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Tieferlegung der Gleise: Aying stellt Liste auf, wo die Bahn noch nachbessern soll

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Von: Wolfgang Rotzsche

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Die Gleise am Bahnübergang Großhelfendorf werden tiefergelegt, überirdisch verläuft dann eine Brücke.
Die Gleise am Bahnübergang Großhelfendorf werden tiefergelegt, überirdisch verläuft dann eine Brücke. © wjr/A.

Die Gleise am Bahnübergang in Großhelfendorf sollen tiefergelegt werden. Das Planfeststellungsverfahren läuft. Doch mit allem ist die Gemeinde nicht zufrieden. Verwaltung und Gemeinderat haben jetzt eine lange Liste mit Hinweisen zusammengestellt, wo die Bahn noch nachbessern sollte.

Aying - Prinzipiell ist die Kommune mit dem Projekt durchaus einverstanden. „Die Beseitigung des Bahnübergangs an der Forststraße und die Tieferlegung der Bahn ist für uns vollkommen in Ordnung“, sagte Bauamtsleiter Martin Schildmann im Gemeinderat. Die Gemeinde könne froh sein, dass die DB Netz AG hier tätig werde. Doch dann kam das „Aber“. In der Bauverwaltung und im Rathaus hat man sich die Unterlagen zu dem Verfahren ganz genau angeschaut und in vielen Punkten noch Nachbesserungsbedarf gesehen.

Bahnsteig verlängern

So wünscht sich die Gemeinde von der Deutschen Bahn, dass der Bahnsteig in Großhelfendorf auf 210 Meter ausgebaut wird, damit dort auch Langzüge halten können. „Das wäre wichtig für einen 15-Minuten-Takt“, betonte Schildmann. „Und auch für eine denkbare Weiterfahrt der S-Bahn über Kreuzstraße nach Holzkirchen wäre das der richtige Weg.“ Bei diesem Thema sei Aying auch mit der Nachbargemeinde Valley (Kreis Miesbach) im Gespräch. Denkbar wäre ein Haltepunkt zwischen Kreuzstraße und Holzkirchen in Föching, sollte diese Strecke überlegt werden.

Sicherungspflicht

Außerdem macht die Gemeinde die Bahn auch auf das Gewerbe- und Mischgebiet südlich der Forststraße, an die Erschließungsstraße entlang der Böschung und die dortige Sicherungspflicht der Bahn aufmerksam. Schildmann listete weiterhin auf, dass vielleicht drei Wartehäuschen in Großhelfendorf besser wären als bisher zwei und dass der tiefergelegte Bahnsteig mit Notrufsäulen versehen werden soll.

Zugangsmöglichkeiten

Auch die Zugangsmöglichkeiten sind ein Thema in der Stellungnahme aus Aying. An einer Seite könnte es ein Treppenzugang sein, auf der anderen Seite wäre ein Aufzug charmant. „Jetzt haben wir die Chance, das müssen wir nutzen“, sagte Schildmann.

Im Zuge des Verfahrens wird auch der Bahnübergang an der Gaß Göggenhofen / Neugöggenhofen mit geplant. Hier macht die Gemeinde auf den dort verlaufenden Abwasserkanal aufmerksam, der verlegt werden muss. „Es könnte auch darüber nachgedacht werden, diesen gleich auch tieferzulegen“, erklärte Schildmann. Der Feldweg nach Neugöggenhofen muss teilweise weiterhin für landwirtschaftliche Fahrzeuge zugänglich sein. Und da die Gemeinde Grundstücke einbringen muss, sind eine Kreuzungsvereinbarung und eine entsprechende Entschädigung notwendig.

Was ist mit dem zweigleisigen Ausbau?

Hermann Klein (Grüne) beschäftigte die Frage nach dem zweigleisigen Ausbau. „Die gehen in Großhelfendorf weiterhin von einem Gleis aus. Das ist eine sehr vorsichtige Planung.“ Klein äußerte die Befürchtung, dass bei einem zweigleisigen Ausbau die Überführung weg- und im Gleisbereich alles herausgerissen werden muss. Bürgermeister Peter Wagner (CSU) merkte an, dass in dieser Planung der zweigleisige Ausbau nicht berücksichtigt werden darf. Das wurde bereits kommuniziert: „Aber ich bin zuversichtlich, dass da für ein zweites Gleis durchaus Platz sein dürfte.“ Schildmann schlug vor, zumindest in der gemeindlichen Stellungnahme einen Hinweis dazu einzufügen. Der Gemeinderat stimmte allen Punkten der Stellungnahme zu.

Infos zum Verfahren

Alles Infos zum Planfeststellungsverfahren gibt es beim Eisenbahn-Bundesamt im Internet unter www.eba.bund.de unter dem Suchbegriff „Planfeststellungsverfahren Großhelfendorf“. Stellungnahmen sind bis 5. September beim Eisenbahn-Bundesamt, Außenstelle München, möglich.

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