Bis zuletzt engagierte sich Josef Karg im Ort.
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Bis zuletzt engagierte sich Josef Karg im Ort.

Nachruf

Vize-Chef mit Leib und Seele: Aying trauert um Josef Karg

  • Wolfgang Rotzsche
    vonWolfgang Rotzsche
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Aying trauert um seinen ehemaligen Zweiten Bürgermeister Josef Karg. Im Alter von 90 Jahren ist der engagierte Kommunal-Politiker und begeisterte Sportfreund und Feuerwehrmann gestorben.

Aying - „Josef Karg war ein korrekter und ehrlicher Mensch, der allseits geachtet und respektiert worden ist“, weiß Josef Bachmair, FWGA-Vorsitzender und in der Funktion des Zweiten Bürgermeisters sozusagen Kargs Nachfolger. Karg selbst gehörte dem Gemeinderat zwischen 1960 und 1996 an. Das ist eine sehr lange Zeit, in der viele Entscheidungen getroffen worden sind. Unter anderem fällt in diese Epoche der Kampf darum, den Großflughafen im Hofoldinger Forst zu verhindern. Bis 1978 saß Karg im Gemeinderat von Peiß, 1972 bis 1978 als Vizebürgermeister.

Ein Jahr lang führte er die Amtsgeschäfte

Dann kam die Gemeindegebietsreform, die auch den Ayinger mit beschäftigte. Weiter ging’s im Ayinger Gremium, wobei ihm 1990 nochmals die Aufgabe des Vizebürgermeisters angetragen worden ist. Dass er da nochmals kräftig gefordert werden würde, konnte er nicht erahnen. Aufgrund der Krankheit des damaligen Bürgermeisters Hermann Tribillian hatte Josef Karg rund ein Jahr lang die Amtsgeschäfte zu führen.

Große Persönlichkeit in der Gemeinde

1992 wurde dann Bernhard Katzmair (CSU) zum Bürgermeister gewählt. Bachmair betont, dass es Karg stets um die Sachpolitik ging. Aber, wenn es sein musste, dann habe er auch seine Meinung vertreten. Bürgermeister Peter Wagner (CSU) betont: „Ja, man kann sagen, dass Sepp Karg kommunalpolitisch eine sehr große Persönlichkeit in der Gemeinde war und sein Verstand und Wort bei allen geschätzt war.“

Neben der Flughafendiskussion und Gemeindegebietsreform fallen in Kargs Gemeinderatszeit beispielsweise der Neubau des Ayinger Schulhauses, die Entscheidung zum Beitritt zum Abwasserzweckverband und die Verbesserung der Trinkwasserversorgung für das Peißer Flurgebiet.

Feste Größe der Gemeindepolitik: Josef Karg (l.) bei der Vereidigung des Bürgermeisters Bernhard Katzmaier 1992.

Engagiert bei den Sportfreunden und Schützen

Nach seinem Ausscheiden aus dem Gemeinderat hat sich Karg weiterhin für die Gemeindepolitik interessiert. Und natürlich für die Vereine, denen er teilweise über viele Jahrzehnte hinweg angehörte. Da wären etwa die Sportfreunde Aying, bei denen er fast 65 Jahre Mitglied war. Er engagierte sich dort als Kassier und Vizevorsitzender und führte den Verein acht Jahre an. 1974 hat er die Stockschützenabteilung mit ins Leben gerufen und gehörte Jahrzehnte hinweg zu den besten Schützen. Ebenso war er 1990 Mitbegründer der Männergymnastik. Bekannt war Karg auch als Fußballfan. „Besonders stolz war er auf seinen Enkel Benedikt, der maßgeblich am Aufstieg der ersten Mannschaft von der Kreisklasse in die Bezirksliga als Mittelstürmer beteiligt war“, erinnert sich Martin Bachmair.

Voller Einsatz bei der Feuerwehr

Schon als Jugendlicher war Karg bei der Feuerwehr. „1945, als München bombardiert wurde, war er als 15-Jähriger Teil der Löschmannschaften, die aus den Dörfern rings um München zum Löschen in die Landeshauptstadt fuhren. Aus seinen Erzählungen weiß ich, dass sie dabei oft lebensgefährliche Situationen zu meistern hatten“, erzählt Martin Bachmair. Nach dem Krieg trat Karg der Feuerwehr Aying bei und war ab den 1950er Jahren als Gruppenführer aktiv. 22 Jahre lang amtierte er als Vizevorsitzender des Feuerwehrvereins und wurde 1998 zum Ehrenmitglied ernannt.

„Er war eine ruhige, aber dennoch starke Persönlichkeit. Wenn jemand ein Problem hatte oder Rat brauchte, dann wurde immer gesagt: ,Geh zum Karg Sepp, der kann dir helfen’“, erinnert sich Bürgermeister Wagner. In seinen letzten Lebensjahren, die er in Glonn verbrachte, ist es still um Josef Karg geworden. Die Trauerfeier und Urnenbeisetzung fanden im engsten Familien- und Freundeskreis in Aying statt.  wjr

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