben. Seit gestern muss er sich wegen Missbrauchs in rund 200 Fällen vor dem Landgericht München I verantworten. Seit Juni vorigen Jahres sitzt er in Untersuchungshaft. Er ist achtfach vorbestraft, unter anderem wegen Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung.

Er selbst äußerte sich nicht zu den angeklagten Taten. Laut Staatsanwaltschaft trugen sie sich wie folgt zu: Zwischen Ende Mai 2010 und Januar 2016 habe er sich in der elterlichen Wohnung in Oberhaching und in der früheren Wohnung deren Schwester in Aying, in der er damals auch lebte, vergangen. Die Kinder waren damals sieben bis 13 beziehungsweise zehn bis 16 Jahre alt. Vor allem die ältere Schwester sei betroffen gewesen. Aus Angst vor dem Angeklagten, vor allem davor, dass er sie schlagen werde, wehrte sie sich nicht. Laut Anklage bot er ihr nach den ersten Vorfällen Geldbeträge zwischen 20 und 50 Euro an, wenn sie das mache, was er wolle. Das Mädchen erhielt jedoch kein Geld.

Zu zwei Zeitpunkten half das Mädchen dem Angeklagten bei der Ableistung von Sozialstunden auf einem Sportgelände in München. Auch hier missbrauchte er das Kind laut Anklage beim Putzen der Duschräume und Umkleidekabinen. Auch bei einem weiteren Besuch von ihr auf einem Sportgelände in München, wo er Sozialstunden leisten musste, habe er sich in einer Kammer an ihr vergangen.

Der 54-Jährige ließ über seinen Verteidiger erklären, dass die Taten durch das Umfeld begünstigt worden seien - und zwar durch viele Feiern und „massiven Alkoholkonsum“. Das sei aber keine Rechtfertigung oder Entschuldigung. „Die Taten werden ohne Wenn und Aber eingeräumt“, sagte Anwalt Gerber.

Auf Anregung von Gerber gab es Verständigungsgespräche zwischen den Prozessbeteiligten. Dabei stellte sich die Staatsanwältin 12 bis 13 Jahre Haft vor für den Fall, dass der Angeklagte nicht gesteht. Aber auch mit Geständnis sah sie zehn Jahre Gefängnis als untere Grenze an. Der Verteidiger dagegen erachtete sechseinhalb Jahre als angemessen.

Die elfte Kammer des Landgerichts München I kam zur Einschätzung, dass im Falle eines umfassenden Geständnisses keine höhere Strafe als siebeneinhalb bis achteinhalb Jahre zu verhängen sei. Die Staatsanwältin hielt diesen Vorschlag für zu niedrig und lehnte ab. Der Prozess dauert an.  gut

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