Eine Bergbaufirma stützt die Wände und Decken im Ayinger Erdstall mit Stahlträgern.
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Eine Bergbaufirma stützt die Wände und Decken im Ayinger Erdstall mit Stahlträgern.

Bodendenkmal einsturzgefährdet

Sicherung des Erdstalls kostet 235 000 Euro

  • Florian Prommer
    vonFlorian Prommer
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Aying - Die Entdeckung des Erdstalls in Aying hat weit über den Ort hinaus Schlagzeilen gemacht.  Die ortsgeschichtliche Attraktion zu erhalten, kostet allerdings eine Menge Geld.

Auf seinen Erdstall ist Aying mächtig stolz. Spricht man etwa Zweiten Bürgermeister Josef Bachmaier auf das Tunnelsystem aus dem Mittelalter weit unten im Erdreich an, gerät er regelrecht ins Schwärmen: „Das ist unser Sechser im Lotto. Eine wunderbare Geschichte, die uns da passiert ist.“

Damit das System aus Gängen und Kammern auch künftig erhalten bleibt, arbeiten die Ayinger mit Hochdruck daran, den Erdstall in seiner jetzigen Form zu bewahren. Mittlerweile hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLFD) den Erdstall nämlich als Bodendenkmal klassifiziert. Prädikat: zu erhalten.

Doch der Erdstall droht weiter einzustürzen. An manchen Stellen hat sich die Decke bereits gelöst. Daher ruhen die Bauarbeiten am neuen Pfarrsaal, der im Kirchengarten von St. Andreas gebaut werden soll, seit gut drei Monaten. Ein etwa 20 Meter langes Teilstück des Tunnelsystems verläuft nämlich unterhalb des geplanten Saals. Und Erschütterungen durch Baufahrzeuge könnten die Tunnel destabilisieren.

„Die Gefahr besteht, dass uns der Erdstall zusammenfällt“, verdeutlicht Bachmaier, der als Kirchenpfleger auch Bauherr des Pfarrsaals ist. Gemeinsam haben die Gemeinde, die katholische Kirchenstiftung der Pfarrei St. Andreas und das BLFD daher an einer Lösung gearbeitet, um den Erdstall zu sichern und die Statik des künftigen Pfarrsaals nicht zu gefährden – mit Erfolg. Seit Dezember arbeitet eine bergmännische Fachfirma aus Sachsen tief unten im Erdstall und stützt die spitz zulaufenden Tunneldecken dort, wo auf der Erdoberfläche später einmal der Pfarrsaal stehen soll, mit verzinkten Stahlträgern ab. Mitte Januar sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Während die oberirdischen Bauarbeiten derzeit also nicht nur witterungsbedingt auf Eis liegen, tut sich so einiges im Untergrund. Bereits seit einiger Zeit verbindet eine Betonröhre die beiden Tunneleinstiege, auf die ein Baggerfahrer im September vergangenen Jahres bei Aushubarbeiten für den Neubau gestoßen war.

Die komplizierte Sicherung der einsturzgefährdeten Tunnel(-decken) ist freilich nicht günstig. Alles in allem, so schätzt Bachmaier, belaufen sich die Kosten auf rund 235 000 Euro. „Klar, kaputt machen wäre der einfache und günstige Weg gewesen“, sagt Bachmaier. „Aber diesen Erdstall haben unsere Vorfahren gebaut. Damit hat er für uns auch historischen Wert.“

Wer die knappe Viertelmillion Euro letztlich bezahlt, ist übrigens noch unklar. Bislang finanziert Bachmaier die Bergbauarbeiten aus dem genehmigten Budget für den Pfarrsaal-Neubau. Die Suche nach Geldgebern läuft. Bachmaier hofft dabei insbesondere auf finanzielle Unterstützung der Erzdiözese München und Freising. Einen ersten Antrag hat er bereits eingereicht. Von Kirchenseite will man jedoch erst einmal abwarten, wie viel andere Zuschussgeber beisteuern. Anfragen gehen noch an das Landratsamt München und an die Gemeinde Aying. „Wenn wir wissen, wie viel fehlt, kommt die Erzdiözese ins Spiel“, sagt Sprecherin Bettina Göbner.

Wer die Sicherung letztlich auch zahlt, der Aufwand ist es wert. Das meint zumindest der Ayinger Erdstall-Forscher Dieter Ahlborn. Er war im September als erster unter der Erde und hat die Tunnel untersucht und vermessen. Über die derzeit laufenden Sicherungsarbeiten sagt Ahlborn: „Das ist zwar sehr aufwendig, aber eine super Sache.“

Wovon sowohl der Ehrenamtler Ahlborn als auch das Landesamt für Denkmalpflege abraten, ist, den Erdstall touristisch zu nutzen. Für Personengruppen seien die Tunnel zu eng und die Einsturzgefahr trotz Sicherung zu groß. Bachmaier jedoch deutet an, dass man durchaus mit dem Gedanken spiele, den Erdstall irgendwann „für einzelne Interessierte“ begehbar zu machen – natürliche erst nach Abschluss aller Bauarbeiten und in Absprache mit Behörden und Experten.

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