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Sie haben die Jubiläen für die Ayinger mit viel Engagement erlebbar gemacht: (v.l.) Josef Bachmair, Franziska Ahlborn und Franz Inselkammer junior. 

Vier besondere Ereignisse seiner Ortsgeschichte feierte Aying in diesem Jahr – Ein Rückblick

Ein Jubiläumsjahr, das verbindet

Aying – Es war das Jahr der Jubiläen in Aying: 1225 Jahre urkundliche Erwähnung, 50 Jahre Schutzgemeinschaft Hofoldinger Forst, 650 Jahre Peißer Filialkirche Sankt Nikolaus und 500 Jahre Reinheitsgebot.

Alle vier Jubiläen hat die Gemeinde mit einer Ausstellung im Sixthofstadl mit wöchentlichen Vorträgen gewürdigt. Die Organisatoren und Beteiligten Vizebürgermeister Josef Bachmair, Archivarin Franziska Ahlborn und Juniorbrauchef Franz Inselkammer sind jetzt noch einmal für einen Rückblick mit dem Münchner Merkurzusammengekommen.

Franziska Ahlborn: „Urkundlich wurde Aying erstmalig vor 1225 Jahre erwähnt. Als Bürgermeister Hans Eichler auf mich zugegangen ist, dass die Gemeinde dieses Jubiläum nicht völlig unter den Tisch kehren sollte, kam die Idee zu einer Ausstellung. Sehr dankbar war ich bei all den Vorbereitungen für die Hilfe von Laura Inselkammer, die mir zur Seite gestellt worden ist. Ich kann nur von Glück reden.“

„Das Reinheitsgebot ist weltweit etwas Einzigartiges.“

Franz Inselkammer: „In meiner Familie war es selbstverständlich, dass wir heuer auch etwas zum Reinheitsgebot machen müssen. Schließlich ist das Reinheitsgebot weltweit etwas Einzigartiges. Die 500-Jahr-Feier sollte auch in Aying gewürdigt werden. Im Gespräch mit unserem Bürgermeister waren wir uns einig, die Ereignisse in einer Gemeindeausstellung zusammenzufassen. An einem Mittagstisch hat meine Frau Laura etwas zu lange gezögert, als die Frage aufgeworfen wurde, wer von uns federführend mithilft. Sie hat sich mit Feuereifer an die Arbeit gemacht.“

Josef Bachmair: „Wer hätte gedacht, dass wir gleich vier Jubiläen in einem Jahr haben! 650 Jahre ist es her, dass die Peißer Filialkirche Sankt Nikolaus die erste Erwähnung gefunden hat. Und dann wurden wir auch von Rudolf Jäger auf das 50-jährige Bestehen der Schutzgemeinschaft Hofoldinger Forst aufmerksam gemacht. Die Bedeutung des Vereins für unsere Heimat ist ein wenig in Vergessenheit geraten. Als Bub kann ich mich noch dran erinnern, wo überall Plakate aufgehängt worden sind, um die Errichtung des Großflughafens im Hofoldinger Forst zu verhindern.“

Informativ und nicht überladen

Franziska Ahlborn: „Wir haben lange überlegt, wie wir die Jubiläen in eine Ausstellung packen können. Sie sollte nicht erschlagen, aber auch informativ sein. Letztendlich entschieden wir uns für die Galerie des Sixthofstadels, um dort die Exponate und wichtige Informationen zu den Anlässen zu präsentieren. Erstaunlich fand ich, wie kooperativ viele Menschen und Organisationen waren. Manchmal war es nicht einfach, aber letztendlich öffnete sich für uns jede Tür, damit wir mit der Ausstellung unsere Jubiläen auch sichtbar zum Ausdruck bringen konnten.“

Franz Inselkammer: „Meine Frau brachte als Kulturwissenschaftlerin viel Wissen mit, lernte aber natürlich durch das Befassen mit der Ortsgeschichte auch viel von unserer Kulturlandschaft. Mein Vater steuerte seine wertvolle Bierkrugsammlung bei. Daran ließ sich zeigen, welche Klimmzüge oftmals Menschen machten, um dieses Trinkgefäß mit Zierde zu veredeln, weil es ihnen so wichtig war.

Josef Bachmair: „Die Ausstellung war am richtigen Ort und nicht überladen. So brauchte es nicht all zu viel Zeit, um die Galerie zu durchschreiten. Dafür konnte man sich genügend Zeit für die einzelnen Stationen lassen. Gerne wurden auch Exponate aus der Filialkirche zur Verfügung gestellt. Wertvoll war zur Vorbereitung der Jahreskalender, der von Peißern mit sehr viel Liebe zum Detail angefertigt worden ist. Der war Grundlage für die Präsentation des Peißer Gotteshauses.“

Viele Bürger haben mitgeholfen

Franziska Ahlborn: „Überhaupt haben viele in unserer Gemeinde sehr tatkräftig mitgeholfen, sei es durch das Zurverfügungstellen von Fotos oder die Konstruktion, die Manfred Renk für die Ausstellungswände angefertigt hat. Es waren Dutzende, die uns unterstützt haben. Und die Mühen haben sich gelohnt, auch wenn wir schon überlegen müssen, ob wir bei einer ähnlichen Veranstaltung noch mehr darauf aufmerksam machen sollten. Wir haben einen Monat lang mittwochs und an den Wochenenden geöffnet gehabt. Am letzten Wochenende hat es sich überall herumgesprochen, dass diese Ausstellung wahrlich sehenswert ist.“

Franz Inselkammer:„Für mich als Ayinger haben sich durch die Ausstellung die Augen für die Peißer Kirche geöffnet. Als Ayinger kommt man nicht so leicht dorthin. Mein Interesse für diese Kirche wurde geweckt. Und ich habe auch gemerkt, dass es anderen auch so ging. Peiß hat eine wirklich schöne Kirche.“

Josef Bachmair: „Das haben wir auch der Wertschätzung in Peiß zu verdanken. In den zurückliegenden zehn Jahren haben wir mindestens 250 000 Euro in die Sanierung und Renovierung der Kirche gesteckt. Dafür haben sich die Peißer stets stark gemacht und mit Spenden und Dienste ihren Teil dazu beigetragen.“

Franziska Ahlborn: „Unsere Vortragsreihe fand in der Bevölkerung und darüber hinaus großen Zuspruch. Professor Hermann Rumschöttel hielt einen kurzweiligen Vortrag über die historische Bedeutung Ayings, Professor Ludwig Narziß verwöhnte mit einem anschaulichen Bericht über vier Zutaten, die ausreichen, um Bier zu brauen. Leider blieben wir von Krankheiten nicht verschont. Elisabeth Hinterstocker sprang für Pfarrer Martin Kurlitsch ein, um kunsthistorisch eine Einschätzung zur Peißer Kirche abzugeben. Rudolf Jäger konnte nicht über die Schutzgemeinschaft referieren, aber unser Bürgermeister fand Zeitzeugen aus unserer Gemeinde, um über die damaligen Geschehnisse zu sprechen.“

Entdeckung des Erdstalls wurde auch thematisiert 

Franz Inselkammer: „Meine Frau hätte beim Eröffnungstermin der Ausstellung den Entbindungstermin gehabt. Tatsächlich kam unsere Tochter dann drei Tage zuvor zur Welt. So konnte sie aber leider nicht von Anfang an dabei sein. Viele, die unsere gemeinsame Ausstellung besuchten, nutzten noch die Gelegenheit auf einen Ratsch oder eine Einkehr ins Bräustüberl. So wurde die Ausstellung nicht nur zu einem Gesprächsthema, sondern auch zum Anlass, sich zu treffen und wiederzusehen.“

Josef Bachmair: „Wir können uns glücklich schätzen, mit dieser Ausstellung unsere Jubiläen in Erinnerung gerufen zu haben. Wir haben eine ausgezeichnete Örtlichkeit hierfür gefunden. Dass dann auch noch ein Erdstall zwischen Pfarrkirche und Pfarrheim in Aying gefunden worden ist und kurzfristig in der Ausstellung thematisiert worden ist, war Fügung.“

Die nächsten Jubiläen stehen schon an

Franziska Ahlborn: „Insgesamt kann ich ein positives Resümee geben. Die Ausstellungsstücke über die Schutzgemeinschaft ist bereits von zwei Gemeinden geordert worden. Und 2022 steht schon das nächste Jubiläum auf dem Plan, dann liegt die erste urkundliche Erwähnung Helfendorfs 1250 Jahre zurück. Da soll es auch eine Ausstellung geben. Und die Chronik für Helfendorf.

Franz Inselkammer: „Wir sind mit unserer Privatbrauerei schon früher dran. 2018 feiern wir unser 140-jähriges Bestehen.“

Josef Bachmair: „Und es gibt sicher noch andere Jubiläen und Feste, die es zu begehen gilt.“

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